Im Handwerk spielen Tradition, körperliche Arbeit und Präzision seit vielen Jahrhunderten eine entscheidende Rolle. Wenn man allerdings heute beispielsweise in einen Elektroinstallationsbetrieb, Heizungsbetrieb oder eine Schreinerei geht, dann sieht man in den Werkstätten immer häufiger längst nicht nur Kabeltrommeln, Rohrzangen oder verschiedene Hobel.
Vielmehr haben in den Werkstätten, in den betrieblichen Fahrzeugen und in den Werkzeugkoffern Smartphones, Tablets und Laptops einen festen Platz gefunden. Die Digitalisierung hat mittlerweile immer mehr auch das Handwerk erreicht und verändert den Berufsalltag in vielen verschiedenen Bereichen.
In der heutigen Zeit stellt die Digitalisierung schon lange keine Notwendigkeit mehr dar, sondern hat sich zu einer Notwendigkeit entwickelt, um bei steigenden Kundenanforderungen und gleichzeitigem Fachkräftemangel trotzdem wettbewerbsfähig zu bleiben. Immer mehr Handwerksbetriebe erkennen, dass die eigene Effizienz in großem Maß längst nicht mehr nur auf der Baustelle entschieden wird. Vielmehr spielt auch die Kommunikation im Büro eine immer entscheidendere Rolle.
Wer sich eingehender mit den neuen Möglichkeiten durch die Digitalisierung auseinandersetzen will, findet viele interessante Strategien und Informationen auf einem Portal zur Digitalisierung im Handwerk durch Software, Apps und Cloud, welches für Betriebe im Handwerk immer mehr zur wichtigen Anlaufstelle in eine noch digitalere Zukunft wird.
Effiziente Büroorganisation: Das Ende der Zettelwirtschaft
Mit den größten Hebel bringt die Digitalisierung auch bei Handwerksbetrieben in der Verwaltung mit sich. In der Vergangenheit stapelten sich dort auf den Schreibtischen nicht selten Materiallisten, Stundenzettel und Lieferscheine und verursachten häufig ein überschaubares Chaos. Heutzutage werden in der Verwaltung immer häufiger moderne ERP-Systeme (Enterprise Resource Planning) eingesetzt, die passgenau auf die Bedürfnisse und Anforderungen im Handwerk zugeschnitten sind.
Durch den Einsatz einer zentralen Softwarelösung werden in einem Handwerksbetrieb alle relevanten Prozesse von der Kundenanfrage über die wichtige Kalkulation bis zur abschließenden Rechnungserstellung in einem System abgebildet. Dadurch haben Betriebe den Vorteil, dass Daten in der Regel nur einmal in das genutzte System eingetragen werden müssen. So fließt in ein Angebot beispielsweise ein einmal vermerktes Aufmaß automatisch in die Angebotserstellung ein und nach dem Abschluss der Arbeiten kann dann ohne großen Aufwand eine Rechnung erstellt werden.
Die Baustelle in der Hosentasche: Applikationen als digitale Werkzeuge nutzen
Im Handwerk findet die digitale Revolution allerdings vor allem auch vor Ort beim Kunden in der Wohnung statt. Mobile Applikationen haben aus dem Smartphone inzwischen einen kleinen Minicomputer für das digitale Handwerk gemacht. Durch den Einsatz von speziellen Aufmaß-Apps können beispielsweise Räume per Handykamera oder Laser millimetergenau erfasst und automatisch in die verwendete Planungssoftware übertragen werden.
Stark verändert hat sich im Handwerk ebenfalls die Dokumentation. Verbaute Materialien, Baufortschritte oder Mängel werden ohne großen Aufwand fotografiert und durch eine kleine Notiz ergänzt. Die Kunden quittieren die geleistete Arbeit dann auch nicht mehr auf einem Durchschlagblock oder einem Lieferschein, sondern durch eine digitale Unterschrift auf einem Display eines Smartphones oder Tablets.
All diese Daten werden ins Büro übertragen, und zwar in Echtzeit, und dadurch ist beispielsweise die Dokumentation bereits abgeschlossen, wenn die Mitarbeiter die Baustelle verlassen. Dadurch kann theoretisch am gleichen Tag die Rechnung erstellt und ebenfalls digital an die jeweiligen Kunden verschickt werden.
Die Cloud ermöglicht Zusammenarbeit in Echtzeit
Hinter den verschiedenen Anwendungen bei der Digitalisierung steht in vielen Fällen im Hintergrund eine Cloud-Technologie. Solche Cloud-Lösungen machen es in einem Handwerksbetrieb möglich, dass alle Mitarbeiter, ob beim Kunden, in der Werkstatt oder im Backoffice, auf den gleichen aktuellen Datenbestand zurückgreifen können. Kommt es beispielsweise mal zu einer Terminänderung bei einem Kunden, dann kann eine Anpassung im Kalender vorgenommen werden, die sofort auf allen anderen Geräten in der Firmen-Cloud aktualisiert wird.
Darüber hinaus bietet eine Cloud im Vergleich zu lokalen Servern in kleineren Betrieben häufig deutlich mehr Sicherheit. Bei der Nutzung von professionellen Rechenzentren werden Kundendaten und andere sensible Daten bestmöglich vor Cyberangriffen oder Verlusten durch Hardwaredefekte geschützt. In einem Handwerksbetrieb sorgt eine Cloud für mehr Flexibilität und dadurch kann der Inhaber beispielsweise am Wochenende auch mal bequem von zu Hause die anstehende Woche planen und muss nicht extra wieder ins Büro fahren. Wichtig ist bei der Digitalisierung allerdings, dass man immer über eine gute Internetverbindung verfügt, um dann auch von überall auf die digitalen Systeme und Tools zugreifen zu können. Unterm Strich bietet Digitalisierung dem Handwerk viele neue Möglichkeiten, um die eigenen Abläufe zu optimieren und sich besser für die Zukunft aufzustellen.

