Neben dem Bundesministerium sind noch mehrere renommierte Forschungseinrichtungen und Planungsbüros beteiligt. Zu den Partnern zählen unter anderem das Fraunhofer-Institut für Bauphysik (IBP) sowie das Institut für Solarenergieforschung Hameln (ISFH).
Das Gebäude bietet 19 Wohnungen mit einer Gesamtwohnfläche von 1450 Quadratmetern. 15 Tiefgaragenstellplätze plus sieben Außenstellplätze stehen den Bewohnern für ihre Fahrzeuge zur Verfügung.


Während andere energetische Konzepte Blech- und Glasfassaden zur Wärmegewinnung nutzen, werden an der Redtenbacherstraße in Beton eingelassene Feinkapillarsysteme zur Wärmegewinnung genutzt. Gerade mal drei Millimeter beträgt der Querschnitt der einzelnen Röhren. Bestückt wurden jeweils die Ost- und Westflächen der Fassade der Gebäudefassade. Und dies ohne das aufwendige Bohren von Löchern in den Untergrund, wie bei der Nutzung von Erdwärme notwendig. Weiterer Vorteil: Die Wärmepumpe kann in Kellerräumen eingebaut werden, ohne optisch-ästhetische oder akustische Beeinträchtigungen für die Umgebung.
Wie Bau- und Grund-Technikchef Lothar Hein erläutert, reagieren die Feinkapillarsysteme bereits bei sehr niederen Temperaturen und geben die Energie an die Wärmepumpe in besagten Kellerräumen weiter. Dies reiche aus, um eine natürliche Wärmeversorgung der Wohnungen durch den Sommer zu gewährleisten. Mit den Ergebnissen des ambitionierten Projektes sei man jedenfalls sehr zufrieden.
Dazu war es allerdings notwendig, die technischen Anlagen nach zahlreichen Messungen immer wieder nachzujustieren. Hierzu wurden mehrere Wohnungen mit entsprechender Technik und Messgeräten ausgestattet. Die gewonnenen Daten der Wohnungen und der gesamten Technik werden über mehrere Jahre hinweg auch weiterhin gemessen und ausgewertet, um die wertvollen Praxisdaten zu gewinnen. Ist es doch das Ziel des Projektes, praxisnahe Handlungsleitfäden und Fachhandbücher zu erstellen, um die Anwendung solarthermisches Fassadensystem im Bauwesen nachhaltig zu fördern. Insbesondere Fachingenieure und Handwerker können dann auf dieses erprobte Wissen zurückgreifen. Ende des Jahres soll die Erprobungsphase endgültig beendet sein. WALTER KINDLEIN
Die Ziele des Forschungsauftrages

Die Erprobung und Analyse von Fassadenmodulen zur Wärmegewinnung mit Sonnenenergie – dies unter realen Bedingungen – steht im Mittelpunkt des Forschungsauftrages. Folgende Merkmale sollen besonders überzeugen:
– geringer Planungs- und Installationsaufwand (auch „Plug & Play“ genannt)
– hervorragende architektonische Qualitäten
– minimierter Wartungsbedarf
– verbesserte Wirtschaftlichkeit
