Nerzzucht in Dänemark
Jahrzehntelang wurden in Dänemark Millionen Nerze in kleinen Käfigen gehalten. (Archivbild)
Mads Claus Rasmussen/Ritzau Scanpix/AP/dpa
Wissen: Lexikon
Dänemark stoppt Nerzzucht

Wenn im kommenden Jahr ein EU-weites Verbot der Nerzzucht in Kraft tritt, will Dänemark keine Ausnahmeregelung beantragen. Damit endet die Zucht der Pelztiere nach einer Übergangsfrist von zwei Jahren spätestens 2029. «Ein Wirtschaftszweig sollte nicht allein deshalb fortbestehen, weil es ihn schon lange gibt», sagte der zuständige Minister für Natur und Tierwohl, Christian Rabjerg Madsen, laut einer Mitteilung. «Er muss auch für die Gesellschaft, die Wirtschaft und die Tiere sinnvoll sein.»

Die Regierung habe sich für den Tierschutz entschieden - und daher beschlossen, keinen Antrag auf eine Ausnahmeregelung einzureichen, wie es die Vorgängerregierung ursprünglich geplant hatte. Das EU-Verbot der Nerzhaltung tritt demnach am 7. August 2027 in Kraft.

Skandal um Massenkeulung von Nerzen in der Corona-Pandemie

Dänemark zählte früher zu den führenden Ländern bei der Nerzzucht - der Erwerb hat in dem Land eine lange Tradition. In der Corona-Pandemie hatte Regierungschefin Mette Frederiksen aus Sorge vor einer Mutation des Virus im November 2020 aber verkündet, dass alle mehr als 15 Millionen Nerze in dem Land getötet werden sollten.

Wie sich später allerdings herausstellte, fehlte der Regierung für die Entscheidung zu dem Zeitpunkt die Rechtsgrundlage. Die Halter mussten teuer entschädigt werden. Das löste eine riesige Debatte aus. 2023 wurde die Nerzzucht in viel kleinerem Ausmaß wieder aufgenommen. Inzwischen gibt es nur noch sieben Nerzfarmen in Dänemark.

Im Sommer 2025 kam der Nerz auf die EU-Liste invasiver Arten. Dänemark stimmte damals gegen die EU-Verordnung, die die Zucht und Produktion von Nerzen verbietet.

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