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Neben Einfamilien- und Mietshäusern soll in Dürrn auch ein Netto-Markt entstehen.  Foto: PZ-Archiv 

Häuslebauer in der Region müssen sich gedulden – neue Baugebiete bergen einige Tücken

Mühlacker. Große Probleme verlangen in der der Regel nach pragmatischen Lösungen. Leidet eine Kommune also an zu wenig Wohnraum, ist die Ausweisung neuer Baugebiete ein nachvollziehbarerweise gängiger Schritt. 

Doch pragmatische Lösungen und der in Deutschland legendäre Bürokratismus schließen sich allzu oft aus – und so müssen Häuslebauer oft jahrelang warten, bis sich ihnen die Gelegenheit bietet, endlich loszulegen.

Viele Abstimmungen nötig

In der Region sind derzeit etliche Neubaugebiete geplant. Am Dürrner Ortsausgang gegenüber des Industriegebiets soll beispielsweise bald ein Areal mit dem Namen „Ob dem Obern Dorf“ entstehen. Wie viele Vorarbeiten dies benötigt, sieht man unter anderem daran, dass Jahre vergangenen sein werden zwischen dem Beschluss, das Baugebiet auszuweisen und dem Anrollen der ersten Bagger. Neben Überzeugungsarbeit im Gemeinderat und Gesprächen mit Grundstücksbesitzern sind immer auch Abstimmungen mit übergeordneten Behörden notwendig. Der Weg zum neuen Baugebiet ist also weit – auch wenn der Bedarf unbestreitbar vorhanden ist. Längst gibt es in Dürrn weit mehr Interessenten, als überhaupt Bauplätze in dem neuen Gebiet vorhanden sein werden.

Momentan ist vorgesehen, dass die Planungen für das Gebiet, das auch einen Netto-Markt beherbergen soll, Ende des Jahres abgeschlossen sind und danach zeitnah die Arbeiten zur Erschließung beginnen können. Derzeit laufen unter anderem noch einige Gutachten, beispielsweise in Sachen Artenschutz, Lärm- oder Starkregenschutz.

Senderstadt hat viel vor

In Mühlacker wird sich der Gemeinderat in der kommenden Woche mit dem Neubaugebiet „Pferchäcker“ beschäftigen, das ebenfalls bald Platz für Häuslebauer bieten soll – und auch in anderen Stadtteilen sind Baugebiete zumindest angedacht – beispielsweise in Mühlhausen.

Der Weg ist dort allerdings noch steiniger als andernorts: Denn das südlich des Mühlacker Stadtteils geplante Areal mit dem Namen „Bauerngewand“ kann weder unkompliziert für den Verkehr erschlossen werden – noch begünstigt die unmittelbare Nähe zu einem landwirtschaftlichen Betrieb das Projekt.

Der Fokus der Öffentlichkeit liegt aber vor allem auf dem Ziegelei-Areal, das nicht nur viel Platz für Gewerbe und Supermärkte, sondern auch für (bezahlbaren) Wohnraum bieten soll. Letztlich wird gegenüber des Bahnhofs ein ganz neues Quartier entstehen, wenn die Pläne in der derzeitigen Form umgesetzt werden können.

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Maximilian Lutz

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