Christian Ulmen und Collien Ulmen-Fernandes
Christian Ulmen und Collien Ulmen-Fernandes vor ihrer Trennung.
picture alliance/dpa | Carsten Koall
Deutschland
„Du hast mich virtuell vergewaltigt“: Schauspielerin Collien Fernandes erhebt schwere Vorwürfe gegen ihren Ex-Mann Christian Ulmen

Es ist aktuell das bestimmende Gesprächsthema der Millennial-Generation: die Recherche des „Spiegels“, wonach die Schauspielerin und Moderatorin Collien Fernandes (44) ihren ebenfalls prominenten Ex-Mann Christian Ulmen (50) wegen „virtueller Vergewaltigung“ angezeigt hat. Auf ihrem Instagram-Profil äußerte sich Fernandes inzwischen auch selbst zu dem Vorgang.

Die Vorermittlungen werden auf Mallorca geführt, dem letzten gemeinsamen Wohnort des langjährigen Paares, dessen Ehe-Aus im Herbst 2025 publik wurde. 15 Jahre lang galten die beiden als Traumpaar der deutschen Medienbranche, sie heirateten 2011, haben eine gemeinsame Tochter. Der Traum ist zerplatzt – mit einem Donnerknall.

Jahrelang hatte Fernandes gegen Onlinemissbrauch gekämpft, dies auch öffentlich gemacht, bereits im Herbst 2024 in Berlin Strafanzeige gegen Unbekannt erstattet. Es ging um die Frage, wer unter ihrem Namen Fake-Profile auf Sozialen Netzwerken angelegt, sich dort als sie ausgegeben und sich mit Männern zum Telefonsex verabredet hat? Und wer hat pornografische Bilder und Videos verschickt, in denen Frauen dargestellt sind, die aussehen wie sie selbst? Laut dem „Spiegel“ kursieren im Internet seit Jahren Hunderte gefälschte Pornoaufnahmen, die angeblich Fernandes zeigen. Es seien Fotos und Videos, die auf dubiosen Plattformen hochgeladen wurden und dort zwischen anderem Hardcore-Material zu finden seien. Unter den Aufnahmen befänden sich auch sogenannte Deepfakes, die mithilfe von KI erzeugt wurden.

Laut „Spiegel“ will Fernandes an Weihnachten 2024 herausgefunden haben, was ihr Leben wohl für immer verändern sollte: Nachdem sie Anzeige erstattet habe, soll Ulmen ihr gegenüber gestanden haben: „Ich war das, ich habe das getan“, so Fernandes gegenüber dem „Spiegel“.

„Es geht um den Vorwurf körperlicher Übergriffe, ganz analog. Und es geht um geklaute Identitäten im Internet, um angeblich authentische Pornoaufnahmen. Um eine neue Form digitaler Gewalt, auf die das deutsche Recht und die Behörden kaum vorbereitet sind – was den Fall weit über das Private hinaus relevant macht“, schreibt das Medium über die Schilderungen der Schauspielerin.

Laut dem Portal T-online hat inzwischen der Oberste Gerichtshof der Balearen das Ermittlungsverfahren gegen Ulmen bestätigt, das am 2. Dezember 2025 eingeleitet worden sei. Die Ermittlungen leite demnach die „Abteilung für Gewalt gegen Frauen“ am Bezirksgericht Palma. Eine Sprecherin des Gerichts hat gegenüber der Plattform bestätigt: „Die Klägerin hat Anzeige wegen mutmaßlicher widerrechtlicher Aneignung des Personenstands, Geheimnisverrats, öffentlicher Beleidigung, wiederholter Misshandlung und schwerer Drohungen erstattet.“ Wie es weitergeht, ob die Behörden etwa Anklage gegen Ulmen erheben oder das Verfahren gegen ihn einstellen, ist derzeit laut „Spiegel“ offen. Für Ulmen gilt die Unschuldsvermutung.

Er hat sich bisher auf Presseanfragen hin nicht zu den Anschuldigungen geäußert. Indessen ziehen bereits Dritte Konsequenzen: Laut Medienberichten hat ProSieben die Comedy-Serie „Jerks“ aus der Mediathek gelöscht, in der Ulmen und Fernandes ein geschiedenes Paar mimen. Werbepartner sollen bereits reagiert haben, zahlreiche prominente Kollegen haben Fernandes öffentlich Respekt bekundet und ihre Solidarität zugesichert.

Ulmens Medienanwalt hält die Berichterstattung des „Spiegel“ über den Schauspieler für unzulässig: „Die Berichterstattung ist nach summarischer Überprüfung aus mehreren Gründen rechtswidrig. Wir sind daher auch beauftragt, gegen den ‚Spiegel‘ rechtliche Schritte einzuleiten.“ Es würden weiterhin „unwahre Tatsachen aufgrund einer einseitigen Schilderung“ verbreitet.