Die Preise vor und nach 12 Uhr am Mittag.
Meyer
Wirtschaft
"Es war die Hölle los": Großer Ansturm auf Tankstellen vor Ende des Tankrabatts

Autofahrer müssen erneut tief in die Tasche greifen: Die Spritpreise sind am Mittwoch mit dem Ende des Tankrabatts stark gestiegen. Der Steuerrabatt in Höhe von

16,7 Cent pro Liter auf Kraftstoff bei der Lieferung an die Tankstelle war um Mitternacht ausgelaufen. Zu dieser Zeit konnten die Tankstellen ihre Preise wegen der 12-Uhr-Regel nicht erhöhen. Offensichtlich lösten viele dieses Dilemma, indem sie die Preise nach einem kräftigen Mittagssprung am Dienstag nicht wie üblich zügig und stark senkten, sondern nur in geringem Umfang.

Wie waren die Preise zuletzt?

Im Juni hatte der Tankrabatt noch seine Wirkung entfaltet. Zusammen mit wieder sinkenden Ölpreisen sorgte das für den billigsten Tankmonat seit Ausbruch des Iran-Kriegs. Nach Daten des ADAC kostete ein Liter Super E10 im Monatsdurchschnitt 1,870 Euro. Das waren 11,3 Cent weniger als im Mai und 23,9 Cent weniger als im April, dem bisher teuersten Monat. Ein Liter Diesel kostete im Monatsschnitt 1,818 Euro. Das waren 17,3 Cent weniger als im Mai und 44,5 Cent weniger als im besonders teuren April.

Wie ist die bundesweite Lage nun?

Nach dem typischen Mittagssprung stiegen die Preise für E10 am Mittwoch im bundesweiten Durchschnitt auf 2,15 Euro pro Liter an, bei Diesel auf 2,11 Euro. Der seit der Einführung der 12-Uhr-Regel typische Mittagssprung fiel allerdings etwas niedriger aus als in den Tagen zuvor. Das könnte ein Indiz für einen sich verlangsamenden Anstieg sein – angesichts der ungewöhnlichen Preisentwicklung am Dienstag ist die Aussagekraft des Vergleiches aber beschränkt. Am Nachmittag sanken die Preise bereits wieder, hielten sich aber zunächst über 2 Euro.

Und in Pforzheim?

Sowohl am Montag als auch am Dienstagvormittag hat es einen Ansturm auf die Tankstelle Mast + Oehlert in der Pforzheimer Blücherstraße gegeben. Das bestätigt Betreiber Peter Stahl gegenüber der PZ: „Es war die Hölle los. Die Leute standen bis zur Straße raus.“ Der Ansturm fand am Dienstagmittag gegen 12 Uhr mit dem Anstieg der Spritpreise sein Ende. Hat vor Ort der Diesel am Dienstagmorgen noch 1,72 Euro gekostet, waren es nachmittags bereits 2,03 Euro. Die große Preisänderung war somit bereits am Dienstag in der Region zu spüren. Am Mittwochmorgen war der Preis zunächst wieder etwas auf 1,91 Euro gesunken. Zur Mittagszeit am Mittwoch stieg der Preis für einen Liter Diesel dann rasant auf

2,22 Euro, ein Liter Benzin kostete sogar 2,32 Euro. Im Verlauf des Tages hat sich die Lage wieder etwas beruhigt: Am Abend lagen die Preise für Diesel und Benzin in Pforzheim im Schnitt um die 2-Euro-Marke.

Wie sind die Reaktionen?

Die Rücknahme des Tankrabatts sei ungerechtfertigt vorweggenommen worden, heißt es vom ADAC. Dieses Vorgehen sei fragwürdig, „denn noch befindet sich vielerorts günstiger versteuerter Kraftstoff in den Tanks der Tankstellen“. Daher hätten die Preise nicht schon am letzten Junitag so deutlich steigen dürfen.

Auch der Vorsitzende der Monopolkommission, Tomaso Duso, kritisiert, dass die Preise zu früh gestiegen seien. „In den vergangenen Tagen haben Mineralölunternehmen das absehbare Auslaufen des Rabatts offenbar genutzt, um ihre Margen gezielt auszuweiten.“

Auch vom Tankstellen-Interessenverband TVI kam Kritik. Ein Sprecher sagte: „Das, was die Mineralöl-Konzerne momentan treiben, ist eine Unverschämtheit erster Güte.“ Kommentar, Seite 2

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