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Nur noch wehmütige Erinnerungen bleiben an gut besuchte Zweitliga-Spiele der Wasserballer im Emma-Jaeger-Bad.  Fotos: Ripberger. J. Keller/PZ-Archiv 
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Spielertrainer Kevin Schneider fiel die Entscheidung nicht leicht. 

Wegen der ungeklärten Bäder-Situation: 1. BSC Pforzheim zieht Mannschaft aus der 2. Liga zurück

Pforzheim. Eigentlich haben die Wasserballer des 1. BSC Pforzheim in der 2. Bundesliga Süd den Klassenerhalt geschafft. Jetzt geht es aber doch zurück in die Oberliga. Freiwillig.

Noch in der laufenden Spielzeit haben die BSC-Verantwortlichen am vergangenen Donnerstag beschlossen, ihre Herrenmannschaft zurückgezogen. Weil der Rückzug noch während der gerade abgelaufenen Saison erfolgte, wird die erste Mannschaft als Absteiger gewertet und kann in der Oberliga spielen. Die zweite Mannschaft tritt weiter in der Verbandsliga an.

Gründe für den weitreichenden Beschluss beim BSC sind vor allem die eingeschränkten Trainingszeiten, die beengten Verhältnisse in der neuen Spielstätte Fritz-Erler-Bad und der hohe Aufwand, den die Spieler in der 2. Liga betreiben müssen.

Gestrichene Trainingszeiten

Die Trainingszeiten sowohl im Herren-, als auch im Jugendbereich haben sich durch die Schließung des Emma-Jaeger-Bades im vergangenen Jahr um ein Drittel reduziert. Der wichtige Trainingstag am Mittwoch musste gestrichen werden. Die noch zur Verfügung stehenden Einheiten am Montag und Freitag konnten angesichts der zeitlichen Nähe zu den Spielen am Wochenende nicht so effektiv genutzt werden, wie man sich das wünschte.

„Wir konnten zwar durch die gute Saisonvorbereitung anfangs noch mithalten, doch bei den späteren Spielterminen im großen Becken waren wir meist chancenlos. Das ergibt auf Dauer weder Sinn, noch macht es Spaß“, so Spielertrainer und Wasserballwart Kevin Schneider, der ergänzt: „Die Entscheidung ist uns nicht leicht gefallen. Es war eine Frage der Vernunft. Wir konnten am Ende sportlich vor allem auswärts nicht mehr mithalten.“ Hinzu kommt, dass das enge Fritz-Erler-Bad nicht annähernd so attraktiv für Zuschauer ist, wie das Emma-Jaeger-Bad. „Und wir wissen nicht, wie lange die Zeit ist, die wir in Notlösungen überbrücken müssen“, sagt Kevin Schneider mit Blick auf die ungeklärte Bädersituation in der Goldstadt.

In der Vergangenheit haben die Pforzheimer Wasserballer ihre Spieler für die Herrenmannschaften immer aus dem eigenen Nachwuchs rekrutiert und damit gestandene Spieler ersetzt, die aus beruflichen Gründen oder altersbedingt nicht mehr zur Verfügung standen. Durch große Trainingsumfänge konnte die Jugend bisher auch immer recht schnell an das Niveau bei den Männern herangeführt werden. Das aber wird nun durch verringerte Trainingszeiten ebenfalls erschwert. Deshalb, so die Überzeugung der Vereinsverantwortlichen, ist ein Einstieg in der Oberliga für Nachwuchsspieler der bessere Weg.

Viel Freizeit geopfert

Zuletzt spielt aber auch der zeitliche Aufwand, den man für die 2. Liga betreiben muss, eine Rolle für den Rückzug der Mannschaft. Durch die weiten Fahrten zu den Spielorten in ganz Süddeutschland mussten die Aktiven einen Großteil ihrer Freizeit an den Wochenenden opfern. Das taten sie ohne finanzielle Gegenleistung, nur aus Leidenschaft und Liebe zum Sport. Die tolle Stimmung im Emma-Jaeger-Bad war immer ein zusätzlicher Anreiz. Auch weil der weggefallen ist, haben einige gestandene Spieler beschlossen, kürzerzutreten. Sie wollen sich verstärkt der Familie oder dem Beruf widmen. Und das ist in der Oberliga einfacher.

Die Mannschaft wird weitgehend zusammenbleiben, verliert aber zwei wichtige Spieler. Alexander Wottschel wechselt studienbedingt zum SV Cannstatt, Bojan Marin folgt ihm, da er weiterhin 2. Liga spielen möchte.