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Georg Leicht (von links) 2011 mit TV-Traumschiff-Kapitän Siegfried Rauch und Juwelier Gerhard Leicht. Foto: Ketterl/PZ-Archiv
Georg Leicht (von links) 2011 mit TV-Traumschiff-Kapitän Siegfried Rauch und Juwelier Gerhard Leicht. Foto: Ketterl/PZ-Archiv
11.07.2017

Abschied von einem Pforzheimer Juwel: Gerhard Leicht ist tot

Pforzheim. Gerhard Leicht ist am Wochenende im Alter von 81 Jahren gestorben. Mit ihm verliert die Traditionsindustrie einen wahren Repräsentanten.

Eigentlich wollte Gerhard Leicht Lehrer werden: Als er jedoch als junger Mann in den Semesterferien in eine Pforzheimer Schmuckfirma hineinschmeckte, faszinierten ihn Gold, Edelsteine und Perlen sowie das damit zusammenhängende Reisen zu den Kunden so sehr, dass er das Lehramtsstudium an den Nagel hängte. Schon mit 25 Jahren gründete er seinen eigenen Großhandel und baute, unterstützt von seiner Frau Rita, eine eigene „Werkstätte für feinste Juwelen“ auf.

Nach einem erfüllten Leben ist der Pforzheimer Juwelier am Wochenende im Alter von 81 Jahren einem schweren Leiden erlegen. Mit ihm verliert die Goldstadt gerade im Jubiläumsjahr einen engagierten Bürger, der den Namen Pforzheims in die Welt getragen hat. Dabei blieb er immer seiner Heimat verbunden. Davon zeugte auch sein Engagement für die Restaurierung der Kirchturmuhr der katholischen Pfarrkirche in Neuhausen, die Leichts Vorfahr Elias Dorner 1834 geschaffen hatte.

1980 wurde Leicht für seinen Bruder Hugo, der damals in den Landtag wechselte, als CDU-Stadtrat in den Gemeinderat gewählt. Die Fußgängerzone sowie Planung und Bau von Stadthalle und Stadttheater fielen in seine achtjährige Tätigkeit in der Kommunalpolitik.

Leichts exklusive Schmuckstücke wurden zunächst auf Messen in aller Welt angeboten, der Kundenstamm weitete sich rasch nach Asien und in die USA aus. Mit dem Fachgeschäft „Juwelier Leicht am See“ im noblen Rottach-Egern am Tegernsee schuf sich Gerhard Leicht 1972 ein zweites Standbein, dem weitere folgten: eine erste „schwimmende“ Filiale auf dem Kreuzfahrtschiff „MS Europa“ (1976) und 1984 eine Niederlassung im Europa-Center in Berlin. Im Jahr 1990 sind Sohn Georg und Frau Silke in das Unternehmen eingetreten. Heute ist Juwelier Leicht unter anderem in exklusiven Hotels wie dem „Adlon“ in Berlin und dem „Taschenbergpalais Kempinski“ in Dresden vertreten.

Mit dem Semper-Opernball ist der Name Leicht ebenfalls eng verbunden. Die Pforzheimer stiften dafür den wertvollen St.-Georgs-Orden, der einem der schönsten Schmuckstücke aus dem weltberühmten Dresdner „Grünen Gewölbe“ nachempfunden ist, dessen Wiederaufbau von der Familie Leicht unterstützt wurde. Die enge Verbindung zur sächsischen Hauptstadt kam auch dadurch zustande, dass Sohn Georg dort mehrere Jahre mit seiner Familie lebte. Sie kehrten jedoch 2005 nach Pforzheim zurück, als die Juweliere in den neuen „Schmuckwelten“ ihr Flaggschiff eröffneten. 2013 wurden sie mit dem Wirtschaftspreis der Stadt Pforzheim ausgezeichnet.

Die Beisetzung findet am Donnerstag, 20.Juli, auf dem Hauptfriedhof statt.