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Stellt die Zeitungstrends 2016 vor:  Helmut Heinen, Präsident des Bundesverbandes Deutscher Zeitungsverleger BDZV.  Pilick
Stellt die Zeitungstrends 2016 vor: Helmut Heinen, Präsident des Bundesverbandes Deutscher Zeitungsverleger BDZV. Pilick
27.01.2016

Bundesverband Deutscher Zeitungsverleger zu „Trends der Zeitungsbranche 2016“

Viele Zeitungsverleger in Deutschland wollen ihr Digitalgeschäft in diesem Jahr weiter ausbauen. Das ist eines der zentralen Ergebnisse der Studie „Trends der Zeitungsbranche 2016“, die der Bundesverband Deutscher Zeitungsverleger (BDZV) mit der Unternehmensberatung Schickler gestern in Berlin vorgestellt hat.

Danach rechnen die Verlage sowohl bei der E-Paper-Auflage als auch bei der Werbung im Digitalbereich mit einem deutlichen Wachstum.

Außerdem wollen viele Verlage neue Plattformen wie den Digitalkiosk Blendle oder Facebook Instant Articles nutzen, um die eigene Reichweite zu erhöhen. Und sie wollen neue digitale Produkte entwickeln. Im Fokus stehen danach bei vielen Projekten insbesondere die jüngeren Zielgruppen. An der Online-Umfrage „Trends der Zeitungsbranche 2016“ nahmen zwischen dem 14. Dezember und 8. Januar 69 der 250 angeschriebenen Verleger und Verlagsgeschäftsführer teil. Das entspricht einer Quote von 28 Prozent.

„Nahezu jedes regionale Medienhaus verfolgt konsequent seine Digitalstrategie“, sagte Thomas Satinsky, geschäftsführender Verleger im PZ-Medienhaus. „Die Pforzheimer Zeitung arbeitet bereits seit etlichen Jahren crossmedial – in der Redaktion und in der Vermarktung. Wir bedienen sämtliche Medienkanäle.“ Satinsky machte aber auch deutlich: „Bei aller Digitalisierung vergessen wir unsere Printprodukte nicht. Diese bieten ein großes Lesevergnügen, Sachlichkeit und Entschleunigung in einem immer hektischer werdenden Leben.“

Unterdessen sagte BDZV-Präsident Helmut Heinen, dass das Kerngeschäft der Verlage, nämlich guter Journalismus, auch weiterhin im Zentrum der verlegerischen Aktivitäten bleibe. Jedoch stellten sich die Verlage noch breiter auf.

Neben dem Ausbau des klassischen Verlagsgeschäfts, Print wie Digital, stehe der Aufbau neuer Geschäftsfelder vor allem im Bereich E-Commerce und Logistik bei vielen Verlagen im Fokus. Zwei Drittel der Verlage planten für 2016, neue zielgruppenspezifische Produkte nahe an ihrer Marke zu entwickeln. Dabei gehe es vor allem um digitale Produkte für jüngere Zielgruppen. Die Studie bestätigt vier Trends:

1.Es gibt ein anhaltendes digitales Wachstum im Kerngeschäft.

2.Verlage bauen ihre Reichweite auf neuen digitalen Plattformen aus.

3.Die Markenbildung steht im Fokus, um das Kerngeschäft zu stärken.

4.E-Commerce ist der vorherrschende Trend außerhalb des Kerngeschäfts.

Alexander Kahlmann, Partner der Unternehmensberatung Schickler, sagte: „Die Verlage haben die strategische Bedeutung erkannt und nutzen ihre Kompetenz in Sachen lokale Marktplätze und Logistik als Wettbewerbsvorteil.“