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Erfolgsgarant: Denis Zenko (am Ball) erzielte 35 Tore für den SV Kickers Pforzheim. Foto: Ripberger
Erfolgsgarant: Denis Zenko (am Ball) erzielte 35 Tore für den SV Kickers Pforzheim. Foto: Ripberger
Die Aufstiegsmannschaft des SV Kickers Pforzheim mit den jungen Fans auf dem Sportgelände auf der Wilferdinger Höhe. Foto: Ziegler
Die Aufstiegsmannschaft des SV Kickers Pforzheim mit den jungen Fans auf dem Sportgelände auf der Wilferdinger Höhe. Foto: Ziegler
14.06.2019

Trotz Durchmarsch von C- in A-Klasse: SV Kickers Pforzheim kämpft um Anerkennung

Pforzheim. Für die Fußball-Experten war klar: Der SV Kickers Pforzheim ist als Aufsteiger aus der C-Klasse einer der Topfavoriten für den Durchmarsch in die A-Klasse. Die Qualität der Neuzugänge ließ keine andere Prognose zu. Und so kam es dann auch. „Wir haben uns zwar nicht als Favorit gesehen, aber nach sieben, acht Spielen war schon klar, wohin die Reise geht“, sagt Vereinspräsident Murat Sanlitürk. Einige Wochen vor Saisonschluss stand der Aufstieg bereits fest. Ohne Niederlage marschierte die Mannschaft von Trainer Mehmet Güldal durch die B-Liga 2.

Es ging also schnell wieder nach oben nach dem schmerzlichen Absturz, den der Verein 2016 erlebt hatte. Damals wurde die Mannschaft, die ein Jahr zuvor noch in der Oberliga Baden-Württemberg gespielt hatte, in der Verbandsliga vom Spielbetrieb abgemeldet. Es folgte 2017 ein Neustart in der C-Klasse.

Der Verein hatte damals nicht das beste Image in der Szene. Darunter leidet man offenbar heute noch ein wenig, obwohl die Vergangenheit abgeschlossen und aufgearbeitet ist, wie Sanlitürk betont: „Wir haben eine super Jugendarbeit hier im Verein. Wir tun sehr viel für die Integration von Flüchtlingen und Migranten. Aber die Arbeit wird nicht so honoriert, wie wir das erwarten könnten. Wir fragen uns in der Vereinsführung öfter, warum wir das alles tun und dafür unsere Freizeit opfern.“

Von 2016 bis 2017 steigerte der SV Kickers die Zahl seiner Juniorenspielerinnen und -spieler von 98 auf 250 Kinder. Aktuell sind 18 Juniorenteams für den Spielbetrieb gemeldet. „Aber wir haben trotz aller Bemühungen und Erfolge noch keinen Hauptsponsor. Wir vermissen die Unterstützung von außen“, so Sanlitürk. 2018 bestand der Verein aus 71 Prozent Migranten und 29 Prozent Deutschen. Inzwischen habe sich der Anteil der Deutschen erhöht, so Sanlitürk. Aber insgesamt könne man seinen Verein schon als Spiegelbild der Bevölkerungsstruktur Pforzheims sehen.

Zum Vergleich: Nach den aktuellsten Statistiken leben in Pforzheim 55 Prozent Menschen mit Migrationshintergrund, bei den unter 18-Jährigen sind es 75 Prozent.

In der neuen Saison will man sich erst mal in der A-Klasse halten. Mittelfristig lautet das Ziel der Kickers Kreisliga. „Damit auch unsere eigenen Spieler, die wir ausbilden, hier eine Perspektive haben“, so Sanlitürk. Die Mannschaft kann weiter auf Trainer Mehmet Güldal bauen. Und auf die Leistungsträger, die für den Durchmarsch in die A-Klasse verantwortlich zeichneten. Allen voran Denis Zenko. Der Neuzugang von der GU Türk. SV Pforzheim erzielte 35 Saisontore. „Er hat sich hier super integriert und auch die jungen Spieler mitgerissen“, lobt Sanlitürk seinen Goalgetter. Absolute Leistungsträger waren auch Kapitän Mateusz Niepras in der Abwehr und Max Wild im Mittelfeld.

Aktuell bastelt man beim SV Kickers am Kader für die A-Klasse. Zwei frühere Jugendspieler kommen zurück. Barkin Saytas (20) spielte von der E- bis zur A-Jugend im Verein und kommt vom SV Huchenfeld. Auch Anil Demiral (25) kickte in der Jugend auf der Wilferdinger Höhe. Er soll die Abwehr verstärken. Die weiteren Neuzugänge sind Mustafa Solak (26) von der GU/Türkischer SV Pforzheim, Matarr Bah (23) von der Fvgg 08 Mühlacker und Jan Gartner (26) vom SV Königsbach.