Generationswechsel vollzogen: Die neuen Chefs Clemens Winkler (links) und Lorenz Haager nehmen Jörg Haager in die Mitte.
Wirtschaft
Haager hat die Nachfolge geregelt - Fünfte Generation übernimmt die Geschäftsführung
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Beim Pforzheimer Medizintechnik-Unternehmen Haager GmbH & Co. KG haben zum 1. Januar 2017 Lorenz Haager (30) und Clemens Winkler (31) das Ruder übernommen. Unternehmer Jörg Haager setzt großes Vertrauen in seine Nachfolger und ist überzeugt, dass sich das Unternehmen weiterhin positiv entwickeln wird. Er hatte das Unternehmen 1986 von seinem Vater übernommen und es zielstrebig von einem Handwerksbetrieb zu einem modernen Industriebetrieb entwickelt.

Strukturwandel gemeistert

Als Jörg Haager in den 1970er-Jahren in die Firma eintrat, war das Hauptgeschäft noch die Herstellung von Goldfournituren für die Schmuckindustrie. Heute macht das noch etwa 20 Prozent aus. Die Micro-Mechaniken und Präzisionsteile des Pforzheimer Unternehmens finden sich inzwischen in den Produkten vieler Weltmarktführer der Dental- und Medizintechnik. Trotzdem sei das kein Grund, dem traditionellen Fournituren-Geschäft den Rücken zu kehren. „Vielfalt bewahrt uns vor Abhängigkeiten“, sagt er. „Außerdem profitieren die Industriekunden von den Schmuckherstellern und umgekehrt. In beiden Bereichen gewinnen wir stetig neue Erfahrungen und Know-how.“ Den Unternehmenserfolg sieht Jörg Haager vor allem in der Leidenschaft der 35 Mitarbeiter und der Freude an Präzision und Perfektion begründet: „Wir sind alle technikverliebt.“ Obwohl das Unternehmen unter seiner Führung immer überdurchschnittlich erfolgreich war und sich stetig weiterentwickelte, betrachtet Jörg Haager den Erfolg mit Demut: „Ich hatte immer auch ein Quäntchen Glück und vor allem Menschen, die mich unterstützt und begleitet haben. Seine Frau Susanne habe ihm stets den Rücken freigehalten. „In Peter Jörke hatte ich einen begnadeten Techniker gefunden, der meine Begeisterung für Präzision und Perfektion teilte.“ Günter Denzer aus Rutesheim wurde ihm vom Berater zum Freund. „Gemeinsam entwickelten wir Bilder einer lohnenden Zukunft.“ Die Mitarbeiter hätten durch ihre Leidenschaft Premiumleistungen erst möglich gemacht.

Stolz ist Jörg Haager auf das Firmengebäude in der Lochäckerstraße 14, das 2011 eingeweiht wurde. Seine Schwester, die Künstlerin und Malerin Rosemarie Kraus, brachte sich mit einem feinen Gespür für Farbe und Detail in die Gestaltung des Gebäudes ein.

Während der Finanzkrise 2008/2009 stieg der Goldpreis. Haager nutzte die Kompetenz zur Herstellung von Präzisionsteilen und fing den Geschäftsrückgang bei Fournituren durch den Eintritt in neue Märkte auf.

„Neue Produktionsverfahren auf CNC-Bearbeitungszentren haben die Herstellung von Hochpräzisionsteilen perfektioniert und industrialisiert. Damit sind heute Spitzenleistungen mit Tausendstel-Toleranzen möglich. Es war nur ein kleiner Schritt, diese Möglichkeiten auf andere Bereiche zu übertragen, bei denen es auf äußerste Präzision, Funktionalität, Form und besondere Materialien ankommt“, sagt Jörg Haager. „Es war sicher nicht das erste Mal in unserer 116-jährigen Geschichte, dass wir uns umstellen mussten. Mein Großvater verkaufte nach dem Zweiten Weltkrieg sogar Tabak. Wir sind immer offen für neue Ideen, behalten den Markt im Auge und setzen auf Effizienz in den Prozessen.“

Den Weg fortsetzen

Neue Herausforderungen werde es immer geben. Manchmal werde man an seine Grenzen gebracht, doch „wir sind immer daran gewachsen“, sagt der 62-Jährige. „Mein Sohn Lorenz und Clemens Winkler werden den Weg fortführen, sich neuen Herausforderungen stellen und die Wettbewerbsfähigkeit des Unternehmens steigern. Beide haben schon bewiesen, dass sie auch große Aufgaben stemmen können.“