Mit Preisnachlässen werben viele Ladengeschäfte für den Black Friday. Foto: Ducret
Wirtschaft
Black Friday: Rabattschlacht eröffnet
  • Erich Reimann

Düsseldorf: Es ist eine der größten Rabattschlachten im deutschen Einzelhandel: Am Black Friday und am Cyber Monday drei Tage später werden die Bundesbürger nach Schätzungen des Handelsverbandes Deutschland (HDE) angelockt von zahlreichen Sonderangeboten rund 2,4 Milliarden Euro für Einkäufe ausgeben.

Das sind noch einmal 15 Prozent mehr als im vorigen Jahr. Die aus Amerika importierten Schnäppchentage sind dabei, den Einzelhandel in Deutschland nachhaltig zu verändern. Das besondere an ihnen: Die Rabatte gibt es schon zu Beginn des Weihnachtsgeschäfts und nicht erst in den letzten Tagen vor oder gar nach dem Fest.

Nach einer Umfrage der zur Unternehmensberatung McKinsey gehörenden Analysefirma Periscope wollen drei Viertel der Bundesbürger am Black Friday auf die Suche nach Schnäppchen gehen. Einer der Vorreiter bei der Entwicklung ist der US-Internetgigant Amazon. Heute versprechen eine Vielzahl von Händlern von Media Markt bis Lidl das „Shoppingevent des Jahres“.

„Aktionstage wie der Black Friday oder der Cyber Monday werden immer wichtiger für den Handel. Der Co-Chef des Online-Möbelhändlers Home24, Marc Appelhoff, ist sich sicher: „Der Black Friday hat das Potenzial, der neue Winterschlussverkauf zu werden.“

Doch ist die frühe Schnäppchenjagd nicht unumstritten. „Schon zu Beginn des wichtigen Weihnachtsgeschäfts mit Preisnachlässen um sich zu werfen, macht eigentlich keinen Sinn. Die Rabatte sollten erst am Ende der Saison kommen“, urteilt Branchenkenner Gerrit Heinemann von der Hochschule Niederrhein. Die Händler hätten allerdings kaum eine Wahl, meint Kai Hudetz vom Institut für Handelsforschung (IFH) in Köln: „Wer nicht mitmacht, muss befürchten, am Ende auf seinen Waren sitzenzubleiben.“

Dass das Rotstift-Spektakel schnell nach hinten losgehen kann, erlebte im vergangenen Jahr Deutschlands größter Elektronikhändler Ceconomy (Media Markt, Saturn). Einerseits war der Black Friday 2017 der umsatzstärkste Tag in der Geschichte des Unternehmens. Andererseits musste Ceconomy dafür einen hohen Preis zahlen. Denn die vorgezogenen Käufe sorgten dafür, dass das Geschäft im Dezember schlechter lief als erwartet und sich neue Geräte in den Filialen und Lagern stapelten. Die Verbraucherzentrale rät den Bundesbürgern ohnehin, bei der Schnäppchenjagd auf jeden Fall einen kühlen Kopf zu bewahren. Preisvergleiche könnten sich mehr lohnen als Sonderangebote am Aktionstag.