Für den schnellen Blick auf die Uhrzeit genügt heute meist das Smartphone. Dennoch entscheidet sich manch ein „Zeitgenosse“ ganz bewusst für eine mechanische Armbanduhr. Neben der Zeitanzeige setzt diese ein modisches Statement und bietet dem Träger faszinierende Feinmechanik am Handgelenk.
Wer sich intensiv mit Uhren auseinandersetzt, kommt an der Pforzheimer Firma Laco nicht vorbei. Die traditionsreiche Manufaktur blickt inzwischen auf eine über 100-jährige Geschichte zurück und ist vor allem für ihre Fliegeruhren bekannt, deren charakteristisches Design auf Vorbilder aus den 1940er-Jahren zurückgeht. Im vielseitigen Produktportfolio findet sowohl der tägliche Uhrenträger als auch der Sammler exklusiver Modelle sein Lieblingsstück, etwa die imposante Beobachtungsuhr mit historisch bedingten 55 Millimetern Durchmesser.
Seit der Gründung fest in der Stadt verwurzelt, kennen viele Pforzheimer die Marke wohl noch aus früheren Jahrzehnten, als das Unternehmen noch deutlich größer aufgestellt war. In den 1980er-Jahren zog Laco vom einstigen Firmensitz, dem heutigen Finanzamt, auf die Wilferdinger Höhe. Dort entstehen heute in einem kleinen Team mechanische Uhren, geprägt von handwerklichem Können, Erfahrung und Präzision. Qualität statt Quantität lautet die Maxime.
Jede Laco wird dabei in präziser Handarbeit mit viel Liebe zum Detail montiert. Das ermöglicht einen hohen Grad an Individualisierung. Zur Wahl stehen persönliche Gravuren, andere Gläser und modifizierte Uhrwerke, die die ohnehin gute Ganggenauigkeit nochmals erhöhen. Als technische Basis dienen bewährte Uhrwerke aus Japan oder der Schweiz. Charakteristisch für die kleine, unabhängige Manufaktur sind die kurzen Wege. Uhrmacherei, Produktentwicklung und Kundenberatung arbeiten eng zusammen. So fließen technisches Fachwissen und Rückmeldungen aus dem Austausch unmittelbar in die Arbeit und Entwicklung neuer Modelle ein.
Ob auf Messen, am Telefon oder auf YouTube: Aufgrund des kleinen Teams begegnet man bei Laco häufig denselben Ansprechpartnern. Für viele Uhrenfreunde werden die Mitarbeitenden dadurch zu bekannten Gesichtern und Laco als Marke persönlich und nahbar. Auch im Showroom auf der Wilferdinger Höhe stehen die persönliche Begegnung und individuelle Beratung im Mittelpunkt. Dabei kommen längst nicht nur Besucher aus Pforzheim und der Region: „Wir begrüßen Interessenten aus der ganzen Welt – Amerikaner während einer Rundreise, Soldaten aus Ramstein oder Besucher aus Hongkong, die gezielt den Weg zu uns suchen“, erzählt Marketingmanagerin Sarah Ruhmann.
Einmal pro Quartal öffnet Laco die Türen zu einer Werksbesichtigung. Zur Wahl stehen ein Termin am Vormittag und am Nachmittag. Dabei erhalten die Gäste Einblicke in die Geschichte der Manufaktur, besichtigen die Produktion und können sich persönlich mit den Uhrmachern austauschen.
„Viele wissen nicht, dass sie bei uns einfach im Showroom vorbeikommen können“, sagt Ruhmann. „Dabei freuen wir uns über jeden, der sich für Uhren interessiert. Egal, ob jemand schon lange sammelt oder einfach neugierig ist und sich umschauen möchte.“ Sommer
