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Heißer Rost im Frost

Kühl sollten beim Wintergrillen nur die Getränke sein. FOTO: PETER ATKINS - STOCK.ADOBE.COM

Heißer Rost im Frost

Sommer, Sonne, Spareribs - Grillen ist vom Sommer nicht zu trennen. Aber warum nicht auch im Winter Fleisch, Fisch und Gemüse draußen brutzeln? Wintergrillen: das kaltkulinarische Abenteuer.

Freizeit

Anja Würfls Leidenschaft ist das Grillen, und das hat für sie ganzjährig Saison. „Ich liebe den Winter, ich liebe das Grillen, deshalb ist die Kombination aus beidem für mich ein Highlight“, sagt die Gründerin des BBQ und Food Magazins „Die Frau am Grill“. „Ich erlebe die Jahreszeit viel intensiver.“ 

„Wintergrill-Pionier“ Tom Heinzle hat bereits zwei Kochbücher dazu verfasst. Er setzt dabei auf regionale und saisonale Produkte. So landen bei ihm zur kalten Jahreszeit etwa Kohl und Rote Bete auf dem Rost. Und auch Wild gehört regelmäßig dazu. Im Sommer legt Heinzle Obst und Gemüse ein, so wie man es im Norden macht, um im Winter Vorräte zu haben.

„Gerade Wild gibt es regional und ist bei mir fester Bestandteil beim Wintergrillen“, sagt er. Wild wurde früher meist in Rotwein ertränkt, dazu gab es Rotkohl und Knödel. Die moderne Wildküche lebt laut Heinzle heute von Einflüssen aus anderen Ländern, es lässt sich etwa auch mediterran oder mit japanischen Elementen zubereiten. Heinzle schwärmt jedenfalls von einem der besten regionalen Lebensmittel – ohne Massentierhaltung und schädliche Medikamente. 

Wärmende Gewürze und Eintöpfe

Neben Wild arbeitet der Grillexperte im Winter statt mit Spareribs mit dunklen Fleischsorten wie Rind oder Lamm, ein ganzes Ribeye oder Roastbeef, ein ganzer Lachs. Und die verwendeten Gewürze sind kräftig und wärmend: Vanille, Zimt, Piment, Chili, Ingwer oder Nelke. Als Beilagen eignen sich sättigendes Gemüse wie Beten, Kohl, Äpfel oder Birnen.

Anja Würfl wiederum empfiehlt, Eintöpfe wie Irish Stew oder einen Schaschliktopf auf dem Grill zuzubereiten. „Es macht besonders Spaß, wenn man draußen isst und der Eintopf von innen wärmt“, sagt sie. Die Töpfe, die Sie dafür verwenden, sollten die Hitze gut aufnehmen und halten können. Am besten eignen sich gusseiserne Töpfe oder ein Feuertopf (Dutch Oven). 

Grillen mit Deckel für mehr Hitze

Was die Technik betrifft, sollte der Grill einen Deckel haben, sonst geht die Hitze verloren. „Man braucht mehr Energie, um den Außentemperaturen zu trotzen“, sagt Würfl. Verwenden Sie mehr Grillkohle oder drehen Sie bei Gas höher. Gasschläuche sollten Sie isolieren, damit sie nicht einfrieren können. 

Windgeschützt, aber gut belüftet

Suchen Sie sich einen windgeschützten Bereich zum Grillen. Würfl warnt jedoch davor, den Grill in den Raum oder weiter auf die Terrasse ziehen zu wollen: „Immer wieder kommt es zu Kohlenmonoxidvergiftungen, weil in nicht gut belüfteten Räumen gegrillt wird.“ Prüfen Sie zudem vorab, ob der Grillplatz frei ist oder sich unter dem Terrassendach Eiszapfen gebildet haben. BERNADETTE WINTER


Deftiges vom Grill

Im Gespräch mit PZ-Redakteur Walter Kindlein spricht Tim Burger übers Wintergrillen

FOTO: BURGER
FOTO: BURGER

Wintergrillen wird wohl immer beliebter. Stimmt da mein Eindruck?

Ja, absolut – Wintergrillen liegt im Trend, viele genießen das gemütliche Grillen auch bei Kälte, am Grill ist es ja das ganze Jahr gemütlich warm. 

Werden in der kalten Jahreszeit andere Leckereien gegrillt als an einem lauschigen Sommerabend?

Ja, im Winter kommen eher deftige Speisen wie Braten, Wild, Schmorgerichte oder ganze Festtagsmenüs auf den Grill statt leichter Sommergerichte. Aber eine Bratwurst darf auch beim Wintergrillen nicht fehlen. 

Ihr Unternehmen floriert – warum sind Sie auf dem Pforzheimer Weihnachtsmarkt mit von der Partie?

Wir sind bereits über zehn Jahre auf dem Pforzheimer Weihnachtsmarkt mit dabei. Als wir mit dem Weihnachtsmarkt begonnen haben, war es im Winter im Grillgeschäft ruhiger als im Sommer. Daraus entstand die Idee, den Weihnachtsmarkt mit Glühwein, Leckerbissen von unseren Grills und Feinkostprodukten zu bereichern.