Clemens Ladenburger – auch im Alter von 80 Jahren ist der Anwalt noch voller Tatkraft und klugen Gedanken. Foto: Meyer
Wirtschaft
Clemens Ladenburger: Die großen Verträge – er hat sie gemacht
  • Gerd Lache

Pforzheim. Zu seinem 80. Geburtstag am Sonntag lässt sich Clemens Ladenburger überraschen. „Ich habe keine Ahnung, was passieren wird“, sagt er im PZ-Gespräch. Nur so viel ist gewiss: Die gesamte Familie – zwei Töchter, zwei Söhne, deren Ehepartner und Kinder – wird sich an diesem besonderen Tag in Pforzheim einfinden.

Clemens Ladenburger reist deshalb am Samstag von seinem Urlaubsdomizil Spanien in die Goldstadt an. Eine Woche lang hat er sich im sonnigen Süden vom Alltag erholt. Denn auch im 80. Lebensjahr sitzt der Jurist fast täglich an seinem Schreibtisch in der Pforzheimer Anwaltskanzlei. Die Arbeitszeit hat er allerdings um ein Drittel reduziert. Jetzt sind es nur noch knapp acht Stunden am Tag, in denen der Kanzlei-Senior den inzwischen 35 Anwälten beratend und helfend zur Seite steht.

Insgesamt arbeiten rund 70 Menschen bei „Deutschlands besten Anwälten“. Diesen Superlativ hat das Handelsblatt in Zusammenarbeit mit dem US-Verlag Best Lawyers an Clemens Ladenburger und dessen Sohn Felix im Jahr 2017 verliehen. Die gesamte Familie ist mit der Juristerei verbunden.

Vor 80 Jahren wurde Clemens Ladenburger in Ellwangen als zweiter Spross der Inhaberfamilie der traditionsreichen Heimatsmühle bei Aalen geboren. Den Analen zufolge erwarb der 27-jährige ledige Clemens Anton Ladenburger am 3. Mai 1808 die Mühle. Inzwischen wird sie in siebter Generation von der Familie des Bruders von Clemens Ladenburger geführt.

Und warum hat Clemens Ladenburger ob der intensiven Bande zu seinem Geburtshaus nicht eine Tätigkeit im eigenen Unternehmen angestrebt? Weil Vater Max die Devise ausgab: Der Älteste übernimmt die Mühle, die anderen gehen studieren. Dem Zweitgeborenen hat nicht zuletzt die Erziehung zu Disziplin und Arbeitsamkeit den Aufbau zur heutigen Kanzlei-Größe in Pforzheim positiv zugespielt. Aber er bilanziert auch rückblickend und bescheiden: „Ich hatte sehr viel Glück.“ Wenngleich es das Glück des Tüchtigen war.

Wohl kaum ein Name ist mit der Pforzheimer Schmuck- und Uhrenindustrie so eng verbunden, wie der Name Ladenburger. Die großen Rettungsdeals, teils auf internationaler Bühne, in der Zeit des Strukturwandels der Traditionsbranche wurden auch in der Kanzlei ausgehandelt.

Auf der Fahrt von einem aussichtsreichen Bewerbungsgespräch bei Hoechst aus Frankfurt zurück ins Schwäbische, kam seine spätere Ehefrau Barbara auf die Idee, bei ihrem Onkel Eugen in Pforzheim Station zu machen. Die Hochzeit stand bevor und das Paar wollte Eheringe kaufen. Onkel Eugen war der Rechtsanwalt Dr. Eugen Kessler an der Bahnhofstraße, der eben zu dieser Zeit einen Mitarbeiter suchte. Über Nacht wurde er mit Clemens Ladenburger handelseinig, dass drei Monate später der erste Arbeitstag sein sollte. Der war im Februar vor 52 Jahren. 1974 übernahm er die Kanzlei. Aus dem einstigen Drei-Mann-Unternehmen erschuf Ladenburger mit Glück, Tüchtigkeit und mit zuverlässigen Partnern die größte Anwaltskanzlei in Pforzheim und im Enzkreis.

Privat musste Clemens Ladenburger hingegen schwere Lebensprüfungen hinnehmen. Bereits 1998 starb Ehefrau Barbara. Und vor rund zwei Jahren wurde Enkelin Maria in Freiburg das Opfer eines brutalen Überfalls, den sie nicht überlebt hat. Wie verkraftet ein Mensch diese herben Schicksalsschläge? „Der Glaube“, sagt Ladenburger. „Ohne ihn geht es nicht.“

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