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In der Manufaktur Kern in Weiler entstand diese Damenuhr mit 20 Karat Diamanten.
In der Manufaktur Kern in Weiler entstand diese Damenuhr mit 20 Karat Diamanten.
Himbeeren standen für die Unikat-Serie von Artur Scholl (Pforzheim) Modell. Anna Bronowski präsentiert die fruchtige Kollektion.
Himbeeren standen für die Unikat-Serie von Artur Scholl (Pforzheim) Modell. Anna Bronowski präsentiert die fruchtige Kollektion.
Aline Glosse-Fleischer zeigt die Mitschele-Uhren mit dem neuartigen Carbonfaser - Uhrarmband, dass von Marco Kleemann entwickelt wurde.
Aline Glosse-Fleischer zeigt die Mitschele-Uhren mit dem neuartigen Carbonfaser - Uhrarmband, dass von Marco Kleemann entwickelt wurde.
Marcus Mohr zeigt die Neuheiten von Victor Mayer  (Pforzheim . Ketterl
Marcus Mohr zeigt die Neuheiten von Victor Mayer (Pforzheim . Ketterl
18.03.2016

Glitzernde Diamanten lassen Herzen höher schlagen: Auf der Baselworld konkurrieren 1500 Marken

Basel/Pforzheim. Die Entscheidung über den wirtschaftlichen Erfolg auf der Baselworld fällt wohl an diesem Wochenende. 40 Aussteller aus dem Nordschwarzwald sind dort vertreten und stehen im Wettbewerb mit 1500 internationalen Marken. Einige Pforzheimer Hersteller versuchen daher ihr Glück lieber auf der Schmuckmesse in Freiburg, die heute beginnt.

Sie soll ein Gegengewicht zur übermächtigen Baselworld bilden, wo Mega-Marken wie TagHeuer, Rolex und Patek Philippe die Glanzlichter setzen. Dass diese neue Messe auf deutschem Boden stattfindet, beurteilt Verbandspräsident Uwe Staib grundsätzlich positiv. Der asiatische Messeveranstalter hätte sich schließlich auch für Paris oder Vicenza entscheiden können. Ob allerdings neben der Baselworld noch Platz für eine zusätzliche europäische Schmuckmesse ist, muss sich noch beweisen.

Isabelle Mössner verspricht sich vom Auftritt in Basel gute Umsätze, die ihre Liebe zur Münchner Fachmesse Inhorgenta nicht verhehlt. Traditionelle Handwerkskunst made in Germany habe Hochkonjunktur, versichert die sympathische Schmuckmacherin aus Eisingen. Das Familienunternehmen Mössner glänzt seit 24 Jahren mit der Marke IsabelleFa, die für massive Goldketten steht. Inzwischen sind die Söhne Patrick und Alexandre Mössner in die unternehmerischen Fußstapfen der Eltern getreten.

In der Luxusbranche ist auch Lothar Kern unterwegs. Seit 1974 fertigt der gelernte Graveur in seinem Kelterner Unternehmen hochwertige Schmuckuhren. Eine Spezialität, die ihm weltweite Anerkennung verschaffte. „Für ihre Frauen wollen die Scheichs nur das Beste“, weiß Kern, der seit vielen Jahren in Arabien unterwegs ist. Eine Weltneuheit waren seine Uhren mit Falkenfedern auf dem Zifferblatt. Die Wüstensöhne lieben ihre Jagdfalken und sind bereit, viel Geld für Zeitmesser zu berappen, die deren Federn ihre Uhren schmücken. „Das war der Türöffner nach Saudi-Arabien und den Emiraten“, erzählt Kern. Heute zählen die führenden Juweliere dort zu seinen treuen Kunden. Doch die Qualität muss stimmen. Seine diamantbesetzten Nobeluhren müssen höchste Ansprüche erfüllen. „Ich kann es mir nicht leisten, nicht lupenreine Steine zu verarbeiten.“ In Basel zeigt Kern eine neue Spezialität: Eine Damenuhr, deren Armband komplett mit hochkarätigen Diamanten bestückt ist. Auch für einen tüchtigen Juwelenfasser eine Herausforderung. Eine spezielle Fasstechnik vermittelt den optischen Eindruck, dass nur Mehrkaräter verwendet wurden. Auch für einen versierten Juwelenfasser eine Herausforderung. Die Kollektion trägt daher den Titel „Illusion“. Die Damenuhr ist mit einem Schweizer Uhrwerk ausgestattet.

Zurück in Basel ist die traditionsreiche Pforzheimer Uhrenmarke Laco. Im Jahr 1925 begann die Firma Lacher&Co mit der Uhrenproduktion in der Goldstadt. Der Familienbetrieb wurde damals von Frieda Lacher und Ludwig Hummel gegründet. Bekannt wurde Laco durch seine Fliegeruhren. Laco war eine von nur fünf Uhrenmanufakturen in Deutschland, die jene 55 Millimeter großen Chronometer für die Luftwaffe herstellen durften. Ferner zählten Lange&Söhne, Stowa, Wempe und IWC dazu. Nachdem die Marke Laco 1959 von der US Time Corporation (Timex) übernommen wurde, kam es durch den Strategieschwenk der amerikanischen Eigentümer (mehr Industrie, weniger Handwerk) zu einer wirtschaftlichen Abwärtsbewegung. Im Im Frühjahr 2010 startete die neue Laco mit zunächst acht Mitarbeitern und besann sich auf die Wurzeln: Manufaktur statt Industrie. Inzwischen steht Laco wieder auf gesunden Beinen und schreibt wieder schwarze Zahlen, wie Geschäftsführer Uwe Rücker versichert. Attraktive Fliegeruhren und sportliche Zeitmesser prägen den Messeauftritt.

„Made in Germany“ bevorzugt auch die Firma Mitschele aus Pforzheim. In Kooperation mit der Uhrbänderfabrik Rowi und der Hochschule Pforzheim wurde ein Carbonfaser-Armband entwickelt, welches eine Weltneuheit darstellt, wie Geschäftsführerin Aline Glosse-Fleischer im Gespräch mit der PZ erläuterte. Aufgrund der Tatsache, dass Carbon ein sehr schwierig zu verarbeitender Werkstoff ist, wurden in dieser beispielhaften Kooperation technische Lösungen gefunden, um Carbon und Edelstahl verbinden. Herausgekommen ist ein bewegliches Uhrarmband, das aus über 100 Einzelteilen besteht –ein echter Blickfang.

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