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Endlich Zeit fürs schöne Leben

Ein Gartenschlauch genügt - und es kommt bei den Kids viel Freude auf. FOTO: KONSTANTIN YUGANOV - STOCK.ADOBE.COM

Endlich Zeit fürs schöne Leben

Sechs Wochen Freiheit – für Schülerinnen und Schüler ist das der Jackpot des Jahres. Doch mal ehrlich: Die Sommerferien sind längst nicht nur ein Fest für die Jugend.

Freizeit

Auch Erwachsene freuen sich auf die Zeit, in der der Wecker Pause hat, der Alltag einen Gang runterschaltet und das Leben plötzlich nach Eis, Sonnencreme und Grillkohle riecht. 

Sommerferien sind eine Einladung, einfach mal durchzuatmen. Statt Termindruck gibt’s Freibad. Statt Stau im Berufsverkehr lockt der vielleicht einstündige Weg zu den bekannten Baggerseen. Und wer keine Fernreise gebucht hat, entdeckt oft direkt vor der Haustür kleine Paradiese: den schattigen Biergarten, den idyllischen Wanderweg oder den Sonnenuntergang an einem unserer Wasserläufe – sehr zu empfehlen auch die faszinierende Amazonien-Präsentation im Gasometer (siehe unten stehenden Artikel) oder das Sommersprossen-Festival in der Pforzheimer Innenstadt Ende des Monats (siehe Artikel). Auch ein Besuch des Openair-Kinos im Hof des Kulturhauses Osterfeld verspricht einen wunderbaren Abend. An warm-lauschigen Sommernächten ist in diesem Jahr fürwahr kein Mangel. 

Und: Urlaub muss schließlich nicht immer all-inclusive sein – manchmal reicht ein Liegestuhl im eigenen Garten. Für Familien beginnt so die wohl erlebnisreichste Zeit des Jahres. Sandburgen bauen, Wasserschlachten gewinnen, Stockbrot am Lagerfeuer rösten oder spontan ein Picknick veranstalten – bleibende Erinnerungen entstehen selten vor dem Bildschirm. So liefert die Sommerzeit den perfekten Stoff für Geschichten, die noch Jahre später beim Familienfest erzählt werden. 

Auch Großeltern genießen die schulfreie Zeit. Endlich bleibt Muße für gemeinsame Ausflüge mit den Enkeln, fürs Eis auf dem Marktplatz oder für den Zoobesuch. Generationen rücken zusammen, weil plötzlich Zeit das Wertvollste ist – und davon gibt es in den Ferien einfach mehr. 

Die Sommerzeit mit ihren langen Ferien bietet ein ganz besonderes Lebensgefühl. Eine Zeit, in der Uhren langsamer ticken, Flip-Flops die Businessschuhe ablösen und das schlechte Gewissen getrost Urlaub machen darf. Wer die Kunst beherrscht, zwischendurch einfach mal nichts zu tun, hat den Sinn des Sommers verstanden. 

Also: Handy weg, Sonnenbrille auf und raus ins echte Leben. Der Sommer wartet nicht – und ehe man sich versieht, steht schon wieder der erste Schultag vor der Tür. Bis dahin gilt: genießen, lachen, auftanken. Denn die schöne Sommmerzeit beginnt eben oft genau dort, wo der Alltag endet. WALTER KINDLEIN

Sommersprossen: das pure kreative Vergnügen

Pforzheim bekommt wieder Sommersprossen – und nein, diesmal hilft keine Sonnencreme. Am Freitag, 31. Juli und am Samstag, 1. August verwandelt das Straßentheaterfestival die Innenstadt in eine riesige Open-Air-Bühne, auf der Akrobatik, Comedy, Musik und spektakuläre Inszenierungen den Alltag kurzerhand von der Straße fegen.

Künstlerinnen und Künstler aus neun Nationen zeigen, dass Kultur weder Samtvorhang noch Theatersessel braucht – Asphalt reicht völlig. Der Eintritt? Kostenlos. Die Unterhaltung? Unbezahlbar. Und das Beste: Das Festival verwandelt Straßen und Plätze in eine große Bühne, auf der Überraschungen hinter jeder Ecke warten. 

Zu den absoluten Highlights zählt die luftige Elektro-Oper „Odyssée verticale“ der französischen Compagnie Transe Express: Artistik in 44 Metern Höhe, Live-Musik und ein Lichtspektakel, das selbst eingefleischte Stubenhocker nach draußen lockt. Ebenfalls ein Hingucker: „Wild“ von Motionhouse – eine mitreißende Mischung aus Tanz, Zirkus und Naturerlebnis – sowie „A way“ von Cirque on Edge, eine poetische Performance über Mut und Zusammenhalt. 

Kurz gesagt: Die Stadt trägt Sommersprossen von feinster Anmutung – und die stehen ihr verdammt gut. Wer sich darauf einlässt, nimmt nicht nur schöne Bilder mit nach Hause, sondern auch das Gefühl, dass Kultur mitten im Leben Fuß gefasst hat. WALTER KINDLEIN