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Die regionalen Firmen Adler, Heimerle + Meule, Hoffmann, Plastec GmbH, Profiltech, ProSeS BDE , RST GmbH, Siegfried Beck, StrohhekerSchulz GmbH und Vapic GmbH stellten am Pforzheimer Hochform-Gemeinschaftsstand aus. Schweizer/Neff (2) 
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Verhalten optimistisch geben sich die Pforzheimer Aussteller – hier die Firma G. Rau. 
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Daniel Gruber (Firma Cimtrode) erläutert am Stand von Zecha optische Messtechnik. 

Blechexpo erfüllt die Erwartungen, ohne zu glänzen: 25 Unternehmen aus Pforzheim und der Region stellten auf der Messe aus

Andreas Reiling, geschäftsführender Gesellschafter der Firma ProSeS BDE, ist zufrieden. „Wir hatten viele gute Gespräche.“ Sein Pforzheimer Softwareunternehmen sorgt dafür, dass Drehmaschinen in den Produktionsstätten vernetzt und optimal ausgelastet sind. Weltweit laufen 250 Installationen mit 12 000 angeschlossenen Anlagen.

Das Thema Industrie 4.0 ist in aller Munde, auch auf der Blechexpo in Stuttgart, die gestern nach vier Messetagen zu Ende ging. 25 Unternehmen aus Pforzheim und dem Enzkreis waren als Aussteller vertreten, insgesamt präsentierten sich 1500 Firmen auf der wichtigsten Branchenmesse. Auch bei der Pforzheimer Traditionsfirma G. Rau ist man zufrieden. Vertriebsleiter Markus Schwemmle spricht von guten Kontakten im Messeverlauf, selbst wenn die Besucherfrequenz der Blechexpo etwas unter jener des Jahres 2017 lag. „Wir fahren nach wie vor im Drei-Schichtbetrieb“, so Schwemmle. Nach der Überhitzung im Rekordjahr 2018 hätten sich die Bestellungen aus der Automobilindustrie merklich abgekühlt. „Man kann schon von einer Verunsicherung reden. Keiner weiß, wann es wieder anzieht.“ Diese Einschätzung teilen viele regionale Aussteller. Der Handelskrieg zwischen den USA und China wirke sich aus.

Martin Luger von der Präzisionstechnik-Firma Kramski berichtet von etwas weniger Anfragen nach Neuprojekten, dafür mit deutlicher Ausrichtung auf neue Technologien in der Automobilindustrie. „Auch Wasserstoff spielt dabei eine Rolle.“

„Das Glas ist halbvoll – und nicht halbleer“, betont Markus Roos von der Maschinenbaufirma Haulick+Roos. Selbst der von vielen Klimaschützern totgesagte Diesel werde auch zukünftig eine wichtige Rolle einnehmen, gerade wenn es um synthetische Kraftstoffe gehe, ergänzt Stefan Zecha. Der geschäftsführende Inhaber der Zecha Hartmetall-Werkzeugfabrikation mit über 130 Mitarbeitern in Königsbach-Stein ist zugleich Vorsitzender des Fachverbands Präzisionswerkzeuge im VDMA. „Es war sicherlich eine gute Messe.“

Dass allein die E-Mobilität die Auftragsbücher künftig füllen wird, glaubt auch Markus Roos nicht. Aktuell seien die deutschen Verbraucher verunsichert und verschieben ihren Autokauf – mit den bekannten Folgen für die Industrie. Dazu kommen die Rückgänge auf dem chinesischen Fahrzeugmarkt. Zum Glück seien viele Zulieferfirmen aus dem Nordschwarzwald – trotz einer gewissen Automobillastigkeit – breit aufgestellt.

„Es läuft richtig gut“, sagt Michael Stepper vom gleichnamigen Stanztechnik-Spezialisten in Pforzheim-Büchenbronn. Innovationen seien mehr denn je gefragt und verweist auf zahlreiche Neuprojekte. Kontakte zu möglichen Arbeitgebern in der Metallbranche knüpften Studierende der Hochschule Pforzheim beim „Career Walk“ des WSP-Hochschulservice.

Lothar Neff

Lothar Neff

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