Wer vorsichtig fährt, zahlt weniger Geld für seine Autoversicherung: Mit diesem Versprechen bringt die Allianz als einer der größten Autoversicherer Deutschlands einen neuen Telematik-Tarif auf den Markt. Junge Autofahrer müssen sich bei der Allianz künftig entscheiden, ob sie ihren Fahrstil von der Versicherung überwachen lassen, um Geld zu sparen. Wer das nicht will, zahlt die volle Versicherungsprämie.
Wie funktioniert der Telematik-Tarif?
Die Höhe der Versicherungsprämie hängt von der Fahrweise ab. Bei der Allianz wird per Smartphone-App ermittelt, wie stark der Fahrer bremst und beschleunigt, ob er das Tempolimit einhält oder zu rasant in die Kurven fährt. Die Allianz vergibt für jede Fahrt eine Wertung: Maximal gibt es 100 Punkte und damit eine virtuelle Goldmedaille. Wer dieses Ergebnis auch dauerhaft erreicht, erhält nach einem Jahr 30 Prozent des Versicherungsbeitrags zurück. Zusätzlich gibt es zehn Prozent Rabatt für die Nutzung des Tarifs. Ein Fahranfänger mit Haftpflicht- und Vollkaskoversicherung, der normalerweise 1000 Euro pro Jahr zahlt, könne so bis zu 400 Euro sparen. Damit der Kunde das Smartphone nicht in das Auto seiner Oma legt, wird das versicherte Fahrzeug mit einem Bluetooth-Stecker im Zigarettenanzünder ausgestattet, der sich mit dem Handy verbindet.
Bieten auch andere Versicherungen diese Tarife an?
Als einer der Ersten hatte die Sparkassen-Direkt-Versicherung Telematik-Boxen einbauen lassen. Nach den ersten 1000 Boxen wurde das Projekt Ende 2015 aber auf Eis gelegt. „Die Kundenzufriedenheit war sehr hoch, leider aber auch die Kosten“, erklärte das Unternehmen. Derzeit arbeite man an einer preisgünstigeren Variante.
Was bringen den Versicherungen die Telematik-Tarife?
Die Allianz wendet sich an Fahrer bis 28 Jahre. Sie sind im Gegensatz zu langjährigen Autofahrern für die Unternehmen ein größeres Risiko, weil sie besonders häufig in Unfälle verwickelt sind.
Welche Nachteile gibt es?
Wer einen Telematik-Tarif nutzt, zahlt mit seinen Daten. Regelmäßig müssen die Fahrten-Aufzeichnungen an die Versicherung übermittelt werden. Die Allianz arbeitet mit einem kanadischen Dienstleister zusammen, der die Informationen erhält. Die Allianz selbst habe keinen direkten Zugriff auf die Daten und könne keine persönlichen Informationen daraus ableiten. Bei der Allianz können Fahrer die Datenübermittlung für einzelne Fahrten unterbrechen – und ohne Aufsicht Gas geben. Solange genügend Fahrten erfasst werden, gilt der Tarif auch dann.
Wird die Autoversicherung billiger?
Wer den Tarif nicht wählt, zahlt mehr. Die Verbraucherzentrale Bayern befürchtet aus diesem Grund langfristig steigende Preise für alle, die sich nicht überwachen lassen wollen.

