Pforzheim. Nach schwierigen Zeiten wieder in ruhigem Fahrwasser: Die Pforzheimer Firma Ungerer musste vor vier Jahren nach massiven Umsatzeinbrüchen im China-Geschäft Insolvenzantrag stellen. Mit dem Einstieg des mittelständischen französischen Industriekonzerns Redex gelang – nach dem zwischenzeitlichen Einstieg einer Münchner Finanzgesellschaft – im Sommer 2017 der erfolgreiche Neustart.
Gut ausgelastet
Grund genug für Oberbürgermeister Peter Boch, Direktor Oliver Reitz und Markus Epple vom Eigenbetrieb Wirtschaft und Stadtmarketing (WSP) am Montag das Traditionsunternehmen im Arlinger zu besuchen. Die Ungerer Technology GmbH beschäftigt – zusammen mit der Schwesterfirma Bühler – wieder 115 Mitarbeiter. Mit einem Umsatz von rund 20 Millionen Euro liegt man voll im Plan, wie Geschäftsführer Klaus Lenz versicherte, der im Auftrag des französischen Investors Bruno Grandjean, Chef der französischen Redex-Gruppe, die Geschicke des deutschen Tochterunternehmens leitet. Der Oberbürgermeister wollte sich über die aktuelle Entwicklung des Unternehmens und dessen Anliegen informieren. „Wir sind eigentlich ganz zufrieden“, betonte Lenz. Auch wenn bürokratische Hürden die Beschäftigung von ausländischen Mitarbeitern erschweren würden.
Die Firma Ungerer – vor 125 Jahren in Pforzheim gegründet – erzielt fast 80 Prozent ihres Umsatzes im Ausland – ein Großteil davon in Asien. Die aktuell in China grassierende Viruskrankheit hat auch die Reisepläne im Pforzheimer Unternehmen durcheinander gewirbelt. „Statt wie geplant im Januar fliegen wir erst Ende Februar“, erklärt Lenz. Das kann den Geschäftsführer, der über 30 Jahre für Thyssenkrupp international tätig war – unter anderem als Manager in Shanghai – nicht verunsichern. Er geht von einem weiteren Wachstum in China aus. In Pforzheim habe man die Hausaufgaben gemacht und kräftig in neue Anlagen investiert. Für 2,5 Millionen Euro wurde gerade ein modernes Bearbeitungszentrum in Betrieb genommen. Ein Schulungszentrum mit Ungerer-Museum und Gästezimmer sei geplant.
Höchste Präzision
Ungerer Technology liefert Präzisionsmaschinen und Anlagen für die Hütten- und Walzwerk-Industrie sowie die Metallverarbeitung. Mit den Anlagen werden Metalle für die Luftfahrt, Handygehäuse, Getränkedosen und die Schmuckindustrie gefertigt. Ein patentiertes Planheitsmesssystem garantiert höchste Präzision.

