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gal ob Elektromotor oder Brennstoffzelle: Felix Walter, Andre Marschall und Markus Walter (von links) laden zur Probefahrt ein. Foto: Meyer
gal ob Elektromotor oder Brennstoffzelle: Felix Walter, Andre Marschall und Markus Walter (von links) laden zur Probefahrt ein. Foto: Meyer
07.12.2018

Antrieb mit Wasserstoff - Autohaus Walter mit breitem Angebot

Pforzheim. „Viele reden von E-Mobilität. Wir bieten unseren Kunden das beste aus zwei Welten“, sagt Markus Walter, Geschäftsführer vom gleichnamigen Pforzheimer Autohaus im Pforzheimer Norden und im Brötzinger Tal. Dabei macht man alternative Antriebsformen erfahrbar: mit einer ganzen Flotte von Vorführwagen. „Außer vollelektrisch und Brennstoffzelle haben wir auch Hybrid und PlugIn-Hybrid-Fahrzeuge im Programm, somit können wir alle Alternativen, welche es aktuell am Markt zu kaufen gibt, abbilden.“

Der Verkauf von Elektrofahrzeugen habe zuletzt deutlich angezogen, wobei der Elektrobonus der Bundesregierung gerne genutzt werde. Der Nissan Leaf als meistverkaufte E-Auto der Welt habe da eine Vorreiterrolle inne. Auch größere Modelle wie der Nissan e-NV200 als Kastenwagen oder Familien-Van mit sieben Sitzen seien verfügbar. Auch die staatliche Förderung plus Herstellerbonus unterstützt die angestrebte Elektrifizierung. „Die Verbesserung der Dienstwagenbesteuerung zum 1. Januar 2019 auf 0,5 statt ein Prozent gilt sowohl für PlugIn als auch für vollelektrische Fahrzeuge.“

Reichweiten von 400 Kilometer (elektrisch) und über 700 mit der Brennstoffzelle seien dabei wichtige Verkaufsargumente, sagt Andre Marschall, Niederlassungsleiter des Autohauses Walter im Brötzinger Tal, Spezialist für Hyundai. Der neue Nexo sei eine saubere Alternative zum Verbrennungsmotor. Man braucht keine Stromladesäule, sondern fährt einfach an eine Tankstelle, die Wasserstoff an ihren Zapfsäulen anbieten. Mit 6,6 Kilogramm H2 ist der Tank rasch gefüllt und reicht locker von Pforzheim bis Hamburg, ergänzt Felix Walter. Und einige Autohersteller denken auch an die Zeit nach der Mobilität: Nissan nutzt alte Elektrobatterien beispielsweise zur Notstromversorgung im Stadion von Ajax Amsterdam. Sie stammen aus E-Autos. Ihren CO2-Lebenszyklus haben diese bereits hinter sich, sind aber funktionsfähig. Aus diesem Grund sind diese beim Einsatz erheblich nachhaltiger als Systeme mit neuen Batterien. Interessant ist, dass Batteriezellen mit einer Kapazität von 2,8 MWh verbaut sind; entspricht rund 150 Nissan Leafs.

Die Tankstelle der Zukunft

Trotz aller Fortschritte bei der Elektromobilität: Tankstellen wird es nach einer aktuellen Studie auch im Jahr 2040 noch geben. Doch werden sie ganz anders aussehen als heute. Sie könnten Landeplätze für Luft-Taxis bieten, die Wartung von selbstfahrenden Autos übernehmen und als Logistikcenter dazu beitragen, den E-Commerce-Boom zu bewältigen. Aber natürlich werden sie auch noch Benzin, Diesel sowie Strom für Elektroautos verkaufen. Das ist das Ergebnis einer Studie zur „Tankstelle der Zukunft“, die von Aral und dem Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) in Düsseldorf vorgestellt wurde.

Auch 2040 werden nach Einschätzung des DLR noch mehr als zwei Drittel aller Fahrzeuge in Deutschland einen Verbrennungsmotor an Bord haben. Benzin- und Diesel-Hybride dürften dann einen Anteil von rund 68 Prozent an den Pkw-Neuzulassungen haben, prognostiziert die Leiterin des Instituts für Verkehrsforschung des DLR, Barbara Lenz. Weniger als ein Prozent der Neuwagen würden noch über einen rein konventionellen Antrieb verfügen. Doch auch der reine Elektroantrieb werde nur eine bescheidene Rolle spielen. Von den rund 43 Millionen Pkw auf Deutschlands Straßen dürften gerade einmal 1,3 Millionen „rein batterieelektrisch“ fahren, erwartet die Expertin.

Eine noch größere Rolle dürften konventionelle Kraftstoffe bei Nutzfahrzeugen spielen. Mehr als ein Fünftel der Lastwagen ab 3,5 Tonnen werde weiterhin mit konventionellen Dieselmotoren fahren, sagt Lenz voraus – einfach weil es am effizientesten sei. Dennoch wird sich für die Tankstellen viel ändern. Durch effizientere Motoren und Hybride werde der konventionelle Kraftstoffverbrauch „insgesamt deutlich sinken“, ist Aral-Chef Patrick Wendeler überzeugt. Deshalb will der deutsche Marktführer künftig an seinen Tankstellen neben Benzin, Diesel, Erdgas oder Autogas auch Strom für Elektromobile verkaufen. Ultra-Schnellladesäulen mit einer Kapazität von 350 Kilowatt sollen es erlauben, in Zukunft Elektroautos in wenigen Minuten aufzuladen. „Der Tankvorgang soll nicht länger als bei konventionellem Kraftstoff dauern“, beschreibt Wendeler das Ziel.