Raubling/Barcelona. Gut anderthalb Wochen vor dem Start der Tour-de-France in Barcelona hat sich Ralph Denk, Teamchef von Red Bull–Bora–hansgrohe, in einer Medienrunde zu Fragen von PZ-news über den Kampf gegen Doping geäußert. Auf Nachfrage sagte der 52-jährige Bayer, die Zahl der Dopingtests, die ein Topfahrer wie der deutsche Hoffnungsträger Florian Lipowitz in diesem Jahr schon hinter sich habe, werde "im zweistelligen Bereich" liegen. Das gelte auch für den belgischen Co-Kapitän Remco Evenepoel.
Denk sagte zunächst, das Kontrollsystem im Radsport sei inzwischen sogar engmaschiger als in den anderen Sportarten. Zusätzlich zum Budget der Welt-Anti-Doping-Agentur Wada machten die Fahrer, ihre Teams sowie Rennveranstalter 20 Millionen Euro im Jahr locker: "Das sucht seinesgleichen." Denk erklärte, er halte den Radsport inzwischen für "sehr sauber". Eine Verbesserung brachte in jedem Fall unter anderem die Einführung eines biologischen Blutpasses. "Schwarze Schafe wird es immer geben." Etwas anderes anzunehmen, wäre Denk zufolge "blauäugig". Keine Zweifel ließ er am Dienstagvormittag daran, dass es über die Jahre und Jahrzehnte zu einer grundlegenden Veränderung gekommen ist: "Es gibt kein systematisches Doping mehr wie vor 20 Jahren."


Starke Tour-Generalprobe: Lipowitz triumphiert in Slowenien
Hintergrund: Vor 20 Jahren kam vor der Frankreich-Rundfahrt der Doping-Skandal um den spanischen Arzt Eufemiano Fuentes ans Licht. Das führte ein Jahr nach dem zweiten Gastspiel der Tour in Pforzheim zu einem Start-Verbot für Jan Ullrich und in der Folge zum Karriereende des nach wie vor einzigen deutschen Tour-Siegers. Ullrich hatte 1997 gewonnen. In Deutschland geriet die Profi-Radsport-Branche aufgrund der Doping-Problematik etwa ein Jahrzehnt später in eine tiefe Krise.


Sturz überschattet Slowenien-Rundfahrt: Lipowitz auf Rang 45
Zur neuen Generation zählt der 25-Jährige Lipowitz aus Laichingen bei Ulm. Als bester Nachwuchsfahrer belegte er im Vorjahr den dritten Platz der Gesamtwertung. Eine Verbindung zur Region hat Lipowitz, da sich seine Ur-Großeltern Richard und Friedhild nach der Vertreibung aus Gottschee im heutigen Slowenien infolge des Zweiten Weltkriegs im Bad Wildbader Stadtteil Aichelberg niederließen. Als haushohen Favoriten für die Tour 2026 betrachtet Denk Vorjahressieger Tadej Pogacar aus Slowenien.

