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Laco-Geschäftsführer Uwe Rücker ist selbst ein großer Uhrenliebhaber und präsentiert am Messestand auch firmeneigene „Erbstücke“. Foto: Ketterl
Laco-Geschäftsführer Uwe Rücker ist selbst ein großer Uhrenliebhaber und präsentiert am Messestand auch firmeneigene „Erbstücke“. Foto: Ketterl
Aus Gelb- und Rosegold mit Steinen besetzt ist dieser Armreif von Jörg Heinz. Foto: Ketterl
Aus Gelb- und Rosegold mit Steinen besetzt ist dieser Armreif von Jörg Heinz. Foto: Ketterl
Barbara Haas vertritt seit 25 Jahren die Pforzheimer Farben auf der Baselworld. In diesem Jahr stellt sie im neugeschaffenen Design-Lab aus.. Foto: Ketterl
Barbara Haas vertritt seit 25 Jahren die Pforzheimer Farben auf der Baselworld. In diesem Jahr stellt sie im neugeschaffenen Design-Lab aus.. Foto: Ketterl
28.03.2017

Baselworld: Fliegeruhr statt Smartwatch

Pforzheim/Basel. Der Kampf um den lukrativen Platz am Handgelenk geht weiter. Dabei spielen auch die Smartwatches eine Rolle, weiß Guido Grohmann, neuer Hauptgeschäftsführer des Bundesverbands Schmuck+Uhren und seit vielen Jahren in der Branche tätig. „Wer sich aktuell für eine Computer-Uhr entschieden hat, kauft vermutlich in nächster Zeit keinen Chronographen mehr.“ Das spüren nicht nur die Schweizer Nobelhersteller, die auf der Baselworld ausstellen, sondern auch ihre deutschen Mitbewerber. Die konnten im vergangenen Jahr im Gegensatz zu den Eidgenossen ihre Umsätze leicht steigern.

„Made in Germany“ ist wieder ein gefragtes Kriterium beim Uhrenkauf. Nicht nur im sächsischen Glashütte, sondern auch in der Goldstadt hofft man auf gute Geschäfte durch die Präsenz auf der weltgrößten Uhrenmesse. Bis ins Jahr 1925 geht die Geschichte der Pforzheimer Uhrenfabrik Lacher zurück. Damals gründeten Frieda Lacher und Ludwig Hummel die Firma Lacher & Co – kurz Laco. Sie bauten in Pforzheimer Gehäuse Schweizer Uhrwerke ein. Um sich auch hinsichtlich der Werke unabhängig zu machen, gründete Hummel 1933 den Werkehersteller Durowe (Deutsche Uhren-Rohwerke).

Bekannt wurde Laco in den 1940er-Jahren mit dem Bau der legendären Beobachtungsuhren für die deutsche Luftwaffe. Weitere Hersteller waren damals A. Lange & Söhne (Glashütte), Wempe, IWC Schaffhausen und Stowa (Pforzheim). „Mit dem Laco-Erbstück erinnern wir an diese Tradition“, erläutert Dorothea Günther, Prokuristin der Laco Uhrenmanufaktur. „Den Prototypen haben wir im vergangenen Jahr auf der Baselworld vorgestellt.“ Obwohl die Zeitmesser aus aktueller Produktion stammen, erscheinen sie wie Unikate von Großvaters Handgelenk. In einem speziellen Verfahren werden sie künstlich gealtert. Sie haben Kratzer, vermeintliche Rostspuren sowie ein nostalgisches Uhrband – und verkaufen sich bestens, wie Dorothea Günther betont.

Vor 25 Jahren präsentierte Barbara Haas ihre erste Kollektion in Basel. Die Pforzheimerin ist Goldschmiedemeisterin und Schmuckdesignerin lebte 17 Jahre in Florenz, wo die 51-jährige auch als Bildhauerin arbeitet. Die toskanischen Einflüsse sind in ihren Schmuckstücken deutlich zu erkennen. Die Lackmaltechnik hat Haas von ihrer Mutter erlernt. Ihre aktuelle Kollektion zeigt sie im neugeschaffenen Design-Lab der Baselworld – einem Forum für aufstrebende Designer. Ihren Festivalring mit dem Namen „Heimatgefühl“ hat die Pforzheimerin dem Schmuckjubiläum der Goldstadt gewidmet.

Die Baselworld dauert noch bis kommenden Donnerstag (Tageskarte 60 Franken)