Pforzheim/Enzkreis/Kreis Calw. Zum Jahresende ist die Zahl der Arbeitslosen im Nordschwarzwald gegenüber dem Vormonat um 54 oder 0,3 Prozent auf 16.133 gestiegen. Im Vergleich zum Vorjahr ist der Anstieg deutlicher ausgefallen: Im Dezember 2024 waren noch 922 oder 6,1 Prozent weniger Menschen arbeitslos, wie die Agentur für Arbeit Nagold-Pforzheim mitteilt.
Die Arbeitslosenquote – bezogen auf alle zivilen Erwerbspersonen – blieb im Vergleich zum Vormonat unverändert bei 4,6 Prozent. Vor einem Jahr lag sie noch bei 4,3 Prozent.
„Der Arbeitsmarkt im Nordschwarzwald steht weiter vor großen Herausforderungen. Zwar ist die Arbeitslosigkeit im Dezember nur minimal gestiegen, die Zahl der gemeldeten Stellen reicht aber nicht aus, um den Arbeitsmarkt in Bewegung zu bringen und eine Trendwende einzuleiten,“ so Martina Lehmann, Vorsitzende der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Nagold-Pforzheim, zu den neuesten Zahlen vom regionalen Arbeitsmarkt.
Aufgrund des demographischen Wandels stehen dem Arbeitsmarkt immer weniger Menschen zur Verfügung. Die Babyboomer-Generation erreicht zunehmend das Rentenalter, für sie rücken immer weniger junge Erwerbstätige nach. „Durch das knapper werdende Arbeitskräfteangebot versuchen unsere Unternehmen ihre Arbeitskräfte auch in konjunkturellen Schwächephasen zu halten. Das stabilisiert den Arbeitsmarkt, die Arbeitslosigkeit steigt weniger stark als erwartet,“ so Lehmann weiter.

Die Nachfrage nach Arbeitskräften ist zum Jahresende leicht gestiegen, bewegt sich aber auf niedrigem Niveau. Dem Arbeitgeberservice der Agentur für Arbeit Nagold-Pforzheim wurden im Dezember 780 zu besetzende Stellen gemeldet, 14 oder 1,8 Prozent mehr als im November und 28 oder 3,7 Prozent mehr als vor einem Jahr. Die Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten ist leicht zurückgegangen.

Arbeitslose
Insgesamt meldeten sich im Verlauf des Monats 3.267 Männer und Frauen neu oder erneut arbeitslos. Das waren 33 oder 1,0 Prozent weniger als im November aber 40 oder 1,2 Prozent mehr als im Dezember 2024. Gleichzeitig konnten 3.194 Menschen ihre Arbeitslosigkeit beenden, 493 oder 13,4 Prozent weniger als im Vormonat und 63 oder 1,9 Prozent weniger als vor einem Jahr. Knapp neun Prozent der Arbeitslosen sind unter 25 Jahre alt, dagegen sind mehr als 36 Prozent 50 Jahre und älter. Fast ein Drittel aller Arbeitslosen war im Dezember schon länger als ein Jahr ohne Arbeit.
Rückblick 2025
Im Jahresdurchschnitt 2025 gab es im Bezirk der Agentur für Arbeit Nagold-Pforzheim 16.469 Arbeitslose, 1.456 oder 9,7 Prozent mehr als im Durchschnitt des Jahres 2024. In allen Monaten lag die Arbeitslosigkeit jeweils über dem Vorjahreswert. Der Jahreshöchstwert wurde im August erreicht: Mit 17.333 arbeitslos gemeldeten Menschen wurde die Grenze von 17.000 erstmals seit 2020 wieder überschritten. Die wenigsten Arbeitslosen gab es im November (16.079). Die Arbeitslosenquote lag im Jahresdurchschnitt bei 4,7 Prozent und damit auf dem höchsten Wert seit 2010 (5,2 Prozent). Wenig Stellenmeldungen: Von Januar bis Dezember 2026 wurden knapp 8.900 zu besetzende Arbeitsstellen gemeldet. Das waren rund 500 Stellen weniger als 2024 und über 7.000 Stellenmeldungen weniger als im konjunkturellen Boomjahr 2018.
Im Jahresdurchschnitt 9,7 Prozent mehr Arbeitslose als im Vorjahr bei einem gleichzeitigen Rückgang der gemeldeten Stellen um 5,4 Prozent verdeutlichen die schwierige Lage am Arbeitsmarkt im Jahr 2025.
Zahl der Kurzarbeiter und kurzarbeitenden Betriebe
Nach einer ersten Hochrechnung zur realisierten Kurzarbeit für den Monat August 2025 haben im Bezirk der Agentur für Arbeit Nagold-Pforzheim 5.177 Beschäftigte in 176 Betrieben kurzgearbeitet. Zum Vergleich: Im August 2024 waren es 2.322 Beschäftigte in 123 Betrieben.
Die Kurzarbeiterquote, also der Anteil der Kurzarbeitenden an allen sozialversicherungspflichtigen Beschäftigten, lag im Nordschwarzwald im August 2025 bei 2,3 Prozent und im August 2024 bei 1,0 Prozent.
Stadt Pforzheim
Die Arbeitslosenquote ist im Vergleich zum Vormonat unverändert bei 7,2 Prozent geblieben. Vor einem Jahr lag sie noch bei 6,9 Prozent. Insgesamt waren 5.081 Menschen arbeitslos gemeldet, davon 2.046 (40,3 Prozent) in der Arbeitslosenversicherung und 3.035 (59,7 Prozent) in der Grundsicherung. Im Dezember wurden 194 Stellenangebote gemeldet. Das waren 20 oder 11,5 Prozent mehr als im Vormonat und 13 oder 7,2 Prozent mehr als vor einem Jahr. Derzeit sind 898 offene Stellenangebote im Bestand, 73 oder 8,8 Prozent mehr als im Dezember 2024.
Enzkreis
Die Arbeitslosenquote blieb im Vergleich zum Vormonat unverändert bei 3,7 Prozent. Vor einem Jahr lag sie bei 3,3 Prozent. Insgesamt waren 4.215 Menschen arbeitslos gemeldet, davon 2.366 (56,1 Prozent) in der Arbeitslosenversicherung und 1.849 (43,9 Prozent) in der Grundsicherung. Im Dezember wurden 127 Stellenangebote gemeldet. Das waren 75 oder 37,1 Prozent weniger als im Vormonat und 13 oder 9,3 Prozent weniger als im Dezember 2024. Aktuell sind 846 offene Stellenangebote im Bestand, 16 oder 1,9 Prozent weniger als vor einem Jahr.
Landkreis Calw
Die Arbeitslosenquote blieb im Vergleich zum Vormonat unverändert bei 3,9 Prozent. Vor einem Jahr lag sie bei 3,8 Prozent. Insgesamt waren 3.660 Menschen arbeitslos gemeldet, davon 1.911 (52,2 Prozent) in der Arbeitslosenversicherung und 1.749 (47,8 Prozent) in der Grundsicherung. Im Dezember wurden 205 Stellenangebote gemeldet. Das waren elf oder 5,1 Prozent weniger als im Vormonat und 41 oder 25,0 Prozent mehr als im Dezember 2024. Aktuell sind 859 offene Stellenangebote im Bestand, 34 oder 3,8 Prozent weniger als vor einem Jahr.
Stellenmarkt
Mitte Dezember waren im Bezirk der Agentur für Arbeit Nagold-Pforzheim 3.568 offene Stellen gemeldet, 33 oder 0,9 Prozent weniger als im November und 185 oder 4,9 Prozent weniger als vor einem Jahr. Sozialversicherungspflichtige Beschäftigung. Die Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten ist leicht zurückgegangen. Im Juni 2025 - neuere Daten liegen nicht vor - waren im Agenturbezirk NagoldPforzheim 221.425 Männer und Frauen sozialversicherungspflichtig beschäftigt, 1.815 oder 0,8 Prozent weniger als im Juni 2024.

