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Diese Bäcker konnte Landwirtschafts-Dezernentin Hilde Neidhardt (rechts) mit dem Ehrenpreis auszeichnen (von rechts): Jörg Wiskandt aus Pforzheim, Jens und Maritta Meeh aus Wiernsheim, Thomas und Christine Kull aus Illingen, Ralf und Heike Jäckle aus Illingen sowie Innungs-Obermeister Martin Reinhardt und seine Frau Andrea aus Knittlingen. Foto: Falk
Diese Bäcker konnte Landwirtschafts-Dezernentin Hilde Neidhardt (rechts) mit dem Ehrenpreis auszeichnen (von rechts): Jörg Wiskandt aus Pforzheim, Jens und Maritta Meeh aus Wiernsheim, Thomas und Christine Kull aus Illingen, Ralf und Heike Jäckle aus Illingen sowie Innungs-Obermeister Martin Reinhardt und seine Frau Andrea aus Knittlingen. Foto: Falk
15.09.2017

Fünf Bäckereibetriebe aus Pforzheim und dem Enzkreis ausgezeichnet

Pforzheim. Bei ihnen ist Brot nicht einfach nur Brot: Am Mittwoch sind fünf Bäckereibetriebe aus Pforzheim und dem Enzkreis im Haus des Handwerks mit dem Ehrenpreis der Bäckerinnung ausgezeichnet worden.

Ralf Jäckle aus Friolzheim, Thomas und Christine Kull aus Illingen, Jens Meeh aus Wiernsheim sowie Martin Reinhardt aus Knittlingen und Jörg Wiskandt auf Pforzheim haben in ihren Betrieben neben dem Verkauf hochwertiger Backwaren alle anderen Kriterien erfüllt. Um den Ehrenpreis, der im Wechsel mit den Kreisen Calw und Freudenstadt alle drei Jahre in Pforzheim und dem Enzkreis verliehen wird, zu erhalten, müssen die Betriebe Mitglied der Bäckerinnung sein, innerhalb der vergangenen drei Jahre Lehrlinge ausgebildet haben, die hygienischen Standards erfüllen und bei der Produktion ihrer Backwaren Getreide aus Baden-Württemberg verwenden.

Zum vierten Mal ist der Preis in Pforzheim und dem Enzkreis nun vergeben worden. Geplant war eigentlich auch die Teilnahme von Landwirtschaftsminister Peter Hauk an der Preisverleihung. Der CDU-Mann schaffte es aber aus zeitlichen Gründen nicht mehr ins Haus des Handwerks.

Bei der Auswahl der zu erfüllenden Kriterien für die Auszeichnung habe man sich damals überlegt, was für den Kunden wichtig und interessant sein könnte, erklärte Innungs-Obermeister Martin Reinhardt. Die Ausbildungsbereitschaft der Betriebe sei ein wichtiger Punkt geworden. Mit der Auszeichnung wolle man das Augenmerk verstärkt auf die Herkunft der heimischen Backwaren legen. „Am liebsten wäre es uns natürlich, wenn die Bäcker nur Getreide aus Pforzheim und dem Enzkreis verwenden würden“, sagte Hilde Neidhardt, Dezernentin für Landwirtschaft, Forst und öffentliche Ordnung beim Landratsamt. Das sei aber logistisch schlicht nicht möglich, also habe man den Radius auf ganz Baden-Württemberg erweitert. Durch die Verwendung von regionalem Mehl unterstützten die Bäckerbetriebe die heimische Landwirtschaft, sagte Neidhardt. Neben der Urkunde erhielten die fünf ausgezeichneten Betriebe eine regionale Genusskiste des Enzkreises voll mit heimischen Produkten.

Wie viele Betriebe im Handwerk haben es auch die Bäcker heute schwerer, Lehrlinge zu finden, sagte Reinhardt. Die Zahl der Auszubildenden zum Verkäufer in den Filialen sei stabil, die der Lehrlinge zum Bäckergesellen weniger geworden: „Die hat sich in den vergangenen zehn bis 15 Jahren sicherlich halbiert.“ Reinhardt glaubt, dass das zum einen am demografischen Wandel, zum anderen an der Akademisierung liege

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Betriebe vergrößern sich

Der Bäckerinnung Nordschwarzwald, die Pforzheim, den Enzkreis und den Kreis Calw umfasst, gehören rund 70 Bäcker an. „Es sind weniger, dafür größere Betriebe geworden“, meint Reinhardt. Das sei für die Bäckereien, die sich vergrößern könnten, zwar gut. Trotzdem findet Reinhardt: „Es ist um jeden kleinen Betrieb, der schließen muss, schade.“

Beim Kaufverhalten der Verbraucher beobachten er und die anderen Bäcker nach dem Bio-Trend nun die verstärkte Nachfrage nach regionalen Produkten. Der Handwerksbäcker müsse dabei nicht teurer sein als große Ketten: „Die Leute kommen langsam dahinter, dass die Produkte aus der Region viel besser sind“, sagte Reinhardt.