Schwacher Harnstrahl, häufiger Harndrang oder ungewollter Urinverlust können unterschiedliche Ursachen haben. Dr. med. Philipp Buchgeister, Oberarzt der Klinik für Urologie und stellv. Leiter des Onkologischen Zentrums am Siloah St. Trudpert Klinikum, erklärt am Mittwoch, 14. Oktober um 18 Uhr im Siloah Forum, wie die Urologie Beschwerden abklärt und welche Behandlungsmöglichkeiten heute zur Verfügung stehen.
Schwacher Harnstrahl, häufiger Harndrang oder ungewollter Urinverlust können den Alltag von Männern erheblich beeinträchtigen. Trotzdem sprechen viele nur ungern über Beschwerden beim Wasserlassen. Dabei lassen sich die Ursachen häufig gut behandeln, wenn Betroffene die Symptome frühzeitig abklären lassen. „Probleme beim Wasserlassen haben ganz unterschiedliche Ursachen. Deshalb ist es wichtig, die Beschwerden genau zu betrachten und nicht vorschnell auf eine bestimmte Erkrankung zu schließen“, sagt Buchgeister. Häufig steckt eine gutartige Vergrößerung der Prostata dahinter. Sie kann die Harnröhre einengen und dadurch die Blasenentleerung erschweren. Auch eine Verengung der Harnröhre selbst kann den Harnfluss beeinträchtigen.
Eine Blasenschwäche kann wiederum verschiedene Auslöser haben. Dazu gehören unter anderem bestimmte Erkrankungen oder Folgen operativer Eingriffe. Je nach Ursache und Beschwerden wählen die Urologen unterschiedliche Untersuchungen und Therapien. Neben konservativen und operativen Verfahren kommen auch Medikamente zum Einsatz. „Wir haben heute verschiedene Möglichkeiten, Beschwerden beim Wasserlassen gezielt zu behandeln. Entscheidend ist, die Therapie auf die Ursache und die individuelle Situation des Patienten abzustimmen“, erklärt Buchgeister.
Auch moderne bildgebende Verfahren helfen dabei, Beschwerden genauer einzuordnen. Bei Prostatabeschwerden kann beispielsweise eine Magnetresonanztomographie zusätzliche Informationen liefern. Auffällige Veränderungen lassen sich dadurch genauer beurteilen und weitere diagnostische oder therapeutische Schritte gezielter planen. Auch Künstliche Intelligenz unterstützt inzwischen bei der Auswertung von Ultraschall- und MRT-Bildern. pm
