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Die große Karriere von Mario Gomez endete in Stuttgart mit einer kuriosen Aufstiegsfeier.  Foto: dpa 
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Nicht nur beim Spiel, sondern auch beim anschließenden Aufstiegsjubel fehlte der VfB-Mannschaft hautnaher Kontakt zu den Fans.  Foto: Weller 
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Rund 250 Anhänger feierten die Stuttgarter Rückkehr in die Bundesliga vor der Arena und nahem es mit den Corona-Regeln dabei nicht so genau.  Foto: dpa 

VfB Stuttgart möchte sich oben festsetzen - Aber wie gut ist der Kader?

Stuttgart. Na gut, der VfB Stuttgart steige wieder in die Fußball-Bundesliga auf, aber wie nur habe die Mannschaft das eigentlich geschafft?, fragte kürzlich ein perplexer VfB-Fan auf einer Blog-Seite. Nur ein paar Tage standen zwischen Wut und Jubel. Nach der 1:2-Pleite beim Karlsruher SC schien der Aufstiegsplatz weit weg – doch dann wurde in nur sieben Tagen mit dem 5:1 gegen den SV Sandhausen und dem 6:0 beim 1. FC Nürnberg die Rückkehr in die höchste Fußball-Klasse nahezu perfekt gemacht. Die 1:3-Heimniederlage gegen den SV Darmstadt 98 spielte keine Rolle mehr – die Schwaben wurden Zweitliga-Vizemeister.

Die Fans litten in dieser Saison jedoch gewaltig. Mal waren die an sich hochklassigen VfB-Spieler die Deppen der Liga, doch am Ende jauchzten die Anhänger. Dabei ist das Auf und Ab des Traditionsclubs mit ständigen Trainerwechseln nicht neu. 2016 abgestiegen, gelang dem VfB schon einmal der direkte Wiederaufstieg. Wird sich das junge Team, das nun dasselbe Kunststück schaffte, in der kommenden Runde in der Bundesliga behaupten? Das wird nicht einfach. Denn die Stimmung rund um den Club ist anders als noch vor drei Jahren.

„Mein schönstes Erlebnis im Fußball war der Aufstieg mit dem VfB“, blickte kürzlich der damalige Torjäger Simon Terodde auf die ausgelassene Stimmung in der Mercedes-Benz-Arena zurück. Diesmal blieb alles still – der Corona-Virus ließ in der entscheidenden Zeit nur Geisterspiele zu. Vor der Partie gegen Darmstadt bat der Club die Fans eindringlich darum, dem Cannstatter Stadion fernzubleiben – die Verordnungen erlaubten keine Party mit der Mannschaft. Dennoch feierten nach dem Spiel gegen Darmstadt rund 250 Anhänger vor der Arena.

Das eine oder andere Bierchen durften sich der Vorstandsvorsitzende Thomas Hitzlsperger und Sportdirektor Sven Mislintat gönnen. Sie hatten viel Kritik eingesteckt, als die Spieler das Ziel aus den Augen zu verlieren drohten. Ist der Kader gut genug für höhere Ansprüche? „Das will ich im Moment nicht beantworten“, hielt sich Trainer Pellegrino Matarazzo bedeckt. Und was ist mit den Routiniers? Mit Gonzalo Castro, Holger Badstuber und Daniel Didavi könnten Eckpfeiler bleiben.

Stürmer Mario Gomez verabschiedete sich dagegen – mit einem für ihn typischen Treffer. Er pendelte unscheinbar zwischen den Abwehrlinien, war allerdings einmal am richtigen Ort – und mit letzter Kraft grätschte er den Ball ins Tor. Als er nach 82 Minuten vom Feld ging, gratulierte ihm Schiedsrichterin Bibiana Steinhaus. Für Romantiker Gomez war die letzte Mission erfüllt: „Den Aufstieg widme ich den Fans.“ Was er künftig macht, ist offen: „Die nächsten vier Monate gehören erst einmal meiner Familie.“