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Ingo Wellenreuther © dpa
03.02.2012

Wellenreuther will Karlsruher Oberbürgermeister werden

Karlsruhe. Ambitionen auf das höchste Amt in Karlsruhe wurden Ingo Wellenreuther schon lange nachgesagt. Am Freitagmorgen machte der Präsident des Fußball-Zweitligisten diese auch offiziell: Er wolle bei der Oberbürgermeisterwahl am 2. Dezember die Nachfolge von Heinz Fenrich antreten, so der CDU-Bundestagsabgeordnete in einer Pressemitteilung.

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Sein Parteikollege Fenrich scheidet aus Altersgründen aus dem Amt. Der 52-jährige Wellenreuther ist allerdings nicht der einzige Kandidat für den Chefposten in der drittgrößten Stadt des Landes und ehemaligen badischen Residenz. Mit Wirtschaftsbürgermeisterin Margret Mergen (50) hat er Konkurrenz aus den eigenen Reihen. Außerdem haben von der SPD Kultusstaatssekretär Frank Mentrup und den Karlsruher Sozial- und Sportbürgermeister Martin Lenz ihr Interesse bekundet. Für die Freien Wähler wird Jürgen Wenzel, für "Gemeinsam für Karlsruhe" Friedemann Kalmbach kandidieren. Bei den Grünen werden Verkehrsstaatssekretärin Gisela Splett und der Karlsruher Bürgermeister Klaus Stapf als Favoriten gehandelt - beide sollen aber bislang keine Ambitionen für den Job gezeigt haben.

Bildergalerie: KSC-Präsident Ingo Wellenreuther will Oberbürgermeister werden

Aus Reihen der KSC-Fans war Wellenreuther bereits in der Vergangenheit vorgeworfen worden, sich durch das Präsidenten-Amt einen Vorteil im etwaigen Oberbürgermeisterwahlkampf verschaffen zu wollen. Jedoch ist der CDU-Kreisvorsitzende bereits länger mit dem heutigen Zweitligisten verbunden: Von 1997 bis 2010 war er Vorsitzender des KSC-Wahlausschusses, ehe er zunächst Not-Präsident und anschließend gewähltes Vereinsoberhaupt wurde.

Laut Medienberichten müsste der KSC sich einen neuen Präsidenten suchen, falls Wellenreuther im Dezember neuer Oberbürgermeister der Fächerstadt würde. Die KSC-Satzung steht dem zwar nicht entgegen, wie auch KSC-Pressesprecher Jörg Bock bestätigt. „Ob man das dann aber auch macht und Herr Wellenreuther das will, ist natürlich eine andere Frage“, so Bock weiter.

„Aufgrund meiner Verwurzelung in Karlsruhe ist es mir ein Herzensanliegen, gemeinsam mit der Bevölkerung die Fortentwicklung meiner Heimatstadt positiv zu gestalten. Deshalb bewerbe ich mich für eine Kandidatur bei der Wahl zum Oberbürgermeister in Karlsruhe und habe die CDU um Vertrauen und um Unterstützung gebeten“, erklärte Ingo Wellenreuther, der bei den Bundestagswahlen 2005 und 2009 das Direktmandat gewonnen hatte.

Ein wichtiges Anliegen sei ihm „der Ausbau Karlsruhes als Wissenschaftsstandort der Weltspitze“. Auf einen möglichen Stadionausbau des KSC ging Wellenreuther in seiner Mitteilung nicht direkt ein. Er erklärte lediglich, dass aus der Karlsruher Wirtschaftskraft „auch ein starkes soziales Netz geknüpft und ein attraktives Sport- und Kulturangebot“ bereit gestellt werden solle. dpa/sw

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