Der Karlsruher SC und seine Fans bleiben weiter in den Schlagzeilen. Am Freitag verkündete das Ultrabündnis „Ultra 1894“, bestehend aus den vier Gruppen „Rheinfire“, „Phönix Sons“, „Wild Boys“ und „Armata Fidelis“, auf ihrer Homepage das Ende der Zusammenarbeit mit dem Karlsruher Sport-Club „auf allen Ebenen“.
Vermutlich ist diese Entscheidung auch die Antwort auf einen neuen Maßnahmenkatalog des Vereins, der am Freitag veröffentlicht wurde. Darin distanziert sich der KSC unter anderem von beleidigenden Schriftbannern aus dem RB Leipzig-Spiel am vergangenen Montag. Der Verein verhängt aus diesem Grund ein Bannerverbot für die kommenden drei Spiele.
Als „nicht hinnehmbare Exzesse“ bezeichnete der KSC zudem das Blockieren der Torausfahrt hinter der Haupttribüne, das Androhen von Gewalt mit dem Ziel, ein Trikot herauszupressen und das Werfen von Farbbeuteln. Um die Personen zu finden, hat der KSC bereits Berichte der Polizei eingefordert.
Auch der angebliche Hotelsturm einiger Fans wird von den Verantwortlichen scharf kritisiert und verurteilt. Der Leiter des Karlsruher Fanprojekt, Volker Körenzig, dementierte jedoch gegenüber „Spiegel-online“ die Aktion und war über die Aussagen des RB-Sportdirektor Ralf Rangnick erstaunt. Dieser hatte den Medien gegenüber behauptet, dass Fans des KSC in das Hotel der Leipziger Mannschaft eingedrungen seien und Spieler bedroht hätten. Laut Körenzig habe es sich hierbei jedoch nur um zwei Männer gehandelt, welche das Gebäude nach Aufforderung des Hoteliers auch wieder verlassen hätten. Gestützt werden die Aussagen dabei von der Polizei, die kein Aufeinandertreffen zwischen RB-Spieler und KSC-Fans registriert hatte.
Trotz der Aussagen des Sozialarbeiters, will der Karlsruher SC nun hart durchgreifen. Die Drahtzieher sollen gefunden und bestraft werden. Unter anderem wurden sechs Stadionverbote erteilt und die Einleitung von Vereinsausschlussverfahren gegen mehrere Personen aus der Fanszene geprüft.
Das Ultrabündnis „Ultra 1894“ reagierte auf diese Maßnahmen enttäuscht und kündigte die Beendigung der Zusammenarbeit mit dem Verein an. Bleibt abzuwarten, ob die beteiligten Gruppen am Sonntag zum wichtigen Auswärtsspiel nach Ingolstadt reisen.
Auch die "Supporters" haben mittlerweile Stellung bezogen und sich mit einem Statement an die Mitglieder gewandt. Dieses Statement gibt es hier im Wortlaut.
Maßnahmenkatalog des Karlsruher SC im Wortlaut:
Statement der SUPPORTERS Karlsruhe 1986 e.V. zu den Vorkommnissen rund um das Spiel gegen RB Leipzig Die Berichterstattung über die Vorkommnisse rund um das Spiel des KSC gegen RB Leipzig am Montag, 9. März 2015, sorgte bundesweit für Aufsehen. Leider haben sich nicht alle Pressevertreter die Mühe gemacht, ausführlich zu recherchieren und haben lediglich die Aussagen von Herrn Rangnick am Sport1-Mikrofon vor dem Spiel - bezüglich den Vorkommnissen vor dem Mannschaftshotel in Herxheim - ungeprüft übernommen. Es war von einer „Fan-Attacke, dem Sturm des Mannschaftshotels durch 20 Vermummte, die Besetzung des Essensraums und die Blockade der Zufahrtswege“ die Rede. Nach dem Spiel hatte Herr Rangnick seine Aussagen im Sky-Interview zwar relativiert, viele Medien haben aber weiterhin seine „Falschaussagen“ veröffentlicht bzw. nicht korrigiert. Laut Karlsruher Polizei gab es weder Körperverletzungen noch Sachbeschädigungen. Natürlich lässt sich über die Sinnhaftigkeit des Besuchs des Mannschaftshotels der gegnerischen Mannschaft durch KSC-Fans streiten. Genauso muss nicht jeder die Aufregung über den Trikottausch verstehen. Enttäuscht sind wir jedoch über die Presseerklärung des KSC, die lediglich Sanktionen gegenüber den KSC-Fans ausspricht. Der KSC-Führung liegen mittlerweile Aussagen des Hoteliers, der Polizei und auch aus Fankreisen vor. Eine sachliche Richtigstellung der Ereignisse hätten wir uns schon gewünscht. Ebenso haben wir erwartet, dass auf die Falschaussagen von Herrn Rangnick eingegangen wird. Herr Rangnick beschädigt mit seinen Aussagen das Ansehen der KSC-Fans und sorgt somit auch für einen Imageschaden des KSC. Die Supporters Karlsruhe werden sich rechtliche Schritte gegenüber Herrn Rangnick vorbehalten. |

