Manuelle Etikettierung – Vorteile und Grenzen
Die manuelle Etikettierung hat durchaus ihre Berechtigung. Bei kleinen Chargen oder in der Startphase eines Unternehmens ist sie flexibel und erfordert keine großen Investitionen. Ein Mitarbeiter, ein Etikettenspender, fertig.
Doch diese Flexibilität hat ihren Preis. Menschen machen Fehler – ein falsch platziertes Etikett, eine verwechselte Charge, ein unleserlicher Aufdruck. In der Lebensmittelbranche können solche Fehler schwerwiegende Folgen haben: Rückrufaktionen, Bußgelder, Imageschäden.
Mit wachsendem Volumen wird die manuelle Etikettierung schnell zum Engpass. Die Produktionslinie wartet, während Etiketten aufgeklebt werden. Überstunden häufen sich, die Fehlerquote steigt mit der Ermüdung.
Automatische Etikettierer – mehr als nur Geschwindigkeit
Automatische Etikettiersysteme arbeiten präzise, konstant und ermüdungsfrei. Sie integrieren sich in bestehende Produktionslinien und etikettieren Produkte im Durchlauf – ohne Unterbrechung, ohne Qualitätsschwankungen.
Doch Geschwindigkeit ist nur ein Aspekt. Automatische Systeme bieten auch höhere Präzision. Etiketten werden exakt positioniert, Codes korrekt aufgedruckt, Daten automatisch übernommen. Das minimiert Fehler und schafft Nachverfolgbarkeit – entscheidend in regulierten Branchen wie der Lebensmittel- oder Pharmaindustrie.
Moderne Etikettierer wie beispielsweise die Systeme von INTREX, lassen sich flexibel konfigurieren. Verschiedene Etikettenformate, wechselnde Produkte, variable Daten wie Mindesthaltbarkeitsdatum oder Chargennummern – all das lässt sich per Software steuern.
Der Wendepunkt – wann sich die Investition rechnet
Die Frage nach dem richtigen Zeitpunkt lässt sich nicht pauschal beantworten. Es gibt jedoch klare Indikatoren, die für einen Umstieg sprechen.
Erstens: das Volumen. Wer täglich mehrere hundert Produkte etikettiert, verbrennt mit manuellen Prozessen wertvolle Arbeitszeit. Diese Zeit kostet Geld – oft mehr, als die Anschaffung eines Etikettierers.
Zweitens: die Fehlerquote. Jedes falsch etikettierte Produkt verursacht Kosten. Im Lebensmittelbereich können fehlerhafte Etiketten rechtliche Konsequenzen nach sich ziehen.
Drittens: das Wachstum. Wer plant, seine Produktion zu skalieren, sollte frühzeitig in skalierbare Prozesse investieren.
Viertens: die Anforderungen. Branchen wie die Lebensmittelindustrie verlangen lückenlose Rückverfolgbarkeit. Automatische Systeme erfüllen diese Anforderungen zuverlässiger als manuelle Prozesse.
Lebensmittelindustrie – ein Paradebeispiel
Gerade in der Lebensmittelproduktion zeigt sich der Mehrwert automatischer Etikettierer besonders deutlich. Hier treffen hohe Stückzahlen auf strenge gesetzliche Vorgaben. Jedes Produkt muss korrekt gekennzeichnet sein – mit Zutaten, Allergenen, Nährwerten, Herkunftsangaben und Haltbarkeitsdaten.
Manuelle Prozesse stoßen hier schnell an ihre Grenzen. Ein einziger Fehler bei der Allergendeklaration kann eine ganze Charge unbrauchbar machen. Automatische Etikettierer hingegen übernehmen die Daten direkt aus dem Warenwirtschaftssystem und drucken sie fehlerfrei auf das Etikett. Die Rückverfolgbarkeit ist gewährleistet, die Dokumentation erfolgt automatisch.
Auch die Hygieneanforderungen spielen eine Rolle. Moderne Etikettiersysteme sind für den Einsatz in Produktionsumgebungen konzipiert, in denen Sauberkeit oberste Priorität hat. Edelstahlgehäuse, leicht zu reinigende Oberflächen und geschützte Mechanik gehören zum Standard.
Fazit – eine Entscheidung mit Weitblick
Die Umstellung von manueller auf automatische Etikettierung ist eine Investition, die sich rechnen muss. Für kleine Betriebe mit überschaubarem Volumen und einfachen Anforderungen kann die manuelle Variante weiterhin sinnvoll sein. Doch sobald Wachstum, Qualität oder regulatorische Anforderungen ins Spiel kommen, führt kaum ein Weg an Etikettiersystemen vorbei.
Entscheidend ist, die eigenen Prozesse ehrlich zu analysieren. Wo entstehen Engpässe? Wie hoch ist die Fehlerquote? Welche Anforderungen werden künftig steigen? Wer diese Fragen beantwortet, findet auch die richtige Lösung – und macht aus dem Etikettieren einen Wettbewerbsvorteil statt eines Bremsklotzes.

