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Glückliche Gesichter in Nöttingen, nachdem die Kolinger-Elf Waldhof Mannheim mit 3:2 bezwingen konnte.
Glückliche Gesichter in Nöttingen, nachdem die Kolinger-Elf Waldhof Mannheim mit 3:2 bezwingen konnte. © Hennrich/PZ-Archiv
Strahlende Gesichter in Nöttingen. Links freuen sich Torschütze Neziraj (links) und Vorbereiter Schürg nach dem 1:1. Später erzielte Niklas Hecht-Zirpel (rechts) noch das 2:1. Foto: Hennrich
Strahlende Gesichter in Nöttingen. Links freuen sich Torschütze Neziraj (links) und Vorbereiter Schürg nach dem 1:1. Später erzielte Niklas Hecht-Zirpel (rechts) noch das 2:1. Foto: Hennrich
21.10.2016

Wahnsinn: FC Nöttingen dreht verrücktes Spiel gegen Stuttgarter Kickers

Es ist eine kleine Sensation. Regionalliga-Aufsteiger FC Nöttingen hat am Freitagabend die Stuttgarter Kickers verdient mit 2:1 (0:1) besiegt – vor allem dank einer bärenstarken Steigerung in der zweiten Hälfte. Nach dem 0:1 durch einen Foulelfmeter von Mijo Tunjic (8. Minute) drehten Leutrim Neziraj (66.) und Niklas Hecht-Zirpel (86.) das Fußballspiel. „Wie die Jungs in der zweiten Halbzeit Gas gegeben haben, das war schon grandios“, freute sich Nöttingens Trainer Dubravko Kolinger.

Auf der anderen Seite musste sich der eh schon umstrittene Kickers-Trainer Alfred Kaminski nach dem Spiel wütende Proteste der zahlreich mitgereisten Fans aus der Landeshauptstadt anhören. Kaminski, dessen Stuhl bedenklich wackelt, sprach deutliche Worten nach der ersten Auswärtspleite seines Teams: „Für die Leistung meiner Mannschaft ab der 20. Minute muss ich mich entschuldigen. Das war eine Frechheit. In der zweiten Halbzeit haben meine Jungs Angst gehabt.“

Negativserie ist Geschichte

Mit dem überraschenden Erfolg nach zuletzt fünf Niederlagen in Serie verließ der FC Nöttingen zumindest für einen Tag das Tabellenende der Regionalliga. Doch am kommenden Samstag folgt die schwere Reise zum SV Waldhof Mannheim mit dem Ex-Nöttinger Coach Gerd Dais.

Nöttingen musste auf seinen starken Innenverteidiger Holger Fuchs verzichten, der mit einem Knochenödem am linken Fuß für drei Wochen ausfallen wird. Für Fuchs rückte der junge Sebastian Schönthaler (22 Jahre) in die Innenverteidigung – erstmals in dieser Saison von Beginn an. Gegen den gefährlichen Stuttgarter Abgriff mit dem letztjährigen Torschützenkönig der Regionalliga, Mijo Tunjic, machte er seine Sache mehr als ordentlich.

Die Gäste übernahmen – lautstark angefeuert von rund 300 Fans – zunächst das Kommando. Schon nach vier Minuten lief Tunjic alleine auf Nöttingens Keeper Robin Kraski zu, schlenzte den Ball aber übers Tor. Vier Minuten später schon das 0:1. FCN-Kapitän Timo Brenner brachte Luca Pfeiffer im Strafraum zu Fall. Tunjic verwandelte sicher zur Kickers-Führung. Doch der Anfangselan der Gäste verpuffte alsbald. Nöttingen konnte die Partie mit zunehmender Spieldauer gegen pomadige Gäste ausgeglichen gestalten. In der 39. Minute die bis dahin beste Gelegenheit der Lilaweißen. Michael Schürg setzte sich energisch durch, passte zu Neziraj, doch dessen Schuss aus 14 Metern entschärfte Kickers-Keeper Lukas Königshofer mit einer Glanzparade.

Nach dem Wechsel kämpfte Nöttingen den Gegner, der immer mehr abbaute, nieder. In der 59. Minute hatte Schürg nach einem Zuspiel von Hecht-Zirpel schon den Ausgleich auf dem Fuß. Der fiel dann in der 66. Minute, als Schürg den Ball auf „Leo“ Neziraj legte und dieser flach einschoss. Doch damit nicht genug: Vier Minuten vor dem Ende schlug der eingewechselte Dennis Schneider einen weiten Ball auf Hecht-Zirpel und der verwandelte überlegt aus 16 Metern.

Schneider, der in der Jugend auch bei den Stuttgarter Kickers am Ball war, freute sich riesig über den Erfolg: „Das ist so ein super Gefühl. Wir wussten auch nach fünf Niederlagen in Folge, dass es für uns weiter geht und wir haben immer an uns geglaubt“, sagte der 19-Jährige, der vergangene Saison noch bei den A-Junioren des FCN in der Verbandsliga spielte.