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Virtuelle Hauptversammlung: Der Agosi-Vorstand (von links) Andreas Tiefenbacher, Vorsitzender Franz-Josef Kron und Vorstand Finanzen Bernhard Olt, rechts Ralf Kulemeier, Vorsitzender des Aufsichtsrats. Etliche Monitore, Kabel und sonstige Gerätschaften waren für die Übertragung notwendig.  Foto: Agosi 

Agosi hat glänzend verdient: Aktionäre freuen sich über Ausschüttung

Pforzheim. Franz-Josef Kron, Vorstandsvorsitzender der Allgemeine Gold- und Silberscheideanstalt Pforzheim – kurz Agosi – präsentierte gestern den Aktionären erstmals in einer virtuellen Hauptversammlung erstklassige Geschäftszahlen. Die Versammlung wurde in Rekordzeit von 45 Minuten abgewickelt.

Der Umsatz der Agosi stieg um 50 Prozent auf 1,167 Milliarden Euro. Auch das Ergebnis im Jahr 2019 lag deutlich über den Erwartungen. Unter dem Strich steht ein Bilanzgewinn von 19,8 Millionen Euro. Mit einer Eigenkapitalquote von 75,4 Prozent steht das 1891 gegründete Pforzheimer Unternehmen auch in Corona-Zeiten glänzend da. Es gibt allerdings auch gegenläufige Entwicklungen: Die veränderten Antriebskonzepte in der Automobilindustrie stellen das Unternehmen vor neue Herausforderungen. Dazu kam ein Rückgang in der industriellen Goldverarbeitung um 5,8 Prozent. Doch der steigende Goldpreis und die Wahrnehmung des gelben Edelmetalls als sicherer Hafen für Investmentprodukte hat diese Entwicklung mehr als ausgeglichen. Coronabedingte Forderungsausfälle und Lieferengpässe gab es bislang nicht.

Die nähere Zukunft sieht Kron positiv: Immobilien, Wertpapiere und Edelmetalle seien weiterhin bei Anlegern stark gefragt. Am Standort Pforzheim sei die Agosi gut aufgestellt, achte aber auf ein solides Kostenmanagement. Als führender Anbieter für das Kreislaufgeschäft mit Edelmetallen steht die Rückgewinnung von Gold und Silber traditionell im Mittelpunkt. Vorstandschef Kron sprach angesichts des Geschäftsmodells von einem Paradebeispiel für Nachhaltigkeit.

Neben dem Stammsitz Pforzheim mit knapp 400 Beschäftigten gibt es Tochterfirmen in Schwäbisch-Gmünd (Umicore Galvanotechnik), in Wien (Ögussa), die Umicore Precious Metals in Bangkok und die Schöne Edelmetaal in Amsterdam.

Der belgische Umicore-Konzern hält 91,2 Prozent der Aktien an der Agosi AG. Die restlichen Anteile befinden sich in Streubesitz. Die Aktionäre können sich nach dem Beschluss der Hauptversammlung über eine Dividende von zwei Euro pro Aktie plus eine Sonderausschüttung von 1,80 Euro freuen.