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Mit einer starken Barrenübung verkürzte Ivan Rittschik den Zwischenstand im Heimwettkampf gegen Wetzgau.  Foto: Ripberger 
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Tragischer Held: Dario Sissakis musste unter anderem am Pauschenpferd absteigen. 
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Andreas Bretschneider gab nicht nur am Barren alles. 

Trotz großen Kampfes nur kleines Finale: Straubenhardt verliert DTL-Halbfinale gegen Wetzgau

Straubenradt. Große Personalsorgen, großer Einsatz, null Zuschauer, kleines Finale: So könnte man den Halbfinalwettkampf der KTV Straubenhardt in der Deutschen Turnliga (DTL) zusammenfassen. 27:35 ging das Duell gegen den TV Schwäbisch-Gmünd am Samstag vor coronabedingt leeren Rängen in der Straubenhardthalle verloren. Damit geht es für die ambitioniert gestartete KTV beim Finaltag am 4. Dezember in der Ulmer ratiopharm arena gegen den Siegerländer KV „nur“ um Platz drei. Das Finale bestreiten Topfavorit TuS Vinnhorst und Wetzgau.

Wer nach der Halbfinalniederlage einen niedergeschlagenen Steve Woitalla erwartet hatte, sah sich getäuscht. Der KTV-Coach war stolz auf seine Truppe. Oder besser gesagt Rumpftruppe. Denn ganze fünf Turner konnte er aus seinen 10-Mann-Kader aufbieten. „Da war schon klar, dass es eine schwere Aufgabe werden würde“, so Woitalla.

Man könnte auch unmögliche Aufgabe sagen. Denn bei der KTV fehlten nicht nur die verletzten Marcel Nguyen, Nick Klessing, Alexander Maier und Karim Rida. Es fehlte auch der russische Mannschafts-Olympiasieger David Belyavskiy, der das Team bislang als Vorturner durch die Saison getragen hatte. Dieses Mal aber hatte er keine Freigabe vom russischen Verband erhalten, bedingt durch ein Trainingslager in der Heimat und Quarantäne-Bestimmungen.

Hätten die Straubenhardter gewonnen, wenn Belyavskiy dabei gewesen wäre? So weit will Steve Woitalla nicht gehen. „Wetzgau war einfach stärker und hat verdient gewonnen. Aber ein anderer Wettkampf wäre es mit David auf jeden Fall geworden“, ist der KTV-Trainer überzeugt. Auf seine Mannschaft war er stolz: „Wir haben einen Klasse-Wettkampf abgeliefert und es spannender als erwartet gemacht.“

Tatsächlich war der Boden mit 0:9-Scorepunkten eine klare Sache für die Gäste. Am Pauschenpferd und an den Ringen wurde es deutlich enger (5:6). Den Sprung entschied Straubenhardt dann mit 6:1 für sich. Und als Ivan Rittschik bei der ersten Barrenübung dem Spanier Nicolau Mir Rossello einen Punkt abgeknöpft hatte, stand es plötzlich nur noch 17:22.

War doch die Überraschung möglich? Nein. Beim zweiten Barren-Duell legte Wetzgaus Spitzenturner Andreas Toba eine starke Übung vor, während KTV-Mann Dario Sissakis beim Abgang auf dem Hosenboden landete. Sissakis war so etwas wie der tragische Held des Abends, weil er auch den Ringe-Abgang nicht stand und am Pauschenpferd einen Absteiger hatte.

Vorwürfe gab es keine. Und die Straubenhardter können auch positive Erkenntnisse aus dem Abend ziehen. Die Routiniers Andreas Bretschneider (11 Scorepunkte) und Ivan Rittschik (10) turnten stabil. Die beiden 18-Jährigen Niklas Brendel und Nils Matache sprangen beherzt in die Bresche und turnten zusammen elf Geräte. „An ihnen werden wir noch viel Freude haben“, ist Woitalla überzeugt.