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04.12.2015

VfB Stuttgart: Mit Biss gegen Werder Bremen

Zweikämpfe“, „Einstellung“, „Biss auf dem Platz“ - diese Worte spricht Jürgen Kramny deutlich lauter aus als alle anderen Sätze vor seinem Heim-Debüt als Bundesliga-Trainer. Sie sind ihm wichtig. „In diesem Spiel werden Kleinigkeiten entscheiden. Wer vom Kopf her besser in die Partie startet, wer mit Situationen besser umgehen kann und wer mehr Biss auf den Platz kriegt“, betont Kramny vor dem Duell der Kellerkinder gegen Werder Bremen am Sonntag (15.30 Uhr/Sky).

Auf Bremen hat Stuttgart drei Punkte Rückstand. Kramnys Premiere als Bundesliga-Coach am vergangenen Wochenende verlief mehr als unglücklich, beim 1:4 gegen Borussia Dortmund kassierte der VfB die Gegentore Nummer 32 bis 35 in dieser Saison. Kein Team hat mehr Treffer zugelassen. „Die Anzahl ist deutlich zu hoch, da haben wir angesetzt“, berichtet er von seinen Schwerpunkten. „Dortmund hatte extreme Qualität, aber da haben wir auch zu viele Lücken gelassen. Das war das Hauptthema: Kurze Abstände, Kompaktheit.“

Werder: Schwache Abwehr

Kleiner Trost: Bremen ist mit 28 Gegentoren die zweitschlechteste Defensivmannschaft der Bundesliga und hat seit 17 Ligaspielen immer mindestens ein Tor kassiert. „Sie haben ein paar Schwächen, die ich gesehen habe. Es geht für uns darum, Geschwindigkeit auf den Platz zu bekommen“, sagt Kramny. „Wir haben eine Qualität auf dem Feld, die sicherlich Werder Bremen schlagen kann.“

Nach dem 0:4 gegen Augsburg gab es die ersten deutlichen Risse zwischen Fans und Mannschaft, gegen Bremen zählt Kramny aber wieder auf die Unterstützung von den Rängen. „Wir werden versuchen auf die Fans zuzugehen und schon vor dem Spiel ein Zeichen zu setzen“, kündigt Kramny an. „Es wird wichtig sein, dass die Mannschaft den Glauben an die eigene Stärke hat.“

Rückkehr von Sunjic?

Mit welchen Spielern er die Gäste aus Norddeutschland im 99. Bundesliga-Duell der beiden Traditionsmannschaften schlagen möchte, wollte Kramny nicht verraten. Wird es Veränderungen in der Defensive geben, Toni Sunjic anstelle von Georg Niedermeier seinen Platz neben Timo Baumgartl zurückbekommen? „Möglicherweise“, antwortet Kramny. Hat sich der gegen den BVB überzeigende Lukas Rupp trotz der Rückkehr von Serey Die festgespielt in der Stuttgarter Startelf? „Auch das ist möglich.“

Den Vorteil, dass Bremens Trainer Viktor Skripnik den VfB unter Kramny noch kaum beobachten konnte und wenig über die Ideen des 44-Jährigen bekannt ist, scheint der Nachfolger des beurlaubten Alexander Zorniger so lange wie möglich nutzen zu wollen.

Dass er selbst über seine persönliche Zukunft im Ungewissen gelassen wird, stört Jürgen Kramny nach eigener Aussage gar nicht. „Für mich geht es darum, mich auf jedes Spiel zu konzentrieren“, betont er vor der Partie des 15. Spieltages. Die Frage, ob er am kommenden Montag noch Trainer des Fußball-Bundesligisten sei, beantwortet Kramny nicht. „Das ist für mich völlig unwichtig.“

Mögliche VfB-Aufstellung:

Tyton - Schwaab, Sunjic, Baumgartl, Insua - Serey Dié, Gentner - Rupp, Didavi, Kostic - Werner