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Macht sich viele Gedanken über die Zukunft der TGS Pforzheim: Handball-Abteilungsleiter Wolfgang Taafel (rechts) im Gespräch mit PZ-Redakteur Udo Koller. Foto: Ripberger, PZ-Archiv
Macht sich viele Gedanken über die Zukunft der TGS Pforzheim: Handball-Abteilungsleiter Wolfgang Taafel (rechts) im Gespräch mit PZ-Redakteur Udo Koller. Foto: Ripberger, PZ-Archiv
Das Zuschauer-Potenzial für die 2. Bundesliga ist in Pforzheim da. Hier die TGS-Fans beim Spitzenspiel der 3. Liga gegen den späteren Aufsteiger HSG Konstanz. Foto: Ripberger, PZ-Archiv
Das Zuschauer-Potenzial für die 2. Bundesliga ist in Pforzheim da. Hier die TGS-Fans beim Spitzenspiel der 3. Liga gegen den späteren Aufsteiger HSG Konstanz. Foto: Ripberger, PZ-Archiv
07.06.2019

TGS Pforzheim: Viel Zuspruch für das Abenteuer 2. Handball-Liga

Pforzheim. Seit sechs Jahren spielt die TGS Pforzheim in der 3. Handball-Bundesliga und hat sich dort zu einem Spitzenteam entwickelt. Im PZ-Interview hat Wolfgang Taafel, der Handball-Abteilungsleiter bei der TGS, erklärt, dass man sich innerhalb des Vereines ernsthaft mit dem Gedanken befasst, die 2. Liga in Angriff zu nehmen – wenn die Rahmenbedingungen passen und der Beistand von vielen Seiten, vor allem von den Sponsoren, da wäre. Die PZ hat sich umgehört bei potenziellen Geldgebern, Sportkreis, Handballkreis und Stadt Pforzheim. Wie sieht es aus mit der Unterstützung für die TGS-Überlegungen?

Was sagen die Sponsoren?

Hier gibt es durchaus positive Signale. Hauptsponsor Werner Koch von Koch Technik kennt die Pläne des Vereins. Gerade hat er seinen Sponsoring-Vertrag um zwei Jahre verlängert. „Der Aufwand wäre natürlich groß. Aber wenn sich die TGS diese Ziele setzt, würden wir mitmachen“, sagt Werner Koch, der auch die Erstliga-Ringer des KSV Ispringen finanziell unterstützt.

Zum Sponsorenpool der TGS zählt unter anderem auch die Sparkasse Pforzheim Calw. Ulrich E. Haag, bei dem Kreditinstitut für Sponsoring zuständig, findet die Idee, die 2. Bundesliga ins Auge zu fassen, grundsätzlich gut. „Wir wären gesprächsbereit. Wir wollen die Region sportlich nach vorne bringen“, so Haag. Wie viele Beobachter der Handball-Szene fragt sich auch Haag, ob es mittelfristig nicht sinnvoll wäre, bei der Verfolgung höherer Ziele die Kräfte im Pforzheimer Handball zu bündelt – sprich: Eine Kooperation zwischen TGS und SG Pforzheim/Eutingen anzustreben.

Was meint der Handballkreis?

„Sportlich und finanziell ist der Sprung in die 2. Bundesliga riesengroß. Es wäre auf jeden Fall ein Wagnis mit einigen Risiken“, glaubt Dieter Glauner, der beim Handballkreis Pforzheim für die Öffentlichkeitsarbeit zuständig ist. Auf der anderen Seite sieht Glauner natürlich auch die positiven Seiten für den Handballsport in der Region: „Wenn etwas geboten wird, sind die Tribünen voll. Das hat die jüngere Vergangenheit gezeigt. Vor zehn Jahren war selbst die 3. Liga in Pforzheim kein Thema. Jetzt sprechen wir von der 2. Liga“, spricht Glauner über die rasante Entwicklung im Pforzheimer Handballsport.

Wie ist der Standpunkt des Sportkreises?

„Jede Art von Leistungssport ist wünschenswert. 2. Bundesliga ist ein tolles Erlebnis und könnte Kinder begeistern“, glaubt Frank Nauheimer, stellvertretender Vorsitzender des Sportkreises Pforzheim Enzkreis und selbst ehemaliger aktiver Handballer. Unter sportlichen Gesichtspunkten fände auch Nauheimer eine Zusammenarbeit zwischen TGS und SG Pforzheim/Eutingen für sinnvoll.

Als Geschäftsführer der Admedes GmbH in Pforzheim ist Frank Nauheimer auch Sponsor der TGS. Auch in dieser Eigenschaft findet er die Überlegungen der TGS gut. „Ich gebe Wolfgang Taafel voll recht: Pforzheim hat das Potenzial für die 2. Liga. Und mit der Bertha-Benz-Halle haben wir auch die nötige Infrastruktur. Und das könnte auch zusätzliche Sponsoren anlocken.“ Nauheimer selbst stellt in Aussicht, mit seinem Unternehmen das Sponsoring für die TGS im Falle des Aufstiegs auszuweiten.

Was sieht es die Stadt Pforzheim?

In einer Pressemitteilung der Stadt heißt es: „Wir sind zurecht stolz darauf, dass das Hilda-Gymnasium mit einem Ganztagsangebot und eigenem Sportzug zu einer breitgefächerten und vielfältigen Schullandschaft beiträgt. Ein zentraler Baustein in diesem Zusammenhang ist die Bertha-Benz-Halle in ihrer Funktion als Schulsporthalle. Insofern muss während des regulären Schulbetriebs der Schulsport oberste Priorität haben, um auf unterschiedliche Bedarfslagen reagieren zu können. Daneben machen uns auch die sportlichen Erfolge unserer Handballer stolz. Diese sind – und das ist uns allen bewusst – nur dann möglich, wenn die nötige Infrastruktur und bedarfsgerecht entsprechende Trainingszeiten zur Verfügung stehen. In dem Rahmen, in dem es von den Belegungen her möglich ist und nicht mit dem Schulsport kollidiert, sind wir selbstverständlich bereit, der TGS Pforzheim entgegen zu kommen. Um mehr über die konkreten Wünsche und Vorstellungen der TGS zu erfahren, werden wir miteinander ins Gespräch gehen.“

Was sagt Wolfgang Taafel?

Er freut sich über die positiven Rückmeldungen. Man werde natürlich schon in der kommenden Saison versuchen, in der 3. Bundesliga wieder ganz weit vorne zu landen. Ernsthaft Richtung 2. Liga planen wolle man aber – wenn die nötige Unterstützung da ist, weitere Sondierungen positiv verlaufen und die Rahmendbedingungen insgesamt passen – erst in der Saison 2020/21.

Was sind die Voraussetzungen für den Aufstieg in die 2. Liga?

Sportlich die Meisterschaft in der 3. Liga, dazu eine Halle mit einer Kapazität von mindestens 2250 Plätzen, davon 60 Prozent Sitzplätze. Außerdem muss der Verein die finanzielle und wirtschaftliche Leistungsfähigkeit nachweisen.