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Schauspielerin Anna Maria Mühe freut sich über ihren Bambi, der in Pforzheim vergoldet wurde.  Foto: dpa 

Bambi-Vergolder droht Pleite: Weinbrecht&Kücherer in Pforzheim stellt Insolvenzantrag

Sternenfels/Pforzheim. Die Eucrea-Gruppe mit Hauptsitz in Sternenfels hat für mehrere ihrer Gesellschaften Insolvenzanträge gestellt. Betroffen sind insbesondere die beiden Oberflächenveredelungsunternehmen Weinbrecht & Kücherer in Pforzheim und FMB Technik (Sternenfels).

Daneben haben auch die auf Galvanik-Anlagen spezialisierte Eucrea Industrieservice sowie die Eucrea Hexagon Holding GmbH beim Amtsgericht Pforzheim Insolvenzanträge eingereicht, heißt es in einer Pressemitteilung. Nicht betroffen sind die beiden ausländischen Gesellschaften Posa (Schweiz) und Eucrea Kontakte (Polen).

Die Löhne und Gehälter der insgesamt rund 130 Mitarbeiter der betroffenen Gesellschaften im Pforzheimer Raum seien über das Insolvenzgeld bis einschließlich April gesichert.

Weinbrecht&Kücherer hat als Oberflächenveredler eine lange Tradition. Spezialität des Unternehmens sind Beschichtungen – das bekannteste vergoldete Kunstobjekt dürfte der Fernsehpreis Bambi sein. Weinbrecht & Kücherer wurde vor über 80 Jahren durch Max Weinbrecht und Willi Kücherer gegründet und vor zwei Jahren von der Sternenfelser FMB Group übernommen. Neben der rein galvanischen Beschichtung werden den Kunden auch angrenzende Servicedienstleistungen (Strahlen, Polieren, Lackieren) angeboten.

Geschäft läuft weiter

Der vorläufige Insolvenzverwalter Holger Blümle von der Kanzlei Schultze&Braun verschafft sich derzeit einen Überblick über die wirtschaftliche Situation der Eucrea-Gruppe, heißt es in der Mitteilung, „Auch nach den Insolvenzanträgen läuft der Geschäftsbetrieb der betroffenen Gesellschaften unverändert weiter. „Vorrangiges Ziel ist es, zunächst den Geschäftsbetrieb zu stabilisieren sowie erste Sanierungsmaßnahmen umzusetzen. Kunden und Lieferanten haben bereits signalisiert, weiter zu den betroffenen Unternehmen zu stehen“, sagt Blümle.

Suche nach Investoren

Der vorläufige Insolvenzverwalter kündigte an, dass schnellstmöglich eine gezielte Suche nach Investoren begonnen werden soll. „Nach meinem bisherigen Eindruck ist die Gruppe insgesamt gut aufgestellt. Sie ist ein führender, sehr innovativer Anbieter von Oberflächenveredelungen. Insbesondere im Bereich der selektiven Veredelung verfügt das Unternehmen über Produktionstechniken und Know-how, das am Markt einzigartig ist und die Gruppe zu einem Vorreiter in diesem Segment gemacht hat“, so Blümle.

Ursache der wirtschaftlichen Schieflage ist nach Unternehmensangaben der Brand der Galvanik von FMB Technik im November 2016. Dies habe zusätzliche Kosten verursacht und zu Umsatzeinbußen geführt, von denen sich das Unternehmen noch nicht erholen konnte. Zusätzlich habe die Übernahme von Weinbrecht&Kücherer die Liquidität der Gruppe belastet.