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Der argentinische Nationalspieler Nicolas Gonzalez will den VfB Stuttgart offenbar verlassen.  Foto: dpa 

VfB-Stuttgart-Angreifer Nicolas Gonzalez will ins Ausland – Hansi Müller fordert Verstärkungen

Stuttgart. Der VfB Stuttgart muss wohl ohne Nicolas Gonzalez planen. „Es war eine großartige Geschichte in Deutschland. Aber jetzt habe ich mich entschieden: Ich will weg, ich will eine Luftveränderung. Ich will Stuttgart verlassen“, sagte der 22 Jahre alte argentinische Angreifer dem italienischen Internetportal tuttomercatoweb.com. Mit dem Club habe er schon gesprochen. Der VfB kommentierte die Aussagen zunächst allerdings nicht.

Angreifer Gonzalez hatte in der vergangenen Saison in der 2. Fußball-Bundesliga 14 Treffer für die Schwaben erzielt und damit maßgeblichen Anteil an der Bundesliga-Rückkehr des Traditionsclubs. Sein Vertrag läuft noch drei Jahre.

Indes rät Ex-Nationalspieler Hansi Müller dem VfB, sich zu verstärken. „Oberstes Ziel muss sein, einen Knipser zu holen“, meint der 62-Jährige. Über Gonzalez sagte Müller: „Insgesamt zeigt er als argentinischer Nationalspieler nicht das, was man erwarten darf.“

Auch defensiv müsse man noch nachrüsten, sagte Müller: „Es braucht einen Abwehrspieler, der heraussticht, den Laden hinten anweist und zusammenhält. Ein Marc Oliver Kempf, Marcin Kaminski oder Atakan Karazor können das nicht oder nur bedingt. Holger Badstuber fehlt hier und da inzwischen die Geschwindigkeit. Generell wird’s brenzlig, wenn schnelle Stürmer kommen.“ Dass die finanziellen Folgen der Corona-Krise die Suche nach Verstärkung erschweren, ist Müller dabei durchaus bewusst. „Das Budget ist begrenzt und der Markt schwierig, das ist klar“, sagte der Europameister von 1980.

Laut Sportdirektor Sven Mislintat stehen dem VfB Stuttgart aktuell rund fünf Millionen Euro für Spielertransfers zur Verfügung.

Dass die Schwaben kommende Saison, anders als in der 2. Liga, nicht mehr Woche für Woche Favorit sind, dürfte ihnen entgegen kommen, glaubt Müller. „Diesen Druck, immer gewinnen zu müssen, hast du als Aufsteiger nicht mehr“, sagte er: „Allerdings brauchst du schon ein gutes Auftaktprogramm, bei dem du punkten und Selbstvertrauen tanken kannst. Wenn du gleich drei, vier dicke Brocken kriegst, hängst du womöglich sofort unten drin und hast doch wieder Unruhe. Generell gilt: Irgendwelche Zukunftsvisionen sollte der VfB erstmal in der Schublade lassen. Es geht erstmal darum, drin zu bleiben, und um nichts anderes.“