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Kurze Wege: Optimiert sind die Arbeitsplätze in der Kommissionierung. MEYER 
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Shuttlebusse bringen die Versandhausmitarbeiter täglich von Pforzheim nach Östringen. Das Versandzentrum verfügt über 42 Warenein- und Ausgabe-Stationen für Lastwagen. THOMAS MEYER 
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Die Ware kommt automatisch in blauen Kisten direkt zum Mitarbeiter. 
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Bis zu 40 000 Pakete verlassen bald täglich das neue Logistikzentrum in Östringen. 
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Das Shuttlesystem ist hinter Gittern. 
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Bader baut ganz groß für Mode - Neues Logistikzentrum am Standort Östringen hat den Betrieb aufgenommen

Der eindrucksvolle Neubau setzt in jeder Hinsicht Maßstäbe. Die Rede ist vom neuen Bader Versandzentrum. Leider steht der Prachtbau nicht in der Goldstadt, sondern in Östringen, Landkreis Karlsruhe. Herzstück ist das vollautomatische Shuttle- und Hochregallager – in dieser Größenordnung eine Pionierleistung, wie Klaus Bader im Gespräch mit der PZ betont. Kilometerlange Fußwege, um die gewünschten Produkte aus dem Lager zu holen und zur Kommissionierung zu bringen – bei Bader sind sie Vergangenheit.

Es mutet ein bisschen an wie Raumschiff Enterprise: Wie von Geisterhand werden die Boxen mit den bestellten Artikeln von den Shuttlefahrzeugen an den Lagerplätzen abgeholt und zur Kommissionierung transportiert. Dort entnimmt der Mitarbeiter die benötigte Ware und legt sie in den Versandkarton, der mit einer Spezialmaschine auf die gewünschte Größe geformt wird. Durch Verringerung des Transportvolumens – und damit weniger Luft im Karton – wird auch die Umwelt geschont. Im Schnitt landen drei Artikel pro Bestellung in einem Paket.

Die großflächigen, hellen Räume überraschen durch harmonische und belebende Farbgebung. Ende November 2017 hat das erste Paket den neuen Standort verlassen. Inzwischen ist das System auf 30 Prozent hochgefahren. Bald wird das neue Logistikzentrum unter Volllast in einer Acht-Stunden-Schicht täglich rund 40 000 Pakete aussenden können. Lediglich 18 Minuten dauert es, bis das gewünschte Produkt versandfertig verpackt im Lkw landet. Tagesaktuelle Lieferung ist damit kein Problem.

Das Shuttle-System gilt als „Königsweg“ – technologisch eine der modernsten Anlagen weltweit. Auch auf Energieeffizienz hat man beim Neubau in Östringen größten Wert gelegt. Beim Bremsen wird die Energie der unzähligen Elektromotoren zurückgewonnen. Alle Lichtquellen werden mit sparsamer LED-Technik betrieben. Der riesige Neubau hat den Heizbedarf auf Passivhausniveau. Ein 33 Meter hohes Hochregallager mit 16 000 Palettenplätzen versorgt das Shuttlelager mit Nachschub.

Das neue Logistikzentrum hat eine Betriebsfläche von 78 000 Quadratmetern oder umgerechnet zwölf Fußballfeldern. Erweiterungsmöglichkeiten sind vorhanden. Beeindruckend ist nicht nur die ausgeklügelte Versandlogistik, sondern auch die autonome Anlagensteuerung. Dabei sortiert sich das Lager selbst um, gängige Artikel erhalten kürzere Zugriffswege. Der Bau in Deutschland hat alleine an Brandschutztechnik über zehn Millionen Euro verschlungen. Da das Hochregallager eine selbsttragende Stahlkonstruktion ist, hätte die Stabilisierung der Brandschutzwand 1,5 Millionen Euro statischen Aufwand bedeutet. Um dies zu vermeiden, wurde ein Bürogebäude, welches ursprünglich gar nicht vorgesehen war, dagegen gestellt. Hier werden bis zu 65 Arbeitsplätze im Callcenter geschaffen.