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Die OKI-Geschäftsführer Hans-Michael Göpfert (links) und Klaus Harzheim haben gestern die geplanten Personalmaßnahmen erläutert.
Die OKI-Geschäftsführer Hans-Michael Göpfert (links) und Klaus Harzheim haben gestern die geplanten Personalmaßnahmen erläutert.
20.11.2015

Bilfinger OKI Isoliertechnik baut 150 Arbeitsplätze ab

Der Namen OKI ist weit über die Goldstadt hinaus ein Begriff: Otto Kienzle gründete das Unternehmen vor 87 Jahren in Eutingen. 100 Mitarbeiter beschäftigt der Isoliertechnik-Spezialist im Pforzheimer Altgefäll – der inzwischen zum Bilfinger-Konzern gehört und unter dem Namen Bilfinger OKI Isoliertechnik GmbH firmiert.

Dort sind bundesweit 1000 Mitarbeiter tätig, die 2014 einen Umsatz von 120 Millionen Euro erzielten. Ein wichtiges Standbein ist das Kraftwerksgeschäft. Infolge der Energiewende in Deutschland und damit verbundenen Umsatzrückgängen sieht sich das Unternehmen zu einer Personalreduzierung gezwungen, wie die Geschäftsführer Hans-Michael Göpfert und Klaus Harzheim gestern im Gespräch mit der PZ am Standort Pforzheim erläuterten.

Vom geplanten Stellenabbau seien 15 Prozent der Beschäftigten der Bilfinger OKI Isoliertechnik betroffen. Betriebsbedingte Kündigungen sollten nach Möglichkeit vermieden werden, betonte Göpfert. Was den traditionsreichen Standort Pforzheim angehe, würden die Anpassungsmaßnahmen lediglich sieben Mitarbeiter betreffen, ergänzte Harzheim. Im Altgefäll werden neben den Planungen von internationalen Energieprojekten vorwiegend Schallschutzkabinen sowie Isolierungen von Kühlräumen und Kälteanlagen konzipiert. „Wir arbeiten seit Jahrzehnten über Wartungsverträge mit großen Automobilkonzernen und deren Zulieferbetrieben zusammen.“ Die Energiewende habe in Deutschland zu einem Einbruch im Projektgeschäft sowie erheblichem Kostendruck im Servicegeschäft (Wartung und Instandhaltung) geführt. Niedrige Gas- und Ölpreise tragen ebenfalls zur Investitionszurückhaltung bei den Kunden bei. Bilfinger OKI habe sich daher zu Personalanpassungen entschlossen und mit der IG BAU und den Betriebsräten an den Standorten Hamburg, Kavelstorf, Bremen, Dortmund, Leuna, Salzgitter, Speyer, Pforzheim, Puchheim und Simbach einen Interessenausgleich und Sozialplan abgeschlossen. „Über 100 Mitarbeiter werden wohl freiwillig in eine Transfergesellschaft wechseln“, prognostiziert Göpfert. Von dort aus sollen die Beschäftigten innerhalb eines Jahres eine neue Tätigkeit finden. Der Stellenabbau soll bis Mitte kommenden Jahres abgeschlossen sein. Mit 850 Mitarbeitern sieht sich die Bilfinger OKI Isoliertechnik für die Zukunft gerüstet. Zuwächse erhofft man sich in der Chemie- und Pharma- sowie der Nahrungsmittelindustrie.