Die ADMEDES-Geschäftsführer (von links) Diplom-Ingenieur Dirk Heining, Diplom-Kaufmann Frank Nauheimer und Dr. Axel Pfrommer.
Wirtschaft
25 Jahre ADMEDES – Weltmarktführer mit filigranen Mediztintechnik-Komponenten
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25 Jahre sind für ein Unternehmen keine lange Zeit. Und doch hat ADMEDES in diesen wenigen Jahren fast die gesamte Skala dessen erlebt, was einem Unternehmen wiederfahren kann. Auf ein über viele Jahre währendes, stetig nach oben führendes Hoch, folgt ein kurzes Tief, eine schnelle Konsolidierungs- und Sanierungsphase, und dann hat ADMEDES souverän wieder zu alter Stärke und einem sehr guten Wachstumskurs zurückgefunden.

„Unsere Pipeline ist voll“, sagt Diplom-Ingenieur Dirk Heining. ADMEDES ist mit Volldampf unterwegs, wenn es darum geht, neue Produkte zu entwickeln. 120 Neuentwicklungen sind es derzeit – längst sind die filigranen Stents (Gefäßstützen) darunter nur noch ein Teilbereich mit einem Umsatzanteil von rund 20 Prozent. Und, so Heining weiter: „Wir fahren jetzt die Ernte unserer kontinuierlichen Entwicklungsarbeit der letzten fünf Jahre ein.“ Im Jahr 2021 wurden allein im Kerngeschäft 170 Mitarbeiter aufgebaut, um das geplante Umsatzwachstum 2022 von 19 Prozent bewältigen zu können.

Mit innovativen Nitinol-Produkten den Aufstieg zum Weltmarktführer geschafft

Die Entwicklung von neuen und innovativen Verfahren zur Mikrobearbeitung von Nitinol war der Grundstein für eine großartige Erfolgsgeschichte, die 1996 ihren Anfang nahm. Die Verantwortlichen von G.RAU, Pforzheim und von NDC Nitinol Devices & Components, Fremont gründeten über ihr gemeinsames Unternehmen EUROFLEX mit Dr. Andreas Schüßler die EUROFLEX Schuessler GmbH. Ihr Ziel war es, lasergeschnittene Komponenten aus dem Werkstoff Nitinol für den europäischen Markt herzustellen und diese direkt in Europa zu vermarkten.

1999 wird ADMEDES im Rahmen der Initiative „Mutige Unternehmen braucht das Land“ vom damaligen Bundespräsidenten Roman Herzog geehrt.

Mit einer Zweidrittelmehrheit ist die EUROFLEX von Beginn an Hauptgesellschafter des Unternehmens. Das weitere Drittel hielt Dr. Andreas Schüßler, der auch die Geschäftsführung übernahm. Die Fachleute von G.RAU und NDC brachten ihr langjähriges Know-how in der Verarbeitung des Werkstoffes Nitinol sowie in der Oberflächentechnologie ein. Ergänzt wurde dieses Know-How durch Dr. Andreas Schüßler, Spezialist für die Herstellung von lasergeschnittenen Komponenten.

Vom ersten Tag an lastet NDC, als damals schon erfolgreicher Stent-Hersteller in den USA, die Produktion des jungen Unternehmens aus. Über NDC hatte EUROFLEX Schuessler sofortigen Marktzugang. Auf Grund der Namensgleichheit zu seiner Muttergesellschaft erfolgte im Jahr 2002 die Namensänderung. Seither firmiert der Hochtechnologiebetrieb unter ADMEDES Schuessler GmbH.

930 Mitarbeiter beschäftigt ADMEDES weltweit und ist mit diesem engagierten Team zum Marktführer in der Herstellung von Gefäßimplantaten und Miniaturkomponenten aus Nitinol und anderen Werkstoffen geworden.

Rasantes Wachstum bei Umsatz, Personal und Betriebsfläche

Im Mittelpunkt des Leistungsspektrums steht von Anfang an die Herstellung hochspezialisierter Medizinkomponenten größtenteils auf Nitinol-Basis. Mit lasergeschnittenen Stents, Herzklappenrahmen für kathetergestützte, minimal-invasive Herzklappentherapien und weiteren vaskulären Komponenten schafft das Unternehmen in kurzer Zeit den Sprung an die Weltspitze. ADMEDES wird zum Marktführer in diesem Segment und beliefert Unternehmen weltweit.

Auf rund 30.000 Quadratmeter Betriebsfläche ist ADMEDES auf der Wilferdinger Höhe angewachsen.

Zunächst ist der Firmensitz von ADMEDES im Gebäude von G.RAU an der Kaiser-Friedrich-Straße 7 in Pforzheim angesiedelt. Doch die angemieteten Büroräume und Produktionsflächen reichen dem boomenden Betrieb schnell nicht mehr aus. Zum fünfjährigen Bestehen im Jahr 2001 wird das eigene Firmengebäude auf der Wilferdinger Höhe in Pforzheim bezogen. In mehreren Bauabschnitten werden die Fertigungsflächen in Pforzheim auf 30.000 Quadratmeter vergrößert.

2012 wird ADMEDES anlässlich des Deutschen Kongresses der Weltmarktführer der Nachwuchspreis der Adolf Würth GmbH & Co. KG überreicht, mit dem international erfolgreiche Mittelstandsunternehmen gewürdigt werden, die den Sprung in die Weltspitze geschafft haben.

Aber auch international expandiert das Unternehmen. So wird in dem Hauptmarkt des Unternehmens, den USA, im Jahr 2002 der Vertrieb aufgebaut. Im Jahr 2007 wird das Tochterunternehmen ADMEDES Inc. als weiterer Vertriebs-, Produktions- und Technologiestandort in Kalifornien gegründet. 2019 folgte die Gründung des Tochterunternehmens ADMEDES SA in Costa Rica als weiterer Produktionsstandort.

In 25 Jahren gab es nur eine kleine Krise bei ADMEDES, die mit einem Umsatzeinbruch verbunden war. Ansonsten zeigt die Richtung der Umsatzentwicklung stetig nach oben.

Aus der Krise schnell zurück in die Erfolgsspur

Diese mutigen Expansionsbemühungen werden jäh gestoppt, als eine Rückrufaktion eines Hauptkunden die ADMEDES im November 2013 unverschuldet in eine wirtschaftliche Schieflage bringt. Die Folge sind massive Umsatzeinbußen im Jahr 2014 um 35 Prozent auf 55 Millionen Euro. Ein stringenter Sparkurs und eine personelle Anpassung sind notwendig. Der Gesellschafter EUROFLEX und die G.RAU-Gruppe stützen die finanziell stark angeschlagene ADMEDES. Mitte des Jahres 2015 greifen die Sparmaßnahmen und glücklicherweise können auch wieder leicht steigende Umsätze vermeldet werden.

Im Oktober 2015 übernimmt die EUROFLEX als Mehrheitseigentümer den 33,3-Prozent-Anteil von Andreas Schüßler, der damit seine schon lang gehegten Verkaufspläne umsetzt. Damit steht ADMEDES, das nun zu 100 Prozent zur G.RAU-Gruppe gehört, auf einer finanziell stabilen Basis. Die Geschäftsführung übernehmen Dr. Axel Pfrommer als Vorsitzender, Frank Nauheimer und Dirk Heining.

Neues Wachstum und breitere Produktpalette

In den Folgejahren wächst ADMEDES deutlich von 480 Mitarbeitern Ende 2015 auf 780 Mitarbeiter im Jahr 2019. Erklärtes Ziel von ADMEDES ist es, sich sowohl technologisch wie auch im Bereich der Werkstoffe breiter aufzustellen und somit das Risiko von einer Technologie, einem Werkstoff oder nur wenigen Produkten abhängig zu sein, zu minimieren.

Herausragend sind im Rahmen dieser Neuausrichtung die Entwicklung und der Aufbau eines komplett neuen Fertigungsbereichs,  in dem unter anderem kleinste Miniatur-Implantate für Neuroanwendung im Gehirn hergestellt werden. Darüber hinaus investiert das Unternehmen beispielsweise in die Entwicklung einer 5-Achs-UKP-Laser-Technologie mit einer speziellen Modellierung des Laserstrahls und in den Aufbau eines 3-D-Druck-Produktionsbereichs (Lasersintertechnologie).

Der Bereich der Medizintechnik bietet für ADMEDES auch außerhalb des Werkstoffes Nitinol interessante Wachstumschancen. Auch letztlich um die Abhängigkeit von diesem Werkstoff zu reduzieren, investiert ADMEDES in einen neu gegründeten Bereich, der sich ausschließlich mit Komponenten beschäftigt, die nicht aus Nitinol hergestellt werden.

Zu den Podukten von ADMEDES zählen zum Beispiel: Periphere arterielle Stents, koronare und Neurostents, Venenstents, endovaskuläre Aneurisma-Devices (TAA und AAA), Lungenstents und gastroenterologische Stents.

Attraktiver Arbeitgeber und Ausbilder

Zum Ausbau und zur Stärkung des Fachpersonals im Unternehmen hat ADMEDES 2019 in eine eigene Ausbildungswerkstatt investiert. „Wir beschäftigen außerdem bis zu 40 Werkstudenten“, ergänzt Axel Pfrommer, Vorsitzender der Geschäftsführung. Viele Studienabgänger des KIT in Karlsruhe, der Hochschule Pforzheim aber auch der Technologieschmiede in Aachen finden den Weg nach Pforzheim. „Wir sind ein attraktiver Arbeitgeber“, sagt Pfrommer. Nachwuchskräfte lernen bei ADMEDES in insgesamt neun Ausbildungsberufen und Studiengängen. Aber auch Leiharbeiter haben Aufstiegschancen und werden meist nach 18 Monaten übernommen.

Für ihr ausgezeichnetes Personalmanagement wird ADMEDES von 2009 bis 2013 das Zertifizierungssiegel „Top Arbeitsgeber Ingenieure“ verliehen.

Blitzschnell auf die Covid-Pandemie reagiert

Die medizinischen und gesellschaftlichen Herausforderungen der Jahre 2020 und 2021 sind eine echte Härteprüfung für die gesamte ADMEDES-Belegschaft. Mit Beginn der Covid-Pandemie entschließt sich ADMEDES eine FFP2-Maskenproduktion aufzubauen. Man folgt damit dem Wunsch der Bundesregierung nach einer deutschen Maskenproduktion, um so die Abhängigkeit im Bereich der medizinischen Schutzkleidung von China zu reduzieren.

Innerhalb von vier Monaten werden zehn Fertigungslinien in Betrieb genommen. Die Produktionsmenge lag in der Spitze bei 2,5 Millionen Masken wöchentlich. Allerdings ist zum Jahresende 2021 die Fertigung eingestellt worden. Vergleichbare Produkte werden zwischenzeitlich aus Preisgründen wieder größtenteils in Asien beschafft.

Hohe Innovationskraft und viele technologische Alleinstellungsmerkmale

Heute deckt ADMEDES die gesamte Produktpalette endovaskulärer Stents und anderer vaskulärer Implantate ab und bietet Herzklappenrahmen und verwandte Komponenten in höchster Qualität wie auch engsten Toleranzen an. Mit diesem breiten Sortiment an medizinischen Implantaten ist ADMEDES kompetenter Partner führender Unternehmen der Medizintechnik. ADMEDES überzeugt durch hohe Kundenorientierung, Innovationskraft und verfügt über eine Vielzahl technologischer Alleinstellungsmerkmale.

Auch im Jahr 2021 zählt die G.RAU Gruppe, bei der die ADMEDES GmbH ein wesentlicher Unternehmensteil ist, zu den 100 wachstumsstärksten Mittelständlern in Deutschland. In dem vom Handelsblatt im Oktober 2021 veröffentlichten Ranking belegt die G. RAU Gruppe Platz 22 und hat sich damit erneut um 25 Plätze verbessert.

ADMEDES ist weltweit anerkannt für die hohe Qualität der Implantate sowie für einen hohen Standard des Qualitätssystems. Mit mehr als einer Million hergestellter Komponenten pro Jahr trägt ADMEDES dazu bei, das Leben von Patienten zu erleichtern, zu verlängern oder gar zu retten.