Pforzheim. Die Pflicht zum Tragen von medizinischen Masken im öffentlichen Nahverkehr und in Geschäften ist bundesweit beschlossen. Viele fragen sich: Kann man FFP2-Masken überhaupt wiederverwenden? Schließlich sind die Modelle mit einem Preis von oft über zwei, drei Euro pro Maske auf Dauer nicht günstig. PZ-news zeigt in einer Grafik, was möglich ist, um eine Maske mit gutem Gewissen wiederverwenden zu können und dabei nicht auf den hohen Sicherheitsstandard verzichten zu müssen.
FFP2-Masken halten Viren durch ein dicht gewebtes Material ab und weisen zudem eine elektrostatische Ladung auf. Daher ist es bei Optionen zur Wiederverwendbar-Machung der Masken wichtig, dass sowohl die Viren auf der Maske entfernt werden als auch das Material unbeschädigt bleibt. Die Vergleich.org-Redaktion klärt in ihrer Infografik über die Möglichkeiten zum Reinigen der Masken auf. Diese praktikablen Möglichkeiten gibt es und von diesen Reinigungswegen sollten sie Abstand halten:

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Reinigung durch Trocknen
Lässt man die Maske an der Luft trocknen, kann man sie nach 7 Tagen wiederverwenden. Die Virenlast wird dabei stark reduziert und das Material der Maske wird dabei kaum verändert. Zum Vergleich: Bei einer direkten Wiederverwendung der Maske ohne Behandlung reduziert sich die Virenlast kaum. Wichtig ist bei dieser Option, dass die Maske möglichst nicht in der Küche oder im Bad gelagert wird, da hier die Luftfeuchtigkeit erhöht ist und die Maske so ggf. nicht ordentlich durchtrocknet.
In diesem Fall empfehlt es sich, genügend Ersatzmasken zu haben, um den Trockenvorgang nicht unterbrechen zu müssen.
Reinigung im Ofen
Noch stärker, nämlich nahezu vollständig, ist die Reduzierung der Virenlast bei einer Behandlung mit 80° trockener Hitze, also z.B. im Backofen. Hierzu muss die Maske für mindestens 60 Minuten im Backofen verbleiben. Dabei ist es aber sehr wichtig, dass es keine Temperaturschwankungen im Ofen gibt. Denn bei geringeren Temperaturen können die Viren überleben, bei Temperaturen über 100°C kann das Material beschädigt werden. Prüfen Sie dies mithilfe eines Braten- oder Backofenthermometers.
Benutzen Sie außerdem nur Ober- und Unterhitze, da nicht klar ist, ob sich bei Umluft Viren von der Maske im Ofen verbreiten können. Und selbstverständlich sollten Sie den Ofen nicht unbeobachtet lassen und nach der Behandlung prüfen, dass an der Maske keine Schäden sichtbar sind und die Haltebänder weiterhin funktionieren.
Außerdem sollte die Maske vor der Desinfektion im Ofen bereits mindestens einen Tag an der Luft zum Trocknen aufgehängt werden, da das Material bei einer Restfeuchte beschädigt werden könnte. Auch für diese Methode braucht man also etwa einen Tag, bis die Maske wieder verwendet werden kann.
Mikrowelle und Co. sind zum Reinigen nicht geeignet
Von den teilweise kursierenden Methoden der Reinigung durch den Kochtopf oder mit Wasserdampf, in diversen Küchengeräten wie der Mikrowelle, Waschmaschine oder Spülmaschine oder auch mit einer UV-Lampe ist abzuraten. Diese beschädigen allesamt das Material der FFP2-Masken, sodass die Schutzwirkung nicht mehr gegeben ist. Bei einer Desinfektion in der Mikrowelle besteht zudem Brandgefahr, hierdurch kam es schon zu Anfang der Pandemie öfter zu Wohnungsbränden.
Ebenfalls sollte man die Maske nicht einfach so wiederverwenden, selbst wenn sie nach einer Durchfeuchtung bereits getrocknet ist. Denn auch auf einer trockenen Maske können sich noch Viren befinden, die Sie sonst einatmen könnten. Diese verschwinden erst nach der Trocknungszeit von 7 Tagen bei Raumluft.
Wiederverwendung höchstens fünf Mal
Grundsätzlich handelt es sich bei den FFP2-Masken um Einwegprodukte. Die Verwendbarkeit kann durch Trocknen an der Luft oder im Ofen ein wenig verlängert werden, doch spätestens nach fünf Trocknungszyklen sollte eine FFP2-Maske entsorgt werden.

