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Timur Imametdinov und Nina Bezzubova vom SWC Pforzheim.
Timur Imametdinov und Nina Bezzubova vom SWC Pforzheim.
Tanzten sich zu Silber: Marius-Andrei Balan und Khrystyna Moshenska.
Tanzten sich zu Silber: Marius-Andrei Balan und Khrystyna Moshenska.
15.08.2016

Timur Imametdinov und Nina Bezzubova überraschen beim GOC

German-Open-Finale beim Latein Grand Slam. Die Live-Musik des Orchesters trägt zu einer besonderen Atmosphäre in der der Stuttgarter Liederhalle des Kultur- und Kongresszentrums bei. Zwei deutsche Paare vom Schwarz-Weiß-Club Pforzheim werden vom Publikum sehnsüchtig erwartet. Nach dem ersten Tanz führen Marius-Andrei Balan (25) und Khrystyna Moshenska (26) knapp vor ihren Konkurrenten aus Moldawien, den amtierenden Welt- und Europameistern Gabriele Goffredo/Anna Matus. Nach dem zweiten Tanz können sie ihre Führung jedoch nicht mehr halten und müssen ihren Konkurrenten den Vortritt lassen. Im zweiten Tanz sind ihre Vereinskollegen Timur Imametdinov (28) und Nina Bezzubova (29) noch auf Platz vier hinter den GOC-Titelverteidigern Armen Tsaturayan und Swetlana Gudyno. In der Rumba wendet sich das Blatt.

Als die ersten Töne der Rumba passiert etwas Magisches, als würde das Publikum den Atem anhalten. Imametdinov und Bezzubova gehen völlig in der Musik, beide lassen sich von der Melodie tragen. Ihre Choreographie legt sich perfekt auf die Musik, als wäre sie extra für dieses eine Lied gemacht. Imametdinov gibt seiner Tanzpartnerin einen Rahmen, indem sie richtig zur Geltung kommt und ihren extrem weiblichen Tanzstil entfalten kann. Diese Kommunikation miteinander, die Musikalität und die echte, ehrliche Emotionalität verzaubern das Publikum – ein nahezu magischer Moment.

Kaum erklingen die letzten Töne steht der ganze Saal auf. Standing Ovations für ein Paar, das nicht zu den Titelfavoriten zählt. Für diesen Tanz werden sie mit dem dritten Platz hinter den Titelverteidigern aus Russland und ihren Vereinskollegen belohnt.

„Das war ein überwältigendes Gefühl, nahezu ein Schock. Das gab mir dann einen unbeschreiblichen Energieschub, der mich weiter durch die Endrunde trug“, sagte Imametdinov hinterher. Er verriet auch, dass das Lied zu ihren Lieblingsliedern gehört. „Das erlaubte uns die kleinsten Musikvariationen in unserem Tanzen wiederzugeben“, freute sich Bezzubova.

Getragen von dieser Energie präsentierten sich die beiden sehr stark im Paso Double. Beim zweiten Einzeltanz, dem Jive, wurden die beiden als Erste aufgerufen und Bezzubova hat keine Zeit mehr, sich den Rock zu einem Knoten zu binden. Somit blieb sie mitten im Tanz mit dem Schuhabsatz im Kleid stecken, machte jedoch weiter. Mit einer ungewöhnlichen Eleganz half ihr Imametdinov während des Tanzens aus dem Kleid heraus und erntete dafür erneut starken Beifall.

Mit dieser beeindruckenden Leistung setzten sich die beiden Pforzheimer gegen Tsaturayan und Gudyno durch und sicherten sich die Bronzemedaille. Bezzubova war schon in der Vergangenheit mit ihrem ehemaligen Tanzpartner Balan dem Paar Tsaturayan/Gudyno dicht auf den Fersen, konnte sie aber nie bezwingen, was diesen Erfolg als einen persönlichen „Sieg“ umso wertvoller erscheinen lässt, auch vor dem Hintergrund des vierten Platzes bei der GOC im Vorjahr. „Sie tanzen heute das Turnier ihres Lebens“, kommentierte Trainer Franco Formica.

Ihre Vereinskollegen Balan und Moshenska tanzen ebenfalls ein tolles Turnier. Mit klaren Linien und präziser Technik und einer guten musikalischen Interpretation kamen sie auf Platz zwei – wie im Vorjahr.

Trainer Franco Formica freute sich über den starken Fortschritt, den Khrystyna gemacht hat: „Sie neigte früher dazu, ihre Choreographie nach dem Schema F durchzuziehen, zwar technisch einwandfrei aber etwas zu routiniert – das ist einfach die Gefahr, die eine feste Choreo immer birgt. Heute hat sie das vielmehr auf sich zugehen lassen und sich mehr auf den Augenblick eingelassen.“

Mit Maxim Stepanov (22) und Ksenya Rybina (21) hat der SWC außerdem ein weiteres Top-Paar, das den Verein positiv in die Zukunft blicken lässt. Das Nachwuchspaar kam im Semifinale der GOC auf den zehnten Platz.