Sich Zeit nehmen, Verweilen, den Ort kennen lernen und in ihn eintauchen – das Konzept des Slow Travel trifft den Zeitgeist mit purer Entschleunigung. Foto: fotolia.de © olezzo #106388359

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Reisetrend: Slow-Travel – Die Reise unter den Urlauben

Es gibt ja solche, die planen ihren Urlaub minutiös durch. Da ist zwei Monate vor Abflug bereits klar, um wie viel Uhr und in welchem Restaurant am dritten Urlaubstag zu Abend gegessen wird, wann die Wanderung am fünften Tag losgeht und auch das Taxi für die Fahrt zum Flughafen für den Zwischenflug ist bereits gebucht. Dass es auch anders geht, zeigt jedoch ein aktueller Trend: Slow Travel ist das Stichwort, nachdem viele ihre Art zu Reisen ausrichten und so ihren Urlaub entschleunigen. Die „Pforzheimer Zeitung“ hat sich angeschaut, wie es zu dieser Entwicklung kommt, wer bei dem Trend mitmachen kann und wie genau es funktioniert

Warum eigentlich „Slow“?

Der neue Reisetrend heißt „slow travel“. Zu Deutsch „langsam Reisen“ möchte dieser Trend den Reisenden dazu bringen, die Reise ruhiger anzugehen. Es hebt sich ab vom klassischen Pauschalurlaub oder auch dem durchgeplanten Abenteuerurlaub in Afrika, bei dem im Vorhinein schon alle Aktivitäten geplant, gebucht und im Reiseplan niedergeschrieben sind. Stattdessen geht es um die Reise – das vorankommen, das entdecken und die Manier „der Weg ist das Ziel“.

Das ist nicht für jeden etwas. Wer schon beim Anreise- und beim Abreisetag die Hände über den Kopf zusammenschlägt und ungern nicht weiß, was ihn in seinem Urlaub erwartet, der ist bei einer klassischen Reise fehl am Platz. Denn dabei geht es nicht um die Erholung aus Ruhe und am Strand liegen sondern vielmehr darum, fremde Orte zu entdecken und neues zu sehen. Dazu kommt eine starke Entschleunigung, die im Kontrast zum sonstigen Alltag steht – Slow Travel ist damit die Reise unter den Urlauben.

Das Ziel jeder Reise: Die Entschleunigung des Alltags

Das Reisen und der Trend Slow Travel trifft damit den Kern des Konzepts „Urlaub“, obwohl es eigentlich kein klassischer Urlaub ist. Denn die entschleunigte Entdeckung fremder Orte ist der krasse Kontrast zu dem Alltag der meisten, der im größten Teil der Fälle in den heimischen wohlbekannten Gewässern verbracht wird. Dabei kommt es selten dazu, dass einfach planlos durch die Stadt gelaufen wird oder gar Ausflüge zu komplett unbekannten Orten unternommen werden. Und ringt man sich dann dazu durch etwas neues zu machen und neue Orte zu entdecken, findet es im Rahmen eines Urlaubs statt – pauschal gebucht und minutiös geplant.

Pauschalurlaub und minutiöse Planung: Ist das zielführend?

Wer zu Hause schon immer nur in bekannten Kreisen unterwegs ist und sich auch dann im Urlaub an einen durchgestylten Reiseplan hält, der ist gewissermaßen immer „fremdbestimmt“. Zu Hause bestimmen die Arbeit und private Termine den Alltag. Das Wochenende ist meist schon im Vorhinein für Veranstaltungen und Geburtstage verplant. Zeit, zum Entdecken und in den Tag hinein leben, bleibt dabei wenig. Im pauschal gebuchten Urlaub bestimmen dann die bereits vorgebuchten Termine die zehn Tage oder zwei Wochen, die vor Ort verbracht werden. Die beiden unbelegten Tage werden dann am Strand verbracht – Sonne tanken. Wer sich das ausgedacht hat? Meist eine Reiseverkehrskraft im Reisebüro, die die Orte aus Katalogen kennt oder selbst einmal vom Reiseveranstalter in einer Werbereise vorgeführt bekommen hat.

Statt gehetzt einem Plan hinterherzulaufen, entdeckt der Reisende unterwegs was ihm gefällt. Foto: fotolia.de © Frédéric Prochasson #112858267

Ist der Urlaub nicht dafür da, etwas anderes als einen durchgeplanten Tag zu erleben? Sich abseits von der sonstigen Norm und Terminkalendern zu bewegen? Und macht es nicht viel mehr Sinn, sich in der freien Zeit des Jahres dem ganz eigenen Gefühl hinzugeben und sich einfach treiben zu lassen? Jeder der langsam reisend seine „Slow Travels“ begeht, meint „Ja!“ und lebt damit auf Reisen selbstbestimmt, nur für sich und für das, was er möchte.

Der schnelle Alltag – und die Abkehr davon

Der Reisende kehrt sich damit ab vom Alltag, der in den letzten Jahren und Jahrhunderten immer schneller geworden ist. Multitasking und der schnelle Konsum bestimmen diesen zumeist. Dabei geht es nicht um „kaufen, kaufen, kaufen“, sondern vielmehr um die Reizüberflutung, die durch die neuen Medien immer präsenter geworden ist. Smartphones sorgen für immerwährende Erreichbarkeit, bei der Arbeit lässt sich jeder gerne von Facebook und Instagram ablenken und das ständige heraus gerissen werden aus der konzentriert durchgeführten Aufgabe sorgt dafür, dass Gedanken kommen und gehen, obwohl sie eigentlich festgehalten werden möchten.

6000 Werbekontakte pro Tag und elf Millionen Reize pro Sekunde erlebt der Durchschnittsmensch heutzutage – und das jeden Tag, jede Minute. Das Gehirn ist einer ständigen Belastung ausgesetzt und hat gelernt, effizient wie nie zu filtern und abzugrenzen, was wirklich wichtig ist. Dabei kommt immer weniger im Bewusstsein an. Dieser Alltag ist von schnellen Informationen bestimmt, die häufig nur noch verdrängt werden. Phänomene wie Burnout und Depression gehören zur Realität vieler Arbeitnehmer in Deutschland, weil sie das Gefühl haben, nicht hinterherzukommen und einem riesigen Berg an Aufgaben hinterher zu hechten, die sie niemals alle bewältigen können. Die Erfolgserlebnisse des Fertig-Seins und des Abgeschlossen Habens kommen dabei immer seltener vor. Immer liegt der Fokus darauf, wie wenig Zeit noch bleibt. Das langsame Reisen will das Gegenteil davon – es will aufzeigen, wie viel Zeit ist, all das zu tun, was man möchte.

Trendsetter: Digitale Nomaden

Die Trendsetter dabei sind die modernen Aussteiger – Digitale Nomaden. Sie begonnen mehr aus Geldmangel als Zeitüberfluss damit, sich mehr Zeit beim Reisen zu nehmen. Langsamer voran zu kommen statt schneller und sich mit so viel Zeit wie möglich an den schönsten Orten dieser Welt zu gönnen. Und dabei einzutauchen, in den Ort, in die Kultur, in all das, was sie umgibt. Durch das langsame Reisen und das Verweilen vor Ort ergibt sich eine ganz andere Sicht auf die Dinge und den Ort. Die Locals haben schließlich immer eine andere Lebensart als die Touristen. Sie gehen an andere Orte, essen in anderen Restaurants. Sie schätzen ihren Ort aus anderen Gründen als die Touristen – das zu entdecken ist gewissermaßen ein Teil des langsamen Reisens.

Als Digitaler Nomade ergibt sich daraus gewissermaßen eine Heimat in der Fremde. So wie viele Leute die neue Stadt entdecken, in die sie gezogen sind, entsteht bei ihnen nach und nach eine Verbindung zu dem Ort, die tiefer ist als beim klassischen Tourismus. Für alle, deren Antrieb es ist, die Welt tatsächlich kennen zu lernen und nicht nur durch sie hindurch zu ziehen, bietet Slow Travel also die Möglichkeit, einen Ort zu erleben, statt nur zu sehen, ihn zu erfahren statt nur hindurchzufahren.

Beim langsamen Reisen wird auch die Art des Reisens entschleunigt – zu Fuß, mit dem
Fahrrad oder per Auto ist der Weg gewissermaßen das Ziel und die Reise an sich wird zum Teil der Erholung. Foto: fotolia.de © britanskiy #162297914

Die Vorteile

Die Vorteile des Slow Travel ergeben sich aus der Langsamkeit und der Möglichkeit der tiefen Entdeckung. Denn wer wo anders „heimisch“ werden möchte – und sei es auch nur auf Zeit – der sucht sich kein Hotel mit All-Inclusive Buffet und vorgeschriebenen Essenszeiten. Stattdessen wird er sich nach einer Wohnung umschauen, was dank Hosting-Diensten recht einfach ist. So findet sich immer ein Apartment oder eine Haus zur Miete, das heruntergerechnet oft günstiger ist, als ein Hotel. Aber auch Hostels bieten häufig bessere Preise für diejenigen an, die länger als zwei bis drei Nächte vor Ort bleiben. Das bietet außerdem die Möglichkeit, selbst einzukaufen und zu kochen – ein Erlebnis in der Fremde, das sich ein wenig wie Heimat anfühlt und zudem die Möglichkeit gibt, günstiger zu leben.

Wird doch essen gegangen, ergeben sich die Orte dazu aus der Interaktion mit den Einheimischen. Die Locals wissen dabei in der Regel genau, wo es gutes, authentisches Essen gibt, das zudem nicht allzu teuer ist. Slow Travel liefert also neben der Möglichkeit, einen Ort authentisch und tiefenwirksam zu erleben, auch eine kostengünstigere Alternative zum durchgestylten Reiseplan. Noch dazu kommt das neue Erlebnis – einen Ort wirklich kennenzulernen, entschleunigt an die Reise heranzugehen und zu einem Moment des Entspannens zu gelangen. Dabei zu entdecken, was einem gefällt und vielleicht zum ganz eigenen Geheimtipp wird – und eine Reise zu erleben, die so nicht jeder unternimmt.

Auf den Punkt gebracht ist es:

  • Authentischer
  • Tiefer
  • Erlebnisreicher
  • Entschleunigt
  • Günstiger
  • Näher
  • Geselliger
  • Nachhaltiger
  • Entspannender

…und eine Reise, die jeder mal erleben sollte.

Slow Travel: Wie geht das?

Eine echte langsame Reise findet sich selten im Reisebüro. Stattdessen geht es darum, sich selbst mit dem Reiseziel auseinanderzusetzen und dabei herauszufinden, was einem vor Ort gefällt. Darüber zu lesen und schon im Vorhinein etwas über die Kultur herauszufinden, hilft dabei, zumindest grob zu wissen, was einen erwartet. Genauso hilft es, sich in einem Apartment oder einem Haus einzumieten statt in einem Hotel zu wohnen. Locals bieten dabei häufig ihre eigenen Wohnungen über Portale wie AirBnB an. Sich dort einzumieten, die Gegend erkunden, die Nachbarn kennen lernen und so zu reisen, wie man auch dort leben würde, ist Sinn des Slow Travels.

Dazu kommt, dass die To-Do Liste gänzlich entfällt. Eine Checkliste voller Sights, die (inklusive Foto!) abzuhaken sind, sind nicht Ziel der Reise. Stattdessen ist es besser, sich vor Ort ein Auto oder auch ein Fahrrad zu organisieren und einfach rundherum zu schauen, was es so zu sehen gibt. Dabei sollte stets der Gedanke sein, dass noch viel, viel Zeit ist, alles zu erleben, was man möchte. Eine To-Do Liste täte das Gegenteil: Sie würde immer daran erinnern, wie wenig Zeit noch bleibt und wie viel noch zu tun ist. Deswegen: Vorher Literatur studieren und das Reiseziel theoretisch kennen lernen. Die praktische Erfahrung sorgt dann für viel intensivere Erlebnisse als ohne Informationen im Vorfeld.

Reiseplanung adé?

Heißt das, dass die Reiseplanung komplett wegfällt? Gewissermaßen ja, auf der anderen Seite heißt langsam reisen jedoch auch nicht, völlig planlos in den Flieger zu steigen. Denn zum einen muss das Ziel klar sein, der Zeitraum und auch die Unterkunft. Und wer zu Beginn seiner Reise sich die Zeit nimmt und die Angebote der Fluggesellschaften vergleicht und auch etwas Flexibilität mitbringt, kann bei seinem Trip noch ein paar Euro sparenDie Beschäftigung mit der entsprechenden Reiseliteratur hilft zusätzlich, den Ort realistisch einzuschätzen und so zu erleben wie er ist. So ist bereits klar, in welche Richtung sich die eigenen Entdeckungsreisen orientieren, worauf man sich freut, welche Teile der Kultur unbedingt erlebt und näher entdeckt werden wollen. Zeitgleich besteht aber Wissen darüber, wie ein Reisender den Menschen vor Ort begegnen sollte. Denn in Thailand die Straßenschuhe im Haus an zu lassen oder in Japan die Essstäbchen in die Reisschüssel zu stecken wären grobe Fauxpas, die die Reise für alle Beteiligten ungemütlich machen.

Das heißt am Ende: Beschäftigung mit dem Reiseziel ja - Planung ja, To-Do Listen nein. Denn der Checklisten abzuarbeiten und eine Sight nach der anderen abzuklappern führt nicht zu den gewünschten tiefen Erlebnissen. Ein gutes Gespräch an diesem besonderen Punkt, der Blick auf einen besonders schönen Sonnenuntergang – das sind die Momente die tatsächlich im Gedächtnis bleiben und den Geist von Slow Travel ausmachen: Die Reise in die Tiefe zu ziehen und nicht in die Breite.

Die Beschäftigung mit dem Reiseziel gehört im Vorfeld schon dazu – allerdings wird abschließend keine To-Do Liste für die Reise aufgestellt. Foto: fotolia.de © marioav #160801231

Apps, Karten und die Schwarmintelligenz

Dass kein Reiseplan besteht heißt aber nicht, dass der Reisende mit völliger Unkenntnis umherwandert. Auch das kann zwar sehr schön sein und ein besonderes Erlebnis bedeuten, wenn jedoch der Wunsch besteht, zu einem bestimmten Ziel zu gelangen, sollte das nicht dem Zufall überlassen werden. Tools und Apps helfen stattdessen dabei, vor Ort den Überblick zu halten und spontan alles herauszufinden, was gewünscht ist. Skyscanner liefert einen Überblick über die günstigsten Preise für Hotels, Mietwagen und Flüge, um möglichst günstig hin und her zu kommen, während Maps.me die Möglichkeit bietet, sich auch ohne Internet vor Ort mit digitalen Karten zurecht zu finden.

Die Schwarmintelligenz hilft bei Apps wie TripAdvisor zusätzlich, denn hier können Bewertungen von anderen eingesehen werden, die häufig nicht nur touristische Meinungen beinhalten, sondern auch die von Locals. Das hilft, wenn mal niemand greifbar ist oder einem die Laune nach etwas ganz bestimmten steht.

Die Zielgruppe: Wer kann sich das erlauben?

Da bisher nur die Rede von digitalen Nomaden war, ist die Frage berechtigt, wer sich diese Art zu reisen tatsächlich erlauben kann. Reisen, die in die Tiefe statt in die Breite gehen, brauchen Zeit – so scheint es zumindest. Allerdings kommt es nicht darauf an, wie viel Zeit insgesamt für die Reise aufgewendet wird, sondern darauf, was für die Zeit alles auf dem groben Plan steht.

Zwischen Jahresurlaub und Sabbatjahr

Ein Wochenende entschleunigt leben oder jahrelang „slow“ umherreisen – das ist letztendlich egal. Da es darum geht, die bereisten Orte so tief wie möglich zu erleben, muss jeweils nur die Zahl der Orte angepasst werden, die zu sehen geplant sind. Ist ein Ausflug nach Berlin geplant und nur ein Wochenende Zeit, sollten nicht so viele Sights wie möglich auf dem Plan stehen – sondern vielmehr ein Bezirk, der dafür tiefer erlebt wird. Ein Wochenende in Charlottenburg wird den Stadtteil damit viel näher bringen, als eine durchgetaktete Rennerei durch Berlin es je könnte. Lieber zwei Dinge wirklich sehen, als an zwölf Orten nur vorbei zu laufen.

Sind mehrere Wochen Zeit, können auch mehrere Orte auf den Plan genommen werden. In Zwei Wochen lässt sich beispielsweise Madeira entdecken, in vier Wochen Thailands Süden oder auch nur Bangkok. Mit jeder langsamen Reise lässt sich weiter herausfinden, wie viel für einen selbst in wie viel Zeit machbar ist.

Familientauglich?

Wer mit Kindern reist, wird sich jetzt fragen, ob diese es überhaupt zu schätzen wüssten, mit den Eltern einen Slow Travel Trip zu unternehmen. Die Antwort muss hier ganz klar „Ja!“ lauten – denn gerade Kinder mögen den schnellen Jetset nicht, sind gestresst, wenn sie nicht ihre Zeit haben zu spielen, zu schlafen und das zu tun, was sie möchten. Sie sind häufig die, die ihre Eltern zum Innehalten bringen und länger an einem Ort verweilen lassen – weil sie gerade einen besonderen Stein gefunden haben, den es noch länger zu bestaunen gilt. Das annehmen zu können und mal nach einem anderen, eigenen, familieninternen Rhythmus zu leben, sorgt für ein besonderes Erlebnis, bringt näher zusammen und sorgt für alle zu einem wohlig harmonischen Urlaub.

Die Light-Version

Wem das alles zu krass klingt, um seinen nächsten Urlaub völlig entschleunigt anzugehen, der kann sich zunächst an die Light-Version wagen – und einfach ein Hotelzimmer in einem kleinen, feinen Ort mieten, der nicht zu den Top Ten Touristenorten der Region gehört. Dort, wo echte Menschen leben und ihrem Tagewerk abseits des Tourismus nachgehen. An solchen Orten lässt sich die Region authentischer erleben. Die Nachbarn des Hotels sehen den Reisenden mit neugierigen Augen und sprechen noch gerne mit ihm – der Ort kann insgesamt tiefer erlebt werden und die tiefe Verbindung, die dabei aufkommt, lässt immer mit einem Lächeln an die Reise zurück denken.

Dingen nachzugehen, die auch zu Hause fest zum Alltag gehören – wie Joggen zu gehen, Yoga zu praktizieren oder zu kochen – sorgt auf Reisen für das Heimat-Gefühl. Foto: fotolia.de © candy1812 #161439843

Die Ziele: Länder zum entschleunigen

Wohin es beim Slow Travel Trip geht, ist letztendlich egal. Die Kunst ist es nämlich, nicht an die typisch touristischen Ziele zu fahren sondern sich vielmehr abseits der Masse umzusehen. Selbst im sehr touristisch erschlossenen Italien finden sich viele kleine Orte, die noch keine Bettenburg haben und stattdessen noch ursprünglich, verschlafen und typisch italienisch sind. Auch in Thailand gibt es Orte, die noch nicht viele Weiße zu Gast hatten – es kommt also nicht darauf an, wohin es geht, sondern wie lang die Reise geht.

Fazit: Wir reisen slow

Auch wenn das Konzept des Slow Travel nicht immer und überall umzusetzen ist, gleicht es doch eher einer Philosophie, einer inneren Einstellung – stets daran zu denken, wie viel Zeit noch bleibt, statt diese mit To-Do Liste, Kalender und der Uhr dahinrinnen zu sehen, tut jedem gut, zu jeder Zeit. Natürlich gibt es dabei auch Extreme – so wie Levison Wood, der sich zu Fuß durch ganze Landstriche bewegt und dabei unter anderem schon dem Nil von der Quelle bis zur Mündung folgte, oder Dave, der seit zwölfeinhalb Jahren durch die Welt reist, um sich eine neue Heimat zu suchen. Aber auch abseits dessen lässt sich auf Reisen Entschleunigung erfahren – eine Erfahrung und eine Art des Urlaubs, die jeder einmal erlebt haben sollte.