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Valentin Ruf ist Rollstuhlbasketballer. Er spielt in Pforzheim und in der Schulmannschaft. Foto: Privat
Valentin Ruf ist Rollstuhlbasketballer. Er spielt in Pforzheim und in der Schulmannschaft. Foto: Privat
Freut sich auf die Spiele in Pyeongchang: Valentin Ruf, der sportlich und sozial sehr engagiert ist. Foto: Mildenberger
Freut sich auf die Spiele in Pyeongchang: Valentin Ruf, der sportlich und sozial sehr engagiert ist. Foto: Mildenberger
Valentin Ruf ist Juniorbotschafter für Doping-Prävention beim DOSB. Foto: Privat
Valentin Ruf ist Juniorbotschafter für Doping-Prävention beim DOSB. Foto: Privat
Als Para-Alpinsportler hat Valentin Ruf schon DM-Medaillen gewonnen. Foto: Privat
Als Para-Alpinsportler hat Valentin Ruf schon DM-Medaillen gewonnen. Foto: Privat
09.02.2018

Valentin Ruf aus Kieselbronn ist Mitglied im DOSB-Jugendlager

Kieselbronn. Wenn es bei den Olympischen Winterspielen in Pyeongchang ab so richtig zur Sache geht, ist ein junger Mann aus Kieselbronn hautnah dabei. Valentin Ruf ist Mitglied im Olympischen Jugendlager. Diese werden vom Deutschen Olympischen Sportbund (DOSB) immer bei Olympischen Sommer- und Winterspielen veranstaltet. Teilnehmen dürfen junge Menschen, die sportlich und sozial besonderes Engagement zeigen.

Valentin Ruf zählt zu den 40 Auserwählten. Er ist wahrlich ein außergewöhnlicher junger Mann. Der 16-Jährige aus Kieselbronn ist sportlich sehr aktiv, engagiert sich in vielfältiger Weise ehrenamtlich, hat eine ganze Reihe interessanter Hobbies und ist ganz nebenbei auch noch in der Freiwilligen Feuerwehr und beim Deutschen Roten Kreuz in seinem Heimatort aktiv. Das alles bewältigt Valentin mit beneidenswertem Engagement und immer mit einem strahlenden Lächeln im Gesicht – obwohl er stark gehbehindert ist.

Eine Infektion im Babyalter ist Ursache dafür, dass er auf Gehhilfen, sogenannte Orthesen, angewiesen ist. Außer Haus bewegt er sich mit einem Rollstuhl fort. Dass Valentin sportlich und sozial vorbildlich unterwegs ist, wurde jetzt sogar schon zum zweiten Mal belohnt. Schon 2016 erhielt er eine Einladung ins Paralympische Jugendlager in Rio de Janeiro. Bereits am vergangenen Mittwoch startete der Flieger mit den jungen Leuten zwischen 16 und 19 Jahren in Frankfurt gen Fernost. Im Gepäck von Valentin befindet sich auch ein kompletter Satz der originalen Freizeitkleidung, die von den deutschen Athletinnen und Athleten während der Spiele getragen wird. Darüber freut er sich ganz besonders.

Quartier bezog das Jugendlager in der südkoreanischen Hauptstadt Seoul, wo es in einem YMCA-Hotel untergebracht ist. In Südkorea wartet bis zum 22. Februar ein umfassendes Kultur-, Sport- und Seminarprogramm auf Valentin und seine Gruppe. An sechs Tagen geht es mit einem Schnellzug nach Pyeongchang und Gangneung, um Wettkämpfe der Olympischen Spiele sowie das Deutsche Haus zu besuchen.

„Rio war schon spitze. Aber jetzt freue ich mit total auf Südkorea“, sagte Valentin vor dem Abflug. Da er neben Rollstuhl-Basketball (beim Para-Sportclub Pforzheim) und Para-Cycling auch selbst Para-Alpinsport betreibt (2016 stand er bei deutschen Meisterschaften im Slalom und Riesenslalom sogar auf dem Treppchen), hat er natürlich Karten für die alpinen Wettkämpfe. Aber auch Skispringen, Biathlon, Rodeln und Eiskunstlauf stehen auf seinem Besuchsprogramm. Eine Nacht verbringt Valentin bei einer koreanischen Gastfamilie. „Ich habe sogar ein bisschen die Sprache gelernt. Ein paar Worte kann ich“, lacht er. Als Gastgeschenk sollte er etwas typisch Deutsches mitbringen. „Ich habe mich für Spätzle und Schokolade entschieden.“ Auf den geplanten Ausflug an die geschichtsträchtige Grenze zu Nordkorea freut sich der Schüler des Wirtschaftsgymnasiums an der sonderpädagogischen Stephen-Hawking-Schule in Neckargemünd auch ganz besonders. Und er möchte die Kultur des Landes kennenlernen und sich alte koreanische Tempel ansehen. Architektur ist neben Politik und Fotografie eines der Hobbies von Valentin, der nach dem Abitur – voraussichtlich 2020 – auch Architektur studieren möchte – wenn möglich, in Heidelberg.

Stolze Eltern

Natürlich sind die Eltern Claudia und Manfred Ruf und Schwester Katharina (13) mächtig stolz auf Valentin, der trotz seiner Behinderung so engagiert und aktiv ist, dass man sich manchmal fragt, wie er das alles bewältigt. „Das stimmt schon. Es sollte nicht zu viel werden“, sagt Vater Manfred, betont aber auch: „Das ist mir so lieber, als wenn er den ganzen Tag zu Hause sitzen würde.“ Neben seinen vielfältigen sportlichen Aktivitäten ist Valentin Schülersprecher seiner Schule in Neckargemünd. Er bewirbt sich gerade um ein Mandat im Landesschülerbeirat. Ferner ist er Juniorbotschafter für Doping-Prävention beim DOSB und Jugendvertreter im Württembergischen Behinderten- und Rehabilitationssportverband und der Deutschen Behinderten-Sportjugend. Die Einladung ins Olympische Jugendlager hat er sich wahrlich verdient.

Infos zum Olympischen Jugendlager unter https://olympisches-jugendlager.dosb.de