Vor ihrem anvisierten Börsengang in Hongkong hat die Online-Plattform Shein schwache Geschäftszahlen öffentlich gemacht. Wie aus einer Mitteilung an der Hongkonger Börse hervorging, verzeichnete das aus China stammende Unternehmen in den ersten drei Monaten dieses Jahres einen Verlust von 99 Millionen US-Dollar (derzeit etwa 86,8 Millionen Euro).
Im gleichen Quartal des Vorjahres hatte die für sogenannte Ultra-Fast-Fashion-Produkte bekannte Plattform den Daten zufolge noch ein Plus von 395 Millionen Dollar Gewinn erfasst. Derweil stieg der Konzernumsatz im selben Vergleichszeitraum nur um 1,1 Prozent auf 9,05 Milliarden Dollar.
Shein nennt Risiken
Es gebe keine Zusicherung, dass Shein auch in der Zukunft seine Profitabilität erhalten werde, hieß es in der Mitteilung weiter. Shein sei der Meinung, dass seine Geschäftstätigkeit mit Risiken verbunden sei, von denen «viele außerhalb unserer Kontrolle» liegen, erklärte das Unternehmen mit Hauptsitz in Singapur.
Zu diesen Risiken zählt Shein nach eigenen Angaben internationale Spannungen, die sich auf die internationale Handelspolitik und damit die Produktverkäufe auswirken. Zudem führte das Unternehmen staatliche Regulierung als Risiko für sein Geschäft an.
Konkret nannte der Onlinehändler die Aufhebung der «De-Minimis»-Regelung für zollfreie Pakete in den USA, die zu steigenden Kosten geführt habe, sowie eine neue EU-Regelung, die auch Pakete mit einem Warenwert unter 150 Euro Abgaben vorsieht.
Erster Einblick in die Bilanz
Asiatische Shoppingplattformen wie Shein, Temu und AliExpress gewinnen in Deutschland zunehmend an Bedeutung. Vor allem die billigen Preise im Online-Modehandel machen die Anbieter bei den Kunden attraktiv. Die Plattformen stehen aber auch in der Kritik. Politiker, Handelsvertreter und Verbraucherschützer monieren unter anderem Produktqualität, mangelnde Kontrollen und unfaire Wettbewerbsbedingungen.
Shein verschickt seine Fracht aus China direkt von den Herstellern in der Regel per Flugzeug in alle Welt und bietet die Waren zu besonders günstigen Preisen an. Druck auf Logistikkosten kam in den vergangenen Monaten allerdings durch den Iran-Krieg und die gestiegenen Rohölpreise. Allerdings verwies Shein auf langfristige Vereinbarungen, durch die Luftfrachtkapazitäten gesichert werden konnten. Die Geschäftsführung sehe durch den Konflikt keine wesentlichen Auswirkungen auf das Geschäft, hieß es in der Mitteilung.
Wann Sheins Erstnotiz am Finanzplatz Hongkong geplant ist, ist noch unklar. Die Mitteilung an der Börse vom Sonntag gibt interessierten Investoren und Anlegern nun erstmals seit Bekanntwerden des angestrebten Börsengangs einen ersten Einblick in den Zustand des Unternehmens.
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