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Plädieren zum heute erwarteten Urteil im Kartellstreit bei der künftigen Holzvermarktung für die Rechtsform der eingetragenen Genossenschaft: Landwirtschaftsminister Peter Hauk (links) und bwgv-Präsident Roman Glaser. Foto: Löffler
Plädieren zum heute erwarteten Urteil im Kartellstreit bei der künftigen Holzvermarktung für die Rechtsform der eingetragenen Genossenschaft: Landwirtschaftsminister Peter Hauk (links) und bwgv-Präsident Roman Glaser. Foto: Löffler
10.04.2018

Bundesgerichtshof entscheidet im Holz- Kartellstreit des Landes

Stuttgart/Karlsruhe. Dem Bundeskartellamt ist die gebündelte Vermarktung von Holz aus gemeindeeigenen und privaten Wäldern durch das Land Baden-Württemberg unter der Firmierung „Forst BW“ schon lange ein Dorn im Auge. Eine Verpflichtungszusage des Landes, diese Praxis einzuschränken, reichte den Kartellaufsehern nicht.

Sie fordern deutlich mehr Wettbewerb. Beim Verhandlungstermin am Dienstag in Sachen Rundholzvermarktung in Baden-Württemberg am Bundesgerichtshof in Karlsruhe wird erwartet, dass das Kartellverfahren zugunsten der Wettbewerbshüter ausgeht. Eine sinnvolle Alternative zur bisherigen Holzvermarktung ist für Roman Glaser eindeutig das Modell der eingetragenen Genossenschaft (eG). Dies machte der Präsident des Baden-Württembergischen Genossenschaftsverbandes (bwgv) am Montag bei der Jahrespressekonferenz in Stuttgart deutlich. Unterstützung hatte Glaser vom baden-württembergischen Landwirtschaftsminister Peter Hauk (CDU): „Genossenschaftliche Lösungen im Holzverkauf hätten auch mit Blick auf das Kartellverfahren schon früher für Wettbewerb gesorgt“, stellte der Minister fest. So gibt es dem bwgv zufolge jetzt schon zwölf Wald- und Forstgenossenschaften mit 7800 Mitgliedern und einem Umsatz von insgesamt 53,3 Millionen Euro. Laut Hauk und Glaser könnten Holzvermarktungsgenossenschaften dauerhaft erfolgreiche Strukturen in der baden-württembergischen Holzwirtschaft garantieren.

Ohnehin hätten Genossenschaften mit ihren rund 3,92 Millionen Mitgliedern hierzulande einen besonders hohen Stellen-wert, so Glaser: „Sie empfehlen sich zur Bewältigung vieler Zukunftsherausforderungen.“

Diese traditionsreiche Rechts- und Unternehmensform verbinde „seit weit mehr als 150 Jahren wirtschaftlichen Erfolg mit sozialer Verantwortung“.

In den vergangenen zehn Jahren sei die Zahl der Genossenschaftsmitglieder in Baden-Württemberg um rund 500.000 auf 3,92 Millionen gewachsen. Glaser: „In keinem anderen Bundesland ist die Mitgliederdichte so hoch.“ Und noch nie zuvor habe es im Südwesten so viele unterschiedliche Genossenschaften wie heute gegeben.

Die Unternehmen in der Rechtsform der eG verteilen sich demnach auf mehr als 50 Branchen, darunter unter anderem Handel, Handwerk und Energie, im Einzelnen etwa Milch, Wein, Obst- und Gemüseanbau sowie Gesundheit, Bildung und Infrastruktur, außerdem Energie- und Viehwirtschaft – um nur einige zu nennen.