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12.07.2018

Deutsche Automobilindustrie bald völlig von Asien abhängig?

München. Globaler Handel schön und gut. Aber Angela Merkel fordert von der deutschen Autobranche, Batteriezellen für E-Fahrzeuge selbst zu bauen. „Kann es gut gehen, wenn wir als ein Kontinent, der Autos herstellt, die Batteriezellen aus Asien kaufen?“, fragte die Kanzlerin vor dem Besuch von Chinas Premier Li Keqiang in Berlin. Und gab gleich selbst die Antwort: „Solche Schlüsselindustrien dürfen wir nicht aufgeben.“ Doch am Montag besiegelte der chinesische Batteriekonzern CATL im Kanzleramt den Bau einer Zellfabrik in Thüringen. BMW will dort groß einkaufen.

Globaler Handel schön und gut. Aber Angela Merkel fordert von der deutschen Autobranche, Batteriezellen für E-Fahrzeuge selbst zu bauen. „Kann es gut gehen, wenn wir als ein Kontinent, der Autos herstellt, die Batteriezellen aus Asien kaufen?“, fragte die Kanzlerin vor dem Besuch von Chinas Premier Li Keqiang in Berlin. Und gab gleich selbst die Antwort: „Solche Schlüsselindustrien dürfen wir nicht aufgeben.“ Doch am Montag besiegelte der chinesische Batteriekonzern CATL im Kanzleramt den Bau einer Zellfabrik in Thüringen. BMW will dort groß einkaufen.

Wo bekommen die Autobauer ihre Batterien heute her?

VW, Daimler und BMW kaufen Zellen in Asien und bauen diese dann selbst zu großen Akkus für ihre Elektroautos zusammen. Panasonic in Japan, LG, Samsung und SK in Korea, CATL und BYD in China – der Markt sei „eher ein Oligopol mit höchstens zehn dominierenden Anbietern“, sagt Branchenexperte Jörn Neuhausen von der Beratung PwC.

Ist die Versorgung mit Zellen auch in Zukunft gesichert?

Das ist die große Frage. „Wer wird als erster beliefert, wenn die Stückzahlen gewaltig hochgehen sollten?“ fragt der bayerische IG-Metall-Chef und BMW-Aufsichtsrat Jürgen Wechsler. Die Produzenten könnten eines Tages verkünden, sie lieferten jetzt keine einzelnen Zellen mehr, die Autobauer bekämen nur noch fertige Batteriepakete. „Das ist unsere Angst.“ Eine chinesische Zellfabrik in Thüringen sei gut, aber die deutsche Industrie müsse Schlüsseltechnik selbst produzieren. „Wenn wir die Batteriezelle aufgeben, weil wir sie ja geliefert bekommen, sind wir irgendwann weg.“ Die Batterie macht gut ein Drittel der Wertschöpfung eines E-Autos aus, sie bestimmt Leistung und Reichweite. Autobauer versuchen, den Spieß umzudrehen: Sie entwickeln heute in Pilotanlagen selbst Zellen und versuchen, die Zulieferer zu Auftragsfertigern zu machen.

Ist der Bau von Batteriezellen profitabel?

„Die Gewinnmargen bei Zellen sind gering, da ist nicht viel Gewinn zu machen. Teuer sind die Rohstoffe“, sagt Möller. Wegen der Strompreise sei eine Zellfertigung in Deutschland „nur denkbar, wenn die Fabrik von der EEG-Umlage befreit und subventioniert würde“, meint Neuhausen. Northvolt baut jetzt mit Siemens ein Werk in Schweden, wo Strom ein Zehntel des deutschen Preises kostet. Arbeitsplätze schaffen die hochautomatisierten Werke nicht viele – CATL etwa reichen 600 Mitarbeiter.

Was spricht für eine Zellfabrik in Deutschland?

„Wenn in fünf Jahren Millionen E-Autos gebaut werden, muss es auch in Europa Zellfabriken geben“, sagt Neuhausen. Ein Akku für ein E-Auto wiegt eine halbe Tonne. Der Transport der brennbaren Zellen ist aufwendig und teuer, von Asien nach Deutschland dauert es per Schiff einen Monat – Just-in-time-Anlieferung nicht garantiert.

Warum sind deutsche Autobauer