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23-jähriger Wilferdinger Mittelfeldspieler Christian Zimmermann stirbt nach Testspiel.
23-jähriger Wilferdinger Mittelfeldspieler stirbt nach Testspiel © Farr
18.02.2011

Tragödie in Wilferdingen: Todesursache noch nicht klar

WILFERDINGEN. Bestürzung und Fassungslosigkeit beim FC Alemannia Wilferdingen: Der ambitionierte Fußball-Kreisligist trauert um seinen talentierten Mittelfeldspieler Christian Zimmermann aus Grötzingen. Der 23-Jährige, der im März seinen 24. Geburtstag gefeiert hätte, starb am Mittwochabend im Anschluss an das Testspiel der Remchinger gegen den FC Busenbach (Kreisklasse A2 Karlsruhe).

Zimmermann war laut Alemannia-Trainer Alexander Schwenk zehn Minuten nach der Halbzeitpause zusammengebrochen – abseits des Spielgeschehens und ohne Fremdeinwirkung. „Danach wurde der Ball ins Aus gespielt, und es waren sofort zwei Busenbacher zur Erstversorgung da, die Christian in die Seitenlage gebracht haben“, schilderte der schwer unter Schock stehende Schwenk. Zimmermann sei zu diesem Zeitpunkt ansprechbar gewesen.

Als wenige Minuten später der verständigte Notarzt eintraf, habe der junge Konstruktionsmechaniker plötzlich Probleme mit der Atmung bekommen. „Wir waren nach zehn Minuten in Wilferdingen vor Ort und haben den Patienten ins Klinikum Pforzheim gebracht“, sagte Rüdiger Scheffelmaier vom Kreisverband Pforzheim-Enzkreis des Deutschen Roten Kreuzes am gestrigen Mittag. Weitere Informationen konnte er aber nicht geben. Auch das Klinikum machte gestern keine Angaben zur Todesursache.

Bruder Matthias beim KSC

FCA-Coach Schwenk sagte, dass er Christian Zimmermann, dessen 18 Jahre alter Bruder Matthias Stammspieler beim Zweitligisten Karlsruher SC ist, immer als einen kerngesunden, jungen Mann erlebt habe. „Er war in den vergangenen Monaten nicht krank, hatte bei mir im Training nie Probleme und war topfit. In der Halbzeitpause hat er noch Späßchen gemacht. Das trifft uns alle wie ein Blitz aus heiterem Himmel. Es ist ein großer Schock.“

Die Anteilnahme am grausamen Schicksal der Familie Zimmermann, deren Sohn im vergangenen Sommer vom Karlsruher Kreisligisten VfB Grötzingen zum FC Alemannia Wilferdingen gewechselt war, ist enorm groß. Auf der Internetseite des sozialen Netzwerks „facebook“ drückten mehrere Fußballer aus der Region gestern ihr Mitgefühl aus. „Ich bin sehr geschockt über diesen Vorfall und kann es nicht verstehen, wie so etwas passieren kann. Meine tiefste Anteilnahme gilt der Familie, den Freunden und der Mannschaft des FC Alemannia Wilferdingen in diesen schweren Stunden“, schrieb Daniel Augenstein, Abwehrspieler des Kreisligisten 1. FC Bauschlott, stellvertretend für seine kickenden Kollegen aus Pforzheim und dem Enzkreis.

FCA-Nachholspiel abgesagt

Der FCB um Augenstein hätte es am kommenden Sonntag um 15.00 Uhr in einem Nachholspiel mit Wilferdingen zu tun bekommen. Nach Bekanntwerden der Tragödie reagierten die Verantwortlichen des Fußballkreises Pforzheim jedoch umgehend und sagten die geplante Partie ab. „Mein inniges Mitgefühl gilt den Angehörigen, dem Verein FC Alemannia Wilferdingen und den Sportkameraden von Christian Zimmermann“, schrieb Kreisliga-Staffelleiter Ernst Pucher gestern in einer Pressemitteilung.

Christian Zimmermanns Bruder Matthias erhielt die schreckliche Nachricht im Kurztrainingslager des Karlsruher SC in Bad Bertrich, wo sich der abstiegsbedrohte Zweitliga-Club von Dienstag bis gestern Abend aufhielt. Laut KSC-Pressesprecher Jörg Bock reiste das 18 Jahre alte Nachwuchstalent sofort ab und ließ sich vom Sportlichen Leiter Arnold Trentl nach Hause zu seiner Familie fahren.