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Blick in die moderne Fertigung von G. RAU im Brötzinger Tal. Foto: Meyer
Blick in die moderne Fertigung von G. RAU im Brötzinger Tal. Foto: Meyer
Firmenchef Axel Pfrommer (links) mit Frank Nauheimer (kaufmännischer Leiter). Foto: Meyer
Firmenchef Axel Pfrommer (links) mit Frank Nauheimer (kaufmännischer Leiter). Foto: Meyer
Firmengründer Gustav Rau.
Firmengründer Gustav Rau.
Büffel-Taschenuhr von G. RAU.
Büffel-Taschenuhr von G. RAU.
23.09.2017

G. RAU liefert seit 140 Jahren Problemlösungen aus Metall

Pforzheim. Am Anfang steht der 34-jährige Graveur Gustav Rau. Er gründet 1877 einen Betrieb in Pforzheim, um die ansässige Schmuckwarenindustrie mit Pressungen aus Gold und Silber zu versorgen. Später geht das Unternehmen dazu über, auf stärkere Platten aus Tombak eine Goldauflage aufzuschweißen und diesen plattierten Block auf Blechstärke auszuwalzen. Das so hergestellte Material wird – wie das französische Erzeugnis – Doublé genannt.

1896: Gustav Rau erweitert den Betrieb ständig und so bleibt es nicht aus, dass im April 1896 der Grundstein zu einem eigenen Fabrikgebäude in der Kaiser-Friedrich-Straße gelegt wird. Im Jahre 1897 kann dort die Fabrikation aufgenommen werden. Dies ist auch im Jahr 2017 noch immer das Stammhaus von G. RAU.

Anfang des 20. Jahrhunderts wird bei G. RAU auch die Herstellung von Taschenuhrengehäusen aufgenommen und bald erlangten RAU-„Büffel-Uhrgehäuse“ Weltruf. Insgesamt werden mehr als eine Million dieser Gehäuse produziert. Bis zu dieser Zeit liegt das Hauptgewicht der Produktion auf dem Gebiet der Halbzeugfertigung. Doublé wird in steigendem Maße im eigenen Unternehmen weiterverarbeitet. Zusätzlich wird im Laufe der Jahrzehnte das Produktsortiment um zahlreiche Verbund- und Kontaktwerkstoffe erweitert.

1945: Am 23. Februar 1945, beim Luftangriff auf Pforzheim wird G.RAU vollständig zerstört. Das Lebenswerk zweier Generationen ist in wenigen Minuten in Schutt und Asche gelegt. Nach sieben Jahren Wiederaufbau läuft die Fertigung wieder in vollem Umfang.

1966: Die Wirtschaftswunderzeit ist auch für G. RAU deutlich spürbar. Zusätzliche Produktionsfläche entsteht 1967 mit dem Bau des Werks II im Brötzinger Tal. Dort werden die Rohr- und Drahtfertigung sowie die Stanzerei, das Fließpressen und das Tiefziehen ausgebaut.

1991: Die Firma produziert als weltweit erstes Unternehmen ein Präzisionsrohr aus Nitinol (Nickel/Titan-Legierung) zur Herstellung von selbstexpandierenden Komponenten in der Gefäßchirurgie, die per Laserschnitt aus dem Präzisionsrohr gefertigt werden. Dies ermöglicht die Entwicklung von der offenen Chirurgie hin zur minimal invasiven Chirurgie. G. RAU ist Weltmarktführer und bedient 60 Prozent des Weltmarktes in diesem Segment.

1996 wird die Euroflex Schuessler GmbH (heute als Admedes bekannt) gegründet, um Komponenten auf Nitinol-Basis für die Medizintechnik herzustellen.

Heute: Die Unternehmensgruppe beschäftigt 1250 Mitarbeiter. Allein am Standort Pforzheim sind in den vergangenen 28 Jahren 750 Arbeitsplätze entstanden, die sich rein mit dem Werkstoff Nitinol beschäftigen.