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Landrat Bastian Rosenau (von rechts) überreicht eine Zeitenwende-Medaille an die Geschäftsführer der Richard Wolf GmbH, Jürgen Steinbeck und Jürgen Pfab, links Enzkreis-Wirtschaftsförderer Jochen Enke.  Foto: Richard Wolf GmbH/Simon Layh 

Ein Pionier der Medizintechnik: 75 Jahre Richard Wolf Knittlingen

Knittlingen. „Wenn eine Firma sich den Ruf eines Pioniers der Endoskopie erarbeitet hat und nun 75-jähriges Betriebsjubiläum feiert, dann kann ich dazu natürlich nur herzlich gratulieren – und mich freuen, dass sich das Unternehmen mit seinen weltweit über 1500 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, achtzehn Niederlassungen und 130 Auslandsvertretungen all die Jahre zu seinem bewährten Hauptsitz im Enzkreis bekannt hat.“ Mit diesen Worten überreichte Landrat Bastian Rosenau in Knittlingen eine Zeitenwende-Medaille an die beiden langjährigen Geschäftsführer der Richard Wolf GmbH, Jürgen Pfab und Jürgen Steinbeck, heißt es in einer Pressemitteilung.

In der Fauststadt ist die Firma Richard Wolf der mit Abstand größte Arbeitgeber. Dass sich das Unternehmen stets dem Wandel der Zeit angepasst hat, untermauerten die Geschäftsführer eindrücklich mit einem „filmischen Ritt“ durch die Firmengeschichte und die technische Fortentwicklung. Besonders beeindruckt zeigte sich Landrat Rosenau von den immer kürzeren Innovationsintervallen und vom professionellen Pandemie-Management des Unternehmens; der Corona-Krisenstab tagt bei Wolf immer noch. „Zwar hat das Jahr 2020 durch die weltweite Absage von Operationen zu einem vorher nicht vorstellbaren Rückgang in der Produktion geführt. Aber ein Gutes hatte das Ganze“, stellt Jürgen Steinbeck fest: „Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind hervorragend mit diesen Herausforderungen umgegangen. Bis heute spürt man einen gemeinsamen positiven Spirit in der Belegschaft.“ Bereits im Folgejahr 2021 konnte nach Worten Steinbecks unmittelbar an die Erfolge der Vorjahre angeknüpft werden, was er auf die Verlässlichkeit des Unternehmens, die in der Krisenzeit für viele Lieferanten und Kunden wichtig war, zurückführt.

„Nachdem die EU eine neue Europäische Medizinprodukte-Verordnung erlassen hatte und dann auch noch die Corona-Pandemie begann, dachten wir, schlimmer kann es nicht kommen“, ergänzt Pfab. Doch nun stehe die Firma aufgrund des Krieges in der Ukraine vor ganz neuen Herausforderungen: „Es ist ein täglicher Kampf für die Mitarbeiter in der Beschaffung, weltweit an die benötigten Teile zu kommen. Aber bislang haben wir das alles in allem ganz gut hinbekommen.“ Allerdings würden im Moment Lieferengpässe bei wichtigen Teilen wie Chips aus Asien ernsthafte Sorgen bereiten; dazu kämen verschlossene Märkte in China, Russland und der Ukraine.